05.04.2016 | 15:30:00 | ID: 22125 | Ressort: Energie | Erneuerbare Energien

Hessische Bioenergie wird zu 40 Prozent aus Abfall und Reststoffen gewonnen

Wiesbaden (agrar-PR) - Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser: „Bioenergie hat festen Platz im regenerativen Energiemix in Hessen“

Mehr als jede dritte regenerativ erzeugte Kilowattstunde Strom in Hessen stammt aus der Biomasse. Ihr Anteil an der regenerativen Wärmeerzeugung liegt sogar bei knapp 90 Prozent, das zeigen die Erhebungen zur energetischen Biomassenutzung in Hessen für das Jahr 2014. „Damit hat die Bioenergie einen festen Platz im regenerativen Energiemix in Hessen und mittlerweile einen Anteil von rund 70 Prozent an der gesamten erneuerbaren Energieerzeugung im Strom- und Wärmebereich“, so Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser.

„Besonders erfreulich ist, dass die biogene Strom- und Wärmeerzeugung in diesem Zeitraum zu 40 Prozent auf der Basis von Abfall- und Reststoffen erzeugt wurde“, erklärte Tappeser. Dies schließe die Nutzung von Deponie- und Klärgas sowie den biogenen Bestandteilen des Hausmülls mit ein. „Mit der Nutzung von Abfall und Reststoffen wird auf eine nachhaltige Nutzung der Bioenergie gesetzt“, so die Staatssekretärin. Der im Zusammenhang mit der Biogasproduktion häufig thematisierte Energiemais wurde in Hessen im Jahr 2014 auf rund 4,2 Prozent der Ackerfläche angebaut.

Seit der letzten Erhebung für das Jahr 2008 konnte der Beitrag der Bioenergie zur regenerativen Strom- und Wärmeerzeugung um 66 Prozent gesteigert werden. „Diese Entwicklung leistet einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung der hessischen Klimaschutzziele. Bioenergie ist speicherbar und kann auch zum Ausgleich der schwankenden Energieerzeugung aus Wind und Sonne genutzt werden“, erklärte Tappeser.

Die Staatssekretärin kündigte an, dass die Ergebnisse als Grundlage für die Fortschreibung des Biomasseaktionsplanes genutzt werden sollen, um zukünftige Handlungsfelder aufzuzeigen. Schwerpunkte dabei sind die Effizienzsteigerung der Biomassenutzung und eine weitere Intensivierung der Nutzung von Abfall- und Reststoffen. Besonderes Augenmerk solle dabei auf bislang ungenutzte Reststofffraktionen, wie zum Beispiel holziges Material aus der Landschaftspflege, gelegt werden. „Ein weiteres wichtiges Betätigungsfeld wird es sein, die besonderen Eigenschaften der Biomasse zum Ausgleich der schwankenden Energieerzeugung aus Wind und Sonne gezielt zu nutzten. Hier geht es für uns um Qualität statt Quantität“, verdeutlichte Dr. Beatrix Tappeser abschließend.

Hintergrund:

Im Jahr 2014 wurden in Hessen rund 2,1 TWh Strom aus Biomasse erzeugt – einschließlich Deponie- und Klärgas sowie aus den biogenen Bestandteilen des Hausmülls. Schätzungen des statistischen Landesamtes zufolge lag im gleichen Zeitraum die hessische Stromerzeugung aus Windkraft bei etwa 1,6 TWh, aus Photovoltaik bei etwa 1,5 TWh und aus Wasserkraft bei etwa 0,4 TWh. Der Gesamtstromverbrauch in Hessen betrug nach vorläufigen Schätzungen 35,4 TWh, bei der Wärme lag der Verbrauch bei ca. 74,4 TWh.

Insgesamt wurden im Jahr 2014 in Hessen rund 2,1 TWh Strom und 8,4 TWh Wärme, also insgesamt 10,5 TWh aus Biomasse erzeugt und damit gegenüber der Verwendung fossiler Energieträger rund 3,7 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Gegenüber dem bisherigen Referenzjahr 2008 konnte die Energieerzeugung im dazwischen liegenden Sechsjahreszeitraum um 4,2 TWh (66 Prozent) gesteigert werden. 2008 waren es noch 0,9 TWh Strom und 5,4 TWh Wärme – also 6,3 TWh gesamt. (umwelt-hessen)

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