01.08.2019 | 22:35:00 | ID: 27667 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarwirtschaft

20 Prozent Rückgang der Winterrapsfläche - Witterungseinflüsse pausen sich auf die Ertragserwartung durch

Kamenz (agrar-PR) - In Rheinland-Pfalz wird in diesem Jahr voraussichtlich weniger Getreide geerntet. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wird die Erntemenge insgesamt um 3,2 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2018 liegen.
In Rheinland-Pfalz wird in diesem Jahr voraussichtlich weniger Getreide geerntet. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wird die Erntemenge insgesamt um 3,2 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2018 liegen. Ein Grund ist die Witterung, die sich auch auf die Anbaufläche auswirkt: beim Winterraps sank sie wegen der Trockenheit zum Zeitpunkt der Aussaat um ein Fünftel.

Getreide zur Körnergewinnung wird auf insgesamt 233.100 Hektar angebaut, was einem Anstieg von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Mit knapp 50 Prozent stellt Weizen die dominierende ackerbaulich genutzte Fruchtart dar, die 2019 im Anbauumfang mit 109.000 Hektar annähernd auf Vorjahresniveau liegt.

Die zu erwartende Erntemenge wird auf knapp 750.000 Tonnen geschätzt – bei einem Durchschnittsertrag von knapp 69 Dezitonnen; das entspricht 50 Prozent der voraussichtlichen Gesamtgetreideernte 2019. Somit wird ein Ertragsniveau erwartet, das um vier Prozent unter dem Durchschnittsertrag 2013 bis 2018 liegt.

Die heiß-trockenen Sommermonate 2019 lassen die Landwirte bei allen so genannten Sommerungen eine Reduzierung des Ertragsniveaus erwarten. Den aktuellen Einschätzungen zufolge wäre der Sommerweizen mit einem Ertragsrückgang von knapp zehn Prozent in besonderem Maße betroffen.

Die Anbaufläche für Winterraps liegt mit 36.600 Hektar um gut 20 Prozent niedriger als im Vorjahr (minus 9.200 Hektar). Ein Grund für den deutlichen Rückgang war die Trockenheit im vergangenen Jahr. Zum Zeitpunkt der Aussaat waren die Böden ausgetrocknet, sodass die Landwirte auf eine Aussaat verzichteten bzw. die Bestände lückenhaft aufliefen und später umgebrochen wurden.

Das sich abzeichnende Ertragsniveau von gut 33 Dezitonnen liegt um 12,1 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2018. Aus der Flächenreduktion und dem niedrigen Ertragsniveau resultiert eine in Rheinland-Pfalz zu erwartende Rapserntemenge von 122.000 Tonnen (minus 28 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2018).

Auch die Zuckerrübenanbaufläche (ohne Saatguterzeugung) verzeichnet mit 17.600 Hektar ein Minus von 10,6 Prozent oder 2.100 Hektar. Den skizzierten Rückgängen stehen die Anbauausdehnung von Sommergerste (plus 2.500 Hektar) und von Silo- bzw. Grünmaisanbau (plus 1.500 Hektar) im Vergleich zum Vorjahr gegenüber.

Für die Sommergerste wird eine Gesamterntemenge von 211.300 Tonnen (plus 3 Prozent) erwartet. Die Hülsenfrüchte zur Körnergewinnung, die 2019 auf 6.300 Hektar angebaut werden, verzeichnen im Vorjahresvergleich einen Zuwachs von knapp 17 Prozent (entspricht 900 Hektar). Auch beim Dauergrünland ist im Vorjahresvergleich eine Flächenzunahme um 7.100 Hektar festgestellt worden (plus 3 Prozent).

Insgesamt wird in Rheinland-Pfalz auf rund 400.100 Hektar Ackerbau betrieben. Mit knapp 56 Prozent stellt das Ackerland damit den größten Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche dar. Dauerkulturen, zu denen z.B. Rebflächen und Obstanlagen gehören, beanspruchen zehn Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Bei den übrigen gut 34 Prozent handelt es sich um Dauergrünland.

Die Bodennutzungshaupterhebung findet jährlich als repräsentative Erhebung bei gut 6.000 landwirtschaftlichen Betrieben statt. Sie wurde in den Jahren 2010 und 2016 als Vollerhebung bei allen landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt. Das vorliegende Ergebnis ist noch vorläufig. Erste repräsentative Ernteergebnisse liegen Ende August vor.

Veränderungsraten des Anbauumfangs sind bei manchen hier nicht dargestellten Fruchtarten aufgrund ihrer Höhe und der stichprobenbedingten Schätzfehler nur begrenzt belastbar. Der Ernteschätzung liegen die Angaben von rund 300 ehrenamtlichen Ernteberichterstatterinnen und Ernteberichterstattern zugrunde. Sie übermitteln dem Statistischen Landesamt zu mehreren Terminen im Jahr Schätzungen der Hektarerträge.

Die Ertragsschätzungen zum Berichtstermin erfolgen unter der Annahme, dass die weiteren Witterungsbedingungen denen eines normalen Jahres entsprechen. Die Schätzung der Getreideernte enthält keinen Körnermais.
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Anbau auf Ackerland in RLP 2019
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Quelle: Statistik-rlp
Ackerbau in landwirtschaftlichen Betrieben 2019
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Quelle: statistik-rlp
Landwirtschaftlich genutzte Fläche 2019
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Quelle: statistik-rlp
Voraussichtliche Getreideernte 2019
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Quelle: statistik-rlp


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