Donnerstag, 24.05.2012 | 03:25:16
25.10.2011  |  08:40  | 

Umwelt

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Minister Jürgen Reinholz präsentiert Waldzustandsbericht 2011

Der Zustand der Thüringer Wälder hat sich gegenüber dem Vorjahr geringfügig verschlechtert: Die mittlere Kronenverlichtung, der wichtigste Indikator für den Waldzustand, stieg leicht um 1,6 Prozent auf 23,3 Prozent aller untersuchten Bäume.
Erfurt (agrar-PR) - Der Anteil deutlich geschädigter Bäume nahm um vier Prozent zu. „Wir vermuten, dass das extrem trockene Frühjahr dem Wald so zugesetzt hat", sagte Umweltminister Jürgen Reinholz anlässlich der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2011 heute in Erfurt. Als weiteres akutes Problem der Forstwirtschaft nannte der Minister das Eschentriebsterben.

Als ungeschädigt konnten in diesem Jahr 23 Prozent der Bäume eingestuft werden, hierzu zählen Bäume mit einem Blatt- oder Nadelverlust bis zehn Prozent. Leichte Schäden (Blatt-/Nadelverlust bis 25 %) wiesen 41 Prozent der Bäume auf, und 36 Prozent sind stark geschädigt (Blatt-/Nadelverlust über 25 %). Dabei treten Schäden deutlich häufiger in älteren als in jungen Beständen auf. Am stärksten betroffen ist nach wie vor die Eiche, gefolgt von Buche, Kiefer und Fichte. In Nordthüringen finden sich die größten Schäden, die geringsten im Thüringer Wald und im Thüringer Schiefergebirge.

Eine Hauptursache der Schäden sind nach wie vor die Schadstoffeinträge aus der Luft, vor allem die Stickstoffbelastung. Auch höhere Jahresmitteltemperaturen wirken sich negativ auf den Waldzustand aus. Im Bereich der biotischen Schädigungen liegt ein Hauptaugenmerk auf dem Eschentriebsterben, welches durch den Pilz „Falsches Weißes Stengelbecherchen" (Hymenoscyphus pseudoalbidus) verursacht wird und das sich zurzeit in ganz Thüringen ausbreitet. Dieser Pilz bringt die Esche zum Absterben. Eine Bekämpfung ist derzeit nicht möglich.

„Um den Waldzustand zu verbessern, sind weiterhin erhebliche Anstrengungen nötig. Wir müssen die Luftqualität erhöhen, die Bodenschutzkalkung weiterführen, aber vor allem den Wald auf den Klimawandel vorbereiten. Mit den überarbeiteten Baumartenempfehlungen für möglichst klimastabile Wälder und einem zusätzlichen Programm zum Waldumbau haben wir wichtige Weichen für die Zukunft unserer Wälder gestellt", so Minister Reinholz.

Die Waldzustandserhebung wurde in diesem Jahr zum 21. Mal in Thüringen durchgeführt. Dazu wurden an 353 systematisch über Thüringen verteilten Aufnahmepunkten insgesamt 8.472 Bäume begutachtet. (PD) (Ende / agrar-presseportal.de)
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