05.11.2009 | 00:00:00 | ID: 3495 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarpolitik

Ökologischen Landbau weiter stärken

Berlin (agrar-PR) - DBV-Präsidium verabschiedet Grundsatzpapier zum ökologischen Landbau
Damit die ökologische Landwirtschaft in Deutschland weiter wachsen kann, muss sie nachhaltig im Wettbewerb gestärkt werden. Diese Forderung richtete das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV), das sich im Rahmen seiner Sitzung am 3. November 2009 in Berlin mit der ökologischen Landwirtschaft beschäftigt hat, an die neue Bundesregierung. In einem Grundsatzpapier zur Interessensvertretung für den Ökologischen Landbau in Deutschland haben die Präsidenten und Hauptgeschäftsführer der 18 Landesbauernverbände die Notwendigkeit einer starken „Ökosparte“ im DBV deutlich gemacht und wichtige Aufgaben, Ziele, Forderungen und Herausforderungen für den Ökobereich formuliert.  

Konkret fordert das DBV-Präsidium, dass der Ökologische Landbau auch über 2013 hinaus langfristig verlässlich und bundesweit möglichst harmonisiert gefördert wird. Dies sei im Rahmen der Agrarumweltprogramme zur Honorierung der erbrachten Umweltleistungen sowie zur Vermeidung von Wettbewerbsnachteilen der heimischen Bioerzeuger gegenüber ausländischen Wettbewerbern unbedingt erforderlich. Der DBV spricht sich zudem für die deutliche Intensivierung der praxisbezogenen Forschung im Bereich ökologische Erzeugung und die Förderung eines raschen Wissenstransfers in die landwirtschaftliche Praxis aus. Für landwirtschaftliche Betriebe müsse ferner eine gültige Bio-Zertifizierung ebenso wie die Teilnahme an Qualitätssicherungssystemen (zum Beispiel QS) als Nachweis für die Einhaltung von Cross Compliance ausreichend sein. Außerdem sei zur Minimierung des Flächenverbrauchs durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen der ökologische Landbau wie andere Agrarumweltmaßnahmen als eine Form geeigneter produktionsintegrierter Ausgleichsmaßnahmen anzuerkennen.  

In seinem Grundsatzpapier spricht sich der DBV zudem für eine zeitnahe Überarbeitung der in der EU-Öko-Verordnung verankerten Regelung zur Herkunftskennzeichnung für Biolebensmittel aus. Die Verbraucher sollten erfahren, wo die landwirtschaftlichen Rohstoffe tatsächlich erzeugt wurden und nicht nur auf eine Herkunft von innerhalb bzw. außerhalb der EU hingewiesen werden. Die verpflichtende Kennzeichnung müsse auch auf Drittlandsimporte ausgedehnt werden. Schließlich finanziere der Verbraucher über einen höheren Produktpreis besondere ökologische Leistungen, die sich vorrangig in der Erzeugungsregion auswirken. Bei zusammengesetzten verarbeiteten Produkten seien praktikable und sinnvolle Regelungen zu treffen, beispielsweise auf Basis eines 80-Prozent-Schwellenwertes.  
 
Weiter ist im Grundsatzpapier die Aufforderung zu lesen, das bekannte und etablierte deutsche Biosiegel der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft langfristig als Marketinginstrument zu erhalten, auch wenn ab Juli 2010 alle Biolebensmittel mit einem neuen EU-weiten Ökozeichen gekennzeichnet werden müssen. Durch eine Koppelung an hierzulande übliche Standards und eine überwiegend heimische Herkunft der landwirtschaftlichen Zutaten könnte auch das deutsche Biosiegel zu einem wirksamen Instrument weiter entwickelt werden, um die Wettbewerbsposition der heimischen Erzeuger im zunehmend anonymen, hart umkämpften Biomarkt zu stärken.

Das Grundsatzpapier finden Sie hier (Dokument zum Download).
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