23.06.2022 | 20:39:00 | ID: 33420 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarpolitik

Auch neue Gentechnik braucht Regulierung

Berlin (agrar-PR) - Abseits der öffentlichen Wahrnehmung stellt die EU-Kommission aktuell Weichen zur Deregulierung von neuer Gentechnik. Die EU-Kommission scheint das Ziel zu verfolgen, neue Gentechnikverfahren von der bestehenden Regulierung nach EU-Gentechnikrecht auszunehmen. Ein europaweites Bündnis von Verbänden hat die Online-Petition "Nicht hinter unserem Rücken - Kein Freifahrtschein für neue Gentechnik in unserem Essen" gestartet und fordert dazu auf, die Wahlfreiheit der Verbraucher*innen für gentechnikfreies Essen zu erhalten.

Die grünen Bundestagsabgeordneten Karl Bär, Obmann im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft und Harald Ebner, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, unterstützen die Forderung der Verbände, neue Gentechnik entsprechend dem EU-Vorsorgeprinzip weiterhin einer Risikoprüfung und -bewertung zu unterziehen. Rückverfolgbarkeit sowie Nachweisverfahren müssen Zulassungsvoraussetzungen für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) bleiben.

Karl Bär: "Die Gentechnik konnte keines ihrer Versprechen einlösen, hat aber viele neue Probleme gebracht: Mehr Pestizide, mehr Naturzerstörung, mehr Abhängigkeit kleiner Erzeuger*innen von großen Konzernen - und weniger Transparenz für Verbraucher*innen. So ist es auch bei der "Neuen Gentechnik", die aufgrund des Lobbydrucks jetzt nicht mehr wie Gentechnik behandelt werden soll. Das wäre komplett gegen den Willen der Verbraucher*innen: Aus guten Gründen wollen über 80% wissen, ob Gentechnik in ihrem Essen ist oder nicht. In einer Demokratie muss der Wille der Mehrheit mehr zählen als die Gewinninteressen von Konzernen: Gentechnik bleibt Gentechnik, also muss sie auch als solche erkennbar bleiben."

Harald Ebner: "Das EU-Vorsorgeprinzip darf nicht wanken! Nur mit ihm bleibt sichergestellt, dass negative Auswirkungen von gentechnisch veränderten Organismen auf Natur, Mensch oder Tier wissenschaftlich überprüft werden, bevor sie in unserer Umwelt unumkehrbar sind. Jede Freisetzung birgt Risiken für die biologische Vielfalt und intakte Ökosysteme. Gentechnik ist in Europa zu Recht strikt reguliert, das muss auch für Neue Gentechnik so gelten und so bleiben. Um unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu sichern und die massiv fortschreitende Arten- und Klimakrise zu bekämpfen, bietet Agro-Gentechnik keine Lösung. Die eine Wunderpflanze, die gleichzeitig mit Stressfaktoren wie Hitze, Dürre und Frost umgehen kann, wird es mit Gentechnik nicht geben. Stattdessen brauchen wir endlich eine naturverträgliche Landwirtschaft, die auskömmlich ist und mehr Forschung im Bereich der gentechnikfreien Züchtung."

Pressekontakt
Anja Theby
Pressereferentin
Harald Ebner
Mitglied des Deutschen Bundestages
Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz

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11011 Berlin
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Email: harald.ebner.ma11@bundestag.de

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