15.06.2022 | 10:15:00 | ID: 33336 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarpolitik

Ukraine-Krieg und globale Lebensmittelversorgung: Auswirkungen und agrarpolitische Handlungsoptionen

Brüssel (agrar-PR) - Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament und Mitglied im Umweltausschuss und Sarah Wiener, Mitglied im Agrar- und Umweltausschuss stellen heute die von Ihnen in Auftrag gegebene Studie zum Ukraine-Krieg und der globalen Lebensmittelversorgung vor:
Die Studie wurde erstellt von Prof. Dr. Sebastian Lakner, Professor für Agrarökonomie an der Universität Rostock, zusammen mit Dr. Wilhelm Klümper und Kristina Mensah.

Martin Häusling: „Während in der EU aufgrund eines hohen Selbstversorgungsgrades keine Gefährdung der Versorgung vorliegt, sind vor allem importabhängige Länder im Nahen Osten, Afrika und Asien vom Ausfall von Getreide- und Ölsaaten-Lieferungen betroffen. Die Studie beschreibt die Wirkungen fehlender Exporte aus der Ukraine und diskutiert mögliche politische kurz- und mittelfristige Handlungsoptionen der EU und Deutschland. Ein für mich wichtiger Punkt ist dabei die Hinterfragung der Verwendung von Getreide und Ölsaaten für Biokraftstoffe. Schon seit langem steht fest, dass dies noch nicht einmal dem Klima hilft, aktuell aber müssen wir uns definitiv fragen, ob es moralisch verantwortbar ist, lebensmittelfähige Produkte in den Tank zu werfen, während woanders Nahrung fehlt.“

Sarah Wiener: „Die Studie arbeitet wichtige und praktische Handlungsmaßnahmen heraus. Dazu zählt neben Verbesserungen in der Getreidelogistik auch die Offenhaltung der Märkte sowie höhere finanzielle Zuwendungen an Entwicklungshilfeorganisationen. Durch den Ukraine-Krieg wird noch einmal deutlicher, dass die teils politisch gesteuerte Abhängigkeit einiger Länder im Nahen Osten und in Nordafrika eine fatale Krisenanfälligkeit mit sich bringt. Das zu beenden, muss unsere oberste Priorität sein. Vor allem angesichts der 800 Millionen, die jetzt schon an Hunger leiden. Standortangepasste, regionale Sorten und kleinstrukturierte Landwirtschaft schaffen resiliente Systeme. Das gilt auch innerhalb der EU: Jetzt Brachen zu beackern, bringt nur marginale Produktionssteigerungen, aber umso größere Schäden für Biodiversität und Artenvielfalt. Wenn wir zukünftige Krisenszenarien überstehen wollen, müssen wir unsere Nachhaltigkeitsziele einhalten. Nur das bringt uns von der Lebensmitteleffizienz in die Lebensmittelstabilität."

Die Studie wird heute um 16 Uhr vorgestellt und danach online verfügbar sein. Zur Anmeldung gelangen Sie hier.

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Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament
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