18.11.2013 | 14:15:00 | ID: 16449 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarwirtschaft

„Agrar“ bedeutet nicht gleich „Land“!

Stuttgart (agrar-PR) -

Urbane Landwirtschaft, Aquaponik und Skyfarming sind nur drei der Schlagworte, die versprechen, die weltweite Landwirtschaft zu revolutionieren. Die Gründe dafür sind vielfältig: Neben der Herausforderung eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, gibt es in Städten wie Berlin immer mehr Brachflächen, die ungenutzt sind und die Qualität der Wohngegend verschlechtern.

CC BY-SA© Except


Eine Farm mitten in London – Die Hackney City Farm

Wie urbane Landwirtschaft aussehen kann, kann man gut in einem Videobericht von Expedia sehen, der sich der Hackney City Farm in London widmet. Mitten in der Metropole gibt es einen Bauernhof, der Vieh- und Landwirtschaft betreibt. Zugegebenermaßen ist die Farm mit konventioneller Landwirtschaft nicht vergleichbar.

Kinder können hier sehen, wie Tiere gehalten werden und wo das Essen herkommt. Und es bringt das Land den Menschen wieder näher.“ beschreibt Chris Pounds von der Hackney City Farm das Konzept, dass auch Workshops und ein Café beinhaltet.

                            
 


Besucher Ian Gittins stimmt ihm zu: „Mitten in der Stadt gibt es ja normalerweise keine Schafe, Esel und Gänse, darum ist das hier eine tolle Möglichkeit, die Tierwelt zu entdecken. Ich finde toll, dass sich die Tiere hier frei bewegen können, da sie zum größten Teil nicht in Käfigen gehalten werden.“ und nutzt die Gelegenheit, seinem 18 Monate altem Sohn das Landleben zu vermitteln, gerne.

Dass es in London ein Netz von bis zu sieben Farmen gibt, die bereits seit über dreißig Jahren besteht, zeigt allerdings, dass die Idee nicht neu ist. Dennoch entwickelt sich urbane Landwirtschaft immer mehr zum Trend.

Aquaponik – Zwei unterschiedliche Kreisläufe miteinander verbinden

Aquaponik-Anlage der NPO Green Powers in Milwaukee. CC BY-SA© Ryan Griffis

Fischzucht gilt bis jetzt als für europäische Landwirte nur mäßig lukrativ, da Fisch derzeit durch Fischfang günstig in die Supermärkte gelangt. Durch die Überfischung der Weltmeere und immer schärfere Fangquoten ist es jedoch fragwürdig, dass dieses Preisniveau noch lange gehalten werden kann. Deswegen wird Indoor-Fishing zunehmend beliebter. Ein großes Problem aller Fischfarmen ist jedoch die starke Belastung des Gewässers.

Abhilfe verspricht Aquaponik
:

Hier wird das Abwasser der Fische genutzt, um die Pflanzen zu düngen. Sie entziehen ihm Kohlenstoffdioxid und Nitrate und produzieren Sauerstoff. Dieses Prinzip ist länger bekannt, wird jedoch noch selten angewendet. Die Methode innerhalb eines Gewächshauses zu nutzen, spart jedoch zusätzlich Strom und Heizung.

Einen weiteren Schritt geht das Start-up Efficient City Farming aus Berlin:

Efficient City Farming Es bietet zwei vollständig geschlossene Kreisläufe, sodass das System problemlos auf Dächern installiert werden kann. Das Unternehmen vermarktet das Konzept als „Lifestyle-Produkt“ und will auch Supermärkte erreichen.

Der Vorteil für sie wäre: Ihre Kunden würden nicht nur frischen Fisch, sondern auch Gemüse erhalten. Da eine Tomate im Durchschnitt vier Wochen unterwegs ist, bevor sie beim Kunden ankommt, könnte die Qualität erheblich verbessert werden.

Probleme bestehen jedoch derzeit zum einen in der mangelhaften Kommunikation zwischen Landwirten und Fischern, zum anderen ist der Preis für solche Komplettsysteme derzeit noch sehr hoch. Allerdings steigt die Anzahl der Gewächshäuser in Deutschland durch Biogasanlagen, sodass der mögliche Absatzmarkt weiter zunimmt.

Vertikale Landwirtschaft oder Skyfarming in Metropolen

Farm in Ohio City, CC BY ©: Horticulture Group

Die vertikale Landwirtschaft gilt als eine Zukunftstechnologie, die das Hungerproblem lösen könnte. Dabei wird in sogenannten „Farmscrapers“ auf verschiedenen Etagen Obst, Gemüse und/oder Getreide angebaut.

Die einzelnen Stockwerke sind miteinander verbunden, sodass auch hier ein Kreislauf möglich ist, der Nährstoffproduktion und –verbrauch im Gleichgewicht halten kann.

Derzeit ist der Verbrauch an Energie durch künstliche Lichteinstrahlung und Wärme jedoch noch hoch. Zugleich entsteht durch die räumliche Nähe zum Konsumenten ein energetischer Vorteil, der Wasserkreislauf ist geschlossen und Biogasanlagen könnten den Energieverbrauch teilweise kompensieren.

 


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Copyright der Bilder: Farm in Ohio City, CC BY ©: Horticulture Group / Aquaponik-Anlage der NPO Green Powers in Milwaukee. CC BY-SA© Ryan Griffis / CC BY-SA© Except

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Farm in Ohio City
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Farm in Ohio City, CC BY ©: Horticulture Group
Aquaponik-Anlage der NPO Green Powers in Milwaukee
Aquaponik-Anlage der NPO Green Powers in Milwaukee
Aquaponik-Anlage der NPO Green Powers in Milwaukee. CC BY-SA© Ryan Griffis
Skyfarming
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