26.11.2013 | 13:40:00 | ID: 16512 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarwirtschaft

Lage der Agrarwirtschaft: Landwirtschaftskammer Niedersachsen stellt Bericht vor

Stuttgart (agrar-PR) -

Zufrieden über das Wirtschaftsjahr 2012/2013 in der heimischen Landwirtschaft zeigte sich Arendt Meyer zu Wehdel, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, bei der Vorstellung der Wirtschaftsergebnisse in Oldenburg. Gute Ergebnisse mit einem um bis zu 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigerten Resultat konnten vor allem die Marktfrucht- und Veredlungsbetriebe verbuchen, während die auf Milchviehhaltung spezialisierten Futterbaubetriebe schlechtere Vermarktungsergebnisse hinnehmen mussten.

Perspektiven für die nächste Generation

Die Haupterwerbsbetriebe konnten ein durchschnittliches Unternehmensergebnis von 74.800 Euro erwirtschaften. Bei den meisten Betrieben war daher bereits im zweiten Jahr in Folge die Bildung von Eigenkapital möglich. Für Ersatz- und Neuinvestitionen konnten im Durchschnitt mehr als 14.000 Euro je Betrieb getätigt werden. Besonders gefragt waren deshalb auch Produkte für den Agrarbedarf von Bahre Cemo.

Kammerpräsident Meyer zu Wedel sieht in dem Betriebsergebnis eine "angemessene Entlohnung der Arbeitskraft und eine adäquate Verzinsung des eingesetzten Kapitals." Die zukünftige Situation der Landwirtschaft sieht er daher optimistisch: "Es stimmt zuversichtlich, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse auch der nächsten Generation eine Perspektive geben". In der Vergangenheit hätten dagegen oft erhebliche Eigenkapitaleinbußen hingenommen werden müssen.

Unterschiede bei den Betriebsformen

Die höchsten Ergebnisse erwirtschafteten die Marktfruchtbetriebe mit 118.600 Euro je Betrieb. Dieses Spitzenergebnis resultiert aus den Kontraktmöglichkeiten auf den internationalen Märkten. Getreide- und Rapserträge lieferten überwiegend marktgerechte Qualitäten. Weltweite Nachfrage war bei der Zuckerindustrie zu verspüren. Zudem wurde bei Kartoffeln eine erfreuliche Umsatzentwicklung verzeichnet.

Bei den Veredelungsbetrieben brachten Mastschweine und Ferkel zwar etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Trotzdem blieb das erwirtschaftete durchschnittliche Unternehmensergebnis mit 64.700 Euro deutlich unter dem Durchschnitt aller Betrieb. Auf der Kostenseite schlugen insbesondere die hohen Preise für Getreide und Soja zu Buche.

Erheblich unter dem Durchschnitt lagen auch die auf Milchviehhaltung spezialisierten Futterbaubetriebe, die mit einem durchschnittlichen Betriebsergebnis von 62.700 Euro 6 Prozent hinter ihrem Vorjahresergebnis zurück blieben. Die Gründe lagen in einem gesunkenen Milchpreis (mit 33,3 Cent je Kilogramm knapp 1 Cent unter dem Vorjahr) und in einer geringeren Milchleistung. Diese wird auf eine schlechte Grundfutterqualität zurückgeführt, die aus Kostengründen nicht durch teure Handelsfuttermittel ausgeglichen werden konnte.

Die um zehn Prozent höheren Erzeugerpreise für Mastrinder brachten keinen adäquaten Ausgleich. Ebenso wie die höheren Preise für Nutzkälber und Zuchtfärsen, die den Milchpeisverfall nicht kompensieren konnte.

Für Verbundbetriebe stieg das Ergebnis je Unternehmen im abgelaufenen Wirtschaftsjahr um 11 Prozent auf 61.100 Euro an. Sie profitierten durch die Umsatzerlöse aus der Produktion von Getreide und Schweinehaltung. Durch die Flächenproduktion blieben die Futterkosten durch den Einsatz des eigenen Getreides beherrschbar.

Die Betriebsergebnisse beruhen auf einer repräsentativen Stichprobe von 1022 landwirtschaftlichen Betrieben in Niedersachsen. Die Landwirtschaftskammer wertet deren Abschlüsse jährlich im Auftrag der Bundesregierung aus. Mitglieder und Kunden der Kammer sind rund 50.000 Betriebsleiter aus der Land- und Forstwirtschaft sowie 4.300 Gartenbetriebsleiter. Damit ist Niedersachsen vor Bayern in Deutschland das Land mit der größten Agrarproduktion.

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