10.07.2009 | 00:00:00 | ID: 1215 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarpolitik

Aigner: "Bergbauernpolitik ist Gesellschaftspolitik!"

Berlin (agrar-PR) - Internationale Konferenz zur Zukunft der Berglandwirtschaft in Bayern
"Die Berglandwirtschaft hat in Europa hohen gesellschaftlichen Nutzen", sagte Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, heute auf der Internationalen Konferenz "Die Zukunft der Berglandwirtschaft geht uns alle an" in Krün, Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Auf der Konferenz wurde am 9. und 10. Juli gemeinsam mit Politikern, Bergbauern, Wissenschaftlern und Vertretern der Wirtschaft über die Schaffung von Rahmenbedingungen für die Sicherung der Berglandwirtschaft intensiv diskutiert.

Die Teilnehmer der Konferenz waren sich darüber einig, dass in kaum einer anderen Region die positiven öffentlichen Leistungen der Landwirtschaft so offensichtlich seien wie in Bergregionen. Berglandwirte erzeugten hochwertige Nahrungsmittel unter extremen Bedingungen in einer einzigartigen Landschaft. Die höheren Produktionskosten könnten über den Markt aber nicht ausgeglichen werden. Die Bergregion biete darüber hinaus Tieren Rückzugsräume, sorge für die Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft und fördere damit auch den Tourismus. Sie trage zu dem maßgeblichen Schutz des Bodens vor Erosionen, Lawinen und Überschwemmungen bei. "Das ist ein Thema, das gerade angesichts des Klimawandels immer bedeutsamer werde", sagte die Bundeslandwirtschaftsministerin.

"Die Politik will und wird die Bergbetriebe auch zukünftig unterstützen", so Aigner weiter. "Die Beihilfen für die Berglandwirtschaft sind auch in Zukunft sicher; vor allem die Direktzahlungen der ersten Säule der Agrarpolitik sowie die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete und die Agrarumweltmaßnahmen in der zweiten Säule". Es gehe nicht um Einkommensstützung, sondern um die Vergütung für gesellschaftlich eingeforderte Leistungen.

Die Ministerin werde sich dafür einsetzen, dass im Rahmen der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik ab 2014 der Einsatz und die Leistungen der Landwirte in diesen landwirtschaftlich wertvollen Regionen noch stärker Berücksichtigung finden. "Wir brauchen in der zweiten Säule eine spezielle Unterstützung besonders benachteiligter Gebiete wie der Alpenregion", betonte sie.

Die Gestaltung unserer gemeinsamen Agrarpolitik gerade in Bergregionen und anderen benachteiligten Gebieten sollte zukünftig über die Grenzen hinweg zusammenhängende Regionen berücksichtigen. "Überwinden wir die Grenzen auch in unseren Köpfen", forderte Aigner.

Die Konferenz machte auch deutlich, dass die Leistungskraft der öffentlichen Hände angesichts der gesamtwirtschaftlichen Lage nicht alle Fragen lösen könne. Mitentscheidend sei der Verbraucher. Er müsse bereit sein, für die Berglandwirte auskömmliche Produktpreise zu zahlen. Hierfür seien geschickte Vermarktungskonzeptionen und innovative Produkte erforderlich. Initiativen von Berglandwirten und Vertretern der Kommunen dieser Regionen seien mehr als je zuvor gefragt. Eigene ökonomische Konzepte müssten fortgeschrieben und neue entwickelt werden. Auf der Fischbachalm konnten sich die Teilnehmer während einer Exkursion am praktischen Beispiel von beispielhaften Initiativen vor Ort überzeugen.

An der Konferenz nahmen neben Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner unter anderen auch teil:

Marianne Fischer Boel, Kommissarin der Europäischen Union für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung,

Dr. Milan Pogačnik, Minister für Landwirtschaft der Republik Slowenien,

Dr. Dr. Reinhard Mang, Generalsekretär im Bundesministerium für Land und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft der Republik Österreich,

Helmut Brunner, Bayerischer Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten,

Peter Hauk, Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Baden-Württemberg,

Hans Berger, Landesrat für Landwirtschaft, Tourismus, Grundbuch, Grund- und Gebäudekataster in Italien sowie

Manfred Bötsch, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft in der Schweiz.
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