17.05.2022 | 14:33:00 | ID: 33142 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarpolitik

Martin Häusling MdEP: Klares Votum des Umweltausschusses: Holz nicht verbrennen, sondern nachhaltig nutzen!

Brüssel (agrar-PR) - Gestern Nacht hat der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments über seine Stellungnahme zur Erneuerbaren Energien-Richtlinie (‚RED III‘) abgestimmt. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand dabei die Frage, ob die Holzverbrennung zur Strom- und Wärmeerzeugung als erneuerbare Energieerzeugung gelten und entsprechend gefördert werden soll. Martin Häusling war der verantwortliche Grüne für die Verhandlungen im Umwelt- und Gesundheitsausschuss. Er kommentiert:
„Die Verbrennung von Bäumen zur Strom- oder Wärmeerzeugung zählt nicht zur Erzeugung erneuerbarer Energie. So das klare Votum des Umwelt- und Gesundheitsausschusses des Europäischen Parlaments. Das bedeutet, dass EU-Mitgliedsstaaten, die Holz zur Erzeugung ihrer Energie nutzen, dieses nicht als ‚Erneuerbare‘ in ihrem Energiemix verbuchen können und auch keine Fördergelder dafür bekommen.

Natürlich ist es jedem Land und jedem Haushalt unbenommen, weiter auf Holz als Energieträger zu setzen. Doch die moralische und ökologische Legitimation, dass die energetische Nutzung von Holz ‚nachhaltig‘ sei, entfällt nach Position des Umweltausschusses.

Holz sei eine nachwachsende Ressource, so das Mantra der Holzindustrie. Aber was nachwächst – durch Wiederaufforstung – ist meistens eben nicht so arten-, biodiversitäts- und kohlenstoffreich wie das, was an Holz geschlagen wurde. Zudem ist ein Großteil der Holznutzung in Europa nicht nachhaltig. Der Bericht des JRC zu Waldbiomasse zeigt u.a. auf, dass in der EU in den letzten zwei Jahrzehnten die Verwendung von Holzbiomasse um ca. 20 Prozent zugenommen hat - mit dramatischen Folgen fürs Klima und die Biodiversität. Bei der Holzverbrennung wird Kohlendioxid (CO2) frei – sogar noch mehr pro Energieeinheit als beim Verbrennen fossiler Energieträger.

Will die EU ihr Ziel der Kohlenstoffneutralität bis 2050 erreichen, so muss sie das Verbrennen von Holz- und fossilen Energien schnellstens sein lassen - und die Wälder als Kohlenstoffsenken stärker in den Blick nehmen. Statt Holz zu verbrennen, sollte dieses wann immer möglich gemäß des Prinzips der Kaskadennutzung für langlebige Produkte verwendet werden.

Die Positionsfindung im EU-Umweltausschuss war alles andere als leicht. Bis zuletzt haben die konservativen Kolleginnen und Kollegen versucht, industrielle Holzverbrennung als nachhaltige Energieerzeugung zu kennzeichnen. Leider ist es ihnen gelungen, Ausnahmen für die energetische Nutzung von Bäumen durchzubekommen. Für Bäume, die zur Feuerprävention geschlagen werden oder die von Krankheiten und Schädlingen befallen sind, sollen die Regeln so nicht gelten. Auch sollen Anlagen, die weniger als 7,5 MW Leistung haben, von den neuen Vorgaben ausgenommen bleiben. Jetzt müssen wir alles daransetzen, dass wir bei der Plenarabstimmung zur Erneuerbaren Richtlinie im September keine Rückschritte machen.“

Weitere Infos:
- Positionspapier Martin Häusling Waldnutzung https://www.martin-haeusling.eu/images/200925_Hintergrundpapier_Waldnutzung_Martin_H%
C3%A4usling.pdf

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