01.11.2021 | 08:15:00 | ID: 31363 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarpolitik

Backhaus bedauert Aus des Kutter- und Küstenfischerverbandes

Stralsund (agrar-PR) -

Der Landesverband der Kutter-und Küstenfischer Mecklen­burg-Vorpommern hat auf seiner heutigen außerordent­lichen Mitgliederversammlung die Auflösung des Verbandes beschlossen. Dazu äußert sich Fischereiminister Dr. Till Backhaus wie folgt: 

„Mit großem Bedauern habe ich die Entscheidung des Verbandes zur Kenntnis genommen. Sie war abzusehen, aber das macht sie nicht weniger dramatisch. Die Situation der Fischerei ist seit vielen Jahren prekär – das habe ich immer wieder betont. Gemeinsam mit der Branche haben wir deshalb immer wieder nach Lösungen gesucht und alle möglichen Wege genutzt, um den Fischern des Landes eine Perspektive zu sichern. So werden die rechtlichen Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung einer zeit­weiligen oder endgültigen Stilllegung von Fischerei­fahrzeugen ausgeschöpft. Damit wird älteren Fischern ein sozialverträglicher Ausstieg ermöglicht und es werden an die Fahrzeuge gebundene Quoten freigesetzt, die zumindest den jüngeren Fischern eine berufliche Zukunft bieten können, wenn nicht unmittelbar 2022, dann auch in späteren Jahren, wenn sich die Bestände erholt haben. Vor diesem Hintergrund kann ich den Vorwurf, dass Land habe die Branche allein gelassen nicht nachvollziehen.“ 

Der Landesverband war immer ein zuverlässiger Partner, um gemeinsam strukturelle Maßnahmen für die Küstenfischerei des Landes anzugehen, betonte Backhaus. „Leider haben die Bundesländer auf die EU-Quotierungen nur bedingt Einfluss. Und diese haben der Branche letztlich das Genick gebrochen. Die Fangbeschränkungen der Hauptfischarten Hering und Dorsch in der westlichen Ostsee, die im Prinzip einem Fangverbot für beide Arten gleichkommen, betreffen hierzulande ca. 100 der 204 verbliebenen Haupterwerbsfischern. Ihnen wird jedwede Wirt­schafts­basis entzogen“, sagte er weiter. 

Um die wirtschaftliche Basis für die Fischerei ein wenig zu verbessern, hat Deutschland schon 2021 eine Vereinbarung mit Dänemark geschlossen zur Übernahme von 400 Tonnen Schollenquote. Im Gegenzug dürfen dänische Fahrzeuge nicht-quotierte Plattfische wie Flundern und Klieschen anlanden, was bisher nicht zulässig war. Diese Vereinbarung soll zunächst für 2022 fortgesetzt, zugleich aber evaluiert werden hinsichtlich der Effekte. „Dies kann die massiven Einbrüche bei Dorsch und Hering nicht annähernd ausgleichen, hilft aber einigen Betrieben zumindest etwas“, schätzte Dr. Backhaus ein. „Andere Ressourcen stehen auch nicht zur Verfügung, der Plattfischfang ist sozusagen die letzte Bastion.“ 

Weitere Maßnahmen, die der Fischerei helfen können, werden demnächst im Rahmen eines schon 2019 gestarteten Runden Tisches „Zukunft der Ostseefischerei“ zwischen dem Bund, den Ländern und Vertretern der betroffenen Branche und Regionen intensiv erörtert. Es sollen sämtliche Möglichkeiten einer direkten Unterstützung für Fischereibetriebe, die nach EU-Wettbewerbsrecht bzw. Fördermöglichkeiten zulässig wäre, nutzbar gemacht werden. 

Hierzu gehören Vorhaben der Investition in die Verarbeitung von Fischereierzeugnissen und ihre Direktvermarktung, in marine Aquakultur sowie andere Diversifizierungen, die bis zu 80 Prozent gefördert werden sollen. 

Darüber hinaus geht es um Maßnahmen zur Unterstützung der innerhalb der Fischerei noch aktiven oder ggf. zu schaffenden Organisationsformen. Deshalb unterstütze er auch den Gedanken, eine einheitliche Erzeugerorganisation als Interessenvertretung der verbliebenen Fischer zu nutzen, sagte Backhaus. „Es gibt eine ganze Reihe hervorragender Persönlichkeiten unter den Küstenfischern, von denen ich einige auch persönlich kenne, und die das Zeug dazu haben, etwas Neues auf die Beine zu stellen. Auch wenn es derzeit extrem schwer ist, kann eine solche Krise auch ein neuer Anfangspunkt sein – und solche Initiativen werde ich wie in der Vergangenheit nach besten Kräften gerne begleiten und wo immer es geht unterstützen.“

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