26.01.2022 | 11:37:00 | ID: 32167 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarpolitik

Regionale Qualitätsprodukte erkennbar machen: Minister Vogel setzt mit Partnern neue Zeichen für Brandenburgs Landwirtschaft

Potsdam (agrar-PR) - Das Landwirtschaftsministerium hat zwei neue Qualitätszeichen für brandenburgische Agrarprodukte eingeführt. „Allen Verbraucherinnen und Verbrauchern, die gezielt nach Milch, Joghurt und Käse, Getreide, Gemüse und Obst, Fleisch und verarbeiteten Lebensmitteln guter Qualität aus Brandenburg suchen, wollen wir eine bessere Orientierung bieten“, sagte Agrarminister Axel Vogel, der die beiden Zeichen heute auf einer Pressekonferenz in Potsdam vorstellte, statt – wie geplant – auf der Bühne in der Brandenburg-Halle auf der Internationalen Grünen Woche, die pandemiebedingt abgesagt wurde. „Mit den beiden Siegeln ‘Gesicherte Qualität Brandenburg‘ und ‘bio Brandenburg. Gesicherte Qualität‘ machen wir gute Erzeugnisse aus der Mark erkennbar. Landwirtschaftsbetriebe und das Ernährungshandwerk können diese Qualitätszeichen nutzen, um ihre Produkte sichtbarer zu platzieren und damit die steigende Nachfrage nach guten regionalen Lebensmitteln besser zu stillen.“
Die Nachfrage nach regionalen sowie regionalen ökologischen Produkten ist in den vergangenen Jahren und nochmals vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie angewachsen. Das birgt ein großes Potenzial für Brandenburger Unternehmen der Land- und Ernährungswirtschaft, die Wertschöpfung im Land zu erhöhen. Mit 6 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten in gut 3 Millionen Haushalten sowie über 10.000 gastronomischen Einrichtungen in Berlin und Brandenburg hat die märkische Land- und Ernährungswirtschaft einen großen Absatzmarkt direkt vor der Tür. Damit Verbraucherinnen und Verbraucher qualitativ hochwertige Erzeugnisse mit einer nachvollziehbaren regionalen Herkunft besser erkennen können, wird nun das auch im Koalitionsvertrag vereinbarte EU-notifizierte Qualitätssiegel für regionale Produkte eingeführt.

Agrarminister Axel Vogel: „Mit dem Label ‘Gesicherte Qualität Brandenburg‘ gekennzeichnete und mit dem Zeichen ‘bio Brandenburg. Gesicherte Qualität‘ ausgezeichnete ökologische Erzeugnisse wurden nach besonderen produktspezifischen und über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehenden Kriterien hergestellt und verarbeitet. Mit kurzen Wegen zu Verbraucherinnen und Verbrauchern beziehungsweise in die Gemeinschaftsverpflegung in Berlin und Brandenburg haben diese Lebensmittel auch eine bessere Klimabilanz und tragen dazu bei, das Einkommen regionaler Landwirte und Ernährungshandwerker und damit auch die Brandenburger Kulturlandschaft zu sichern. Jetzt sind die Erzeuger und Verarbeiter am Zug: Nutzen Sie die Qualitätszeichen und bringen Sie Ihre Produkte so besser an die Interessenten.“

Die beiden Brandenburger Qualitätszeichen basieren auf den Qualitätsprogrammen von Baden-Württemberg und sind beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet und damit geschützt. Die Brandenburger Landesregierung beabsichtigt, die Qualitätszeichen bei Ausschreibungen in der Gemeinschaftsverpflegung als Auswahlkriterium heranzuziehen und in die Ernährungsstrategie des Landes aufzunehmen. Der Berliner Senat will im Rahmen der Berliner Ernährungsstrategie das Biozeichen bei Ausschreibungen berücksichtigen.

Kriterien für die Vergabe des Zeichens „bio Brandenburg. Gesicherte Qualität“ sind beispielsweise:
- Betriebe wirtschaften zu 100 Prozent ökologisch
- strengere Vorgaben zum Tierbesatz – gemessen an einem geringeren Stickstoffeintrag
- Wiederkäuer werden ausreichend mit Grünfutter und nicht ganzjährig mit Silage gefüttert
- Tiere dürfen höchstens 4 Stunden bis zum Schlachthof transportiert werden.

Kriterien für die Vergabe des Zeichens „Gesicherte Qualität Brandenburg“ sind beispielsweise:
- Herstellung laut Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“
- keine Fütterung mit Fischmehl, keine Klärschlammdüngung
- bevorzugter Einsatz von Nützlinge-schonenden Pflanzenschutzmitteln
- Tiere dürfen höchstens vier Stunden bis zum Schlachthof transportiert werden.

Das Agrar-Umweltministerium hat für die Vergabe der Qualitätszeichen an Betriebe zwei Lizenznehmer gewonnen: die pro agro GmbH für konventionelle und Bio-Erzeugnisse sowie die FÖL, Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau e.V., für Bio-Produkte.

Kai Rückewold, Geschäftsführer von pro agro: „Die Einführung der EU-notifizierten Qualitätsprogramme in Brandenburg markiert einen bedeutenden Schritt nach vorne, um die Begriffe Produktqualität und regionale Herkunft eng miteinander zu verknüpfen. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten in Zukunft mit diesen Qualitätszeichen die transparente Garantie, dass das Produkt echt, authentisch und geprüft aus Brandenburg kommt. Und zwar in der gesamten Lieferkette vom Hof bis ins Regal.“

Für Gerald Köhler, stellvertretender Geschäftsführer der FÖL ist das Bio-Zeichen Brandenburg v.a. ein wichtiger Meilenstein für den Aufbau einer regionalen Versorgungsstruktur in der Gemeinschaftsverpflegung: „Berlin bekennt sich ja klar für Bio aus Brandenburg, kann in den öffentlichen Ausschreibungen wegen des Diskriminierungsverbots der EU aber nur Bio, jedoch nicht dessen Herkunft adressieren. Neue Vorverarbeitungsstrukturen für die Belieferung der großen Nachfrage in der Hauptstadtregion werden aber nur entstehen, wenn man sich mit dem Kriterium der regionalen Herkunft gegen überregionale Anbieter absetzen und damit behaupten kann. Das neue Qualitätsprogramm ist daher auch ein wichtiger Baustein für die strukturelle Verbesserung der Wertschöpfung im Rahmen des Ökoaktionsplanes Brandenburg.“

Die Landwirtschafts- und Ernährungsbranche unterstützt die Einführung eines regionalen Qualitätszeichens. Die Eberswalder Wurst & Fleisch Gmbh sowie Lobetaler Bio – Hoffnungstaler Werkstätten sind zwei der ersten Betriebe, die das Qualitätszeichen erwerben wollen.

Reinhard Manger, Betriebsleiter Lobetaler Bio-Molkerei: „Über das Brandenburger Regionalzeichen können wir am Markt unsere Werte und unser nachhaltiges Handeln noch besser transparent machen. Seit unserer Gründung 2010 sind wir regional aktiv. Unsere Milch beziehen wir zu 100 Prozent aus Brandenburg. Unsere Fruchtzubereitung stammt aus Werneuchen. Unsere Kartonagen werden in Eberswalde hergestellt. Wir sind in der Belieferung der Berliner Gemeinschaftsverpflegung, aber auch im Einzelhandel bereits gut aufgestellt und hoffen, über das neue Regionalsiegel unseren regionalen Standortvorteil in Berlin und Brandenburg sichern und weiter ausbauen zu können.“

Neben der Öffentlichkeitsarbeit zur Einführung der neuen Qualitätszeichen – unter anderem zwei animierte Kurz-Erklärfilme und ein Online-Angebot, wird das Agrar- und Umweltministerium Fachgespräche mit Multiplikatoren der Branche durchführen, darunter mit den Lizenznehmern, dem Gartenbauverband, dem Handel, der Gemeinschaftsverpflegung, Verbraucherinitiativen und Zertifizierungsstellen. Es werden Kontrollstellen zur Einhaltung der Qualitätszeichenkriterien zugelassen sowie ein Brandenburger Qualitätsbeirat und ein Öko-Beirat aufgebaut.

Sebastian Kühn, Sprecher des Familienunternehmens Eberswalder Wurst & Fleisch: „Regionalität und Qualität – nie war ein Begriffspaar so wichtig wie heute, um eine gute Zukunft für nachhaltige Wurst- und Fleischprodukte zu beschreiben. In diesem Sinne begrüßen wir die Initiative der Landesregierung, mit den staatlich kontrollierten Qualitätszeichen die Bemühungen unserer Branche zu unterstützen, bestehende Regionalpotenziale in der Hauptstadtregion in relevante und echte Marktanteile zu verwandeln.“

Weitere Informationen:
https://mluk.brandenburg.de/mluk/de/ueber-uns/oeffentlichkeitsarbeit/internationale-gruene-woche/qualitaetsprogramm-mit-herkunftsbezug/

Erklärfilm Bio:
https://vimeo.com/670115749

Brandenburger Qualitätszeichen:
https://mluk.brandenburg.de/mluk/de/landwirtschaft/agrarmaerkte-ernaehrung/brandenburger-qualitaetszeichen/
Brandenburger Bio-Zeichen:
https://mluk.brandenburg.de/mluk/de/landwirtschaft/agrarmaerkte-ernaehrung/brandenburger-bio-zeichen/
Pressekontakt
Frau Dr. Dagmar Schott
Telefon: 0331 / 8667016
Fax: 0331/ 8668358
E-Mail: pressestelle@mluk.brandenburg.de
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Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz
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