21.11.2011 | 11:45:00 | ID: 11468 | Ressort: Energie | Energiepolitik

Minister Backhaus: (Bio)Energiedörfer bieten Perspektive im ländlichen Raum

Schwerin (agrar-PR) - "(Bio-)Energiedörfer bieten eine Perspektive für die Menschen im ländlichen Raum! Unter der Zielstellung "Wertschöpfung und Teilhabe" sind sie darüber hinaus geeignet, auch die Akzeptanz auf lokaler Ebene zu stärken.
(Bio-)Energiedörfer bieten Gestaltungs- und Mitmachmöglichkeiten und können dazu beitragen, die Menschen im ländlichen Raum zu halten", sagte der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus heute in Greifswald anlässlich der Abschlussveranstaltung der Akademie für Nachhaltige Entwicklung (ANE) Mecklenburg-Vorpommern "(Bio)Energiedörfer Mecklenburg-Vorpommern - Chancen für den ländlichen Raum durch Wertschöpfung und Teilhabe".

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz werde das (Bio-)Energiedorfcoaching weiterhin konstruktiv begleiten. "Land- und Forstwirtschaft erbringen erhebliche Energiepotentiale gerade in Mecklenburg-Vorpommern, ohne sie wird es nicht gehen", so der Minister.

Mit der fünften Veranstaltung kann auf drei Jahre erfolgreiches (Bio)Energiedorfcoaching zurückgeblickt werden. Über einhundert Dörfer in Mecklenburg-Vorpommern haben ihr Interesse bekundet, Energiedorf werden zu wollen. Über 70 haben einen entsprechenden Gemeindeschluss herbeigeführt.

In zahlreichen Dörfern wurden bzw. werden Machbarkeitsstudien erstellt, die als Grundlage für den weiteren ortsspezifischen Ausbau der regenerativen Energien dienen und Fehlplanungen vermeiden sollen. Hierfür standen allein in diesem Jahr 250.000€ bereit.

Der Minister informierte darüber, dass sich das Land erfolgreich um zusätzliche Fördermittel des Bundes beworben habe. "Das Bundesumweltministerium hat unseren Clusterantrag vor einigen Tagen bewilligt. Damit haben wir knapp 100.000 Euro zur Verfügung, um weitere 50 Gemeinden, die sich mit alternativer Energieversorgung beschäftigen bei der Erarbeitung von Klimabilanzen und Machbarkeitsstudien zu unterstützen. Mit unserer Initiative haben wir beim Bund die Erkenntnis bewirkt, dass sich auch kleine Kommunen auf diesem Gebiet engagieren. Denn ursprünglich waren diese Gelder für Antragsteller ab 10.000 Einwohner vorgesehen. Deshalb haben wir einen Clusterantrag von vielen einzelnen kommunen initiiert", so Backhaus.

Immer mehr Dörfer würden nun in die investive Phase gehen und Ingenieurbüros, Handwerker und andere Gewerke aus ihrer Region beschäftigen. Regenerative Energien wirken somit positiv, bevor die erste Kilowattstunde erzeugt wurde", sagte Minister Backhaus.

Darüber hinaus seien wichtige Gremien wie zum Beispiel der Runde Tisch der Ingenieure geschaffen worden. Auch hat sich ein Arbeitskreis Rechtsberatung konstituiert. Weitere Expertenkreise beschäftigen sich mit Themen wie Finanzierungsformen oder Energiespeicherung.

"Zum Speicherthema hat mein Ministerium noch im Spätsommer eine Studie in Auftrag gegeben, welche im Frühjahr nächsten Jahres fertig gestellt wird. Schon heute deutet sich an, dass lokale Speicherung oftmals preiswerter und effektiver als der Netzausbau ist.Auch das im Sommer 2009 mit Unterstützung meines Hauses gegründete Netzwerk Regionale Energien in MV (REMV e.V.) wächst weiter und bildet immer mehr eine Informationsbörse für den Themenbereich regenerative Energien", erläuterte der Umweltminister.

Eine sehr wichtige politische Aufgabe des neugeschaffenen Energieministeriums sehe er darin, einen Rechtsrahmen zu schaffen, der ein Engagement im Bereich erneuerbarer Energien nicht nur zulässt, sondern im Idealfall auch fördert und unterstützt. Natürlich dürfe dies nicht zu Lasten der Umwelt gehen. "Wir hätten nichts gewonnen, wenn wir den Ausbau der regenerativen Energien beispielsweise mit dem Verlust oder der Beeinträchtigung wichtiger Habitate erkaufen würden", so Backhaus.

Vielmehr werde es darum gehen, neue und innovative Möglichkeiten zu entwickeln, die mehr als ein einzelnes Ziel verfolgen. "Ich denke da beispielsweise an den Anbau und die Nutzung von Biomasse auf wiedervernässten Moorstandorten. Wird dies "mit Augenmaß" umgesetzt, dann können wir den Torfkörper erhalten, die Biomasse z. B. als Energieträger nutzen und auch noch etwas für den Naturschutz tun", betonte der Minister. (PD)
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