07.07.2011 | 10:20:00 | ID: 10043 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarpolitik

"14 Fußballfelder werden pro Tag in Deutschland bebaut!"

Bonn (agrar-PR) - In jeder Sekunde gehen in Deutschland 11 m² landwirtschaftliche Fläche verloren, am Tag sind das nahezu 100 ha Acker- und Grünland, davon werden in NRW täglich 11 ha bebaut.
„14 Fußballfelder werden pro Tag in Deutschland versiegelt", betont Friedhelm Decker, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV).

Wie rasend schnell jede Sekunde Flächen für die Landwirtschaft verloren gehen, zeigt jetzt eine virtuelle Flächenverbrauchs-Uhr unter www.rlv.de. Sie zeige an, wie viel landwirtschaftliche Nutzflächen seit 1992 durch Siedlung und Verkehr verloren gegangen seien. „Es sind sage und schreibe über 800.000 ha, eine Fläche, die der gesamten landwirtschaftlichen Fläche von Rheinland-Pfalz und dem Saarland entspricht", macht der RLV-Präsident deutlich.

„Die Energiewende, die der Bundestag auf den Weg gebracht hat, macht es noch dringender, dass endlich etwas gegen den Flächenverbrauch in Deutschland getan werden muss", so Decker. Es ist seiner Ansicht nach widersinnig, wenn die Landwirte in den nächsten zehn Jahren möglicherweise auf 3 statt bisher auf 2 Mio. ha Bioenergie produzieren müssen, aber im selben Zeitraum weitere 400.000 ha landwirtschaftlicher Flächen durch Baumaßnahmen oder für Naturschutzausgleich verloren gehen.

Auf dem Deutschen Bauerntag in Koblenz hat der Deutsche Bauernverband (DBV) mit den Delegierten, darunter auch RLV-Präsident Decker, die Entschließung „Energiewende fordert und fördert die Land- und Forstwirtschaft" verabschiedet. „Darin wird deutlich, dass sich die deutsche Landwirtschaft der Herausforderung stellt, neben dem Kerngeschäft der Nahrungsmittelerzeugung im Zuge der Energiewende für die Rohstoff- und Energieversorgung Deutschlands mehr Biomasse bereit zu stellen", so Decker. Die zentralen Forderungen des DBV sind dabei ein Flächenschutzprogramm für die Land- und Forstwirtschaft und eine flächenschonende Philosophie bei Eingriffen in Natur und Landschaft und der Naturschutzkompensation. Insgesamt soll die Fläche effizienter genutzt werden. Zudem fordert der RLV-Präsident gemeinsam mit dem DBV, dass eine wirksame Schutzklausel im Landwirtschaftsgesetz geschaffen wird, nach der Siedlungs- und Verkehrsprojekte nur noch durch Entsiegelung von Flächen an anderer Stelle oder flächenneutrale Maßnahmen ausgeglichen werden dürfen. (rlv)
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