18.12.2018 | 21:10:00 | ID: 26755 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarwirtschaft

Landwirtschaftlicher Produktionswert sinkt 2018 auf 53,2 Milliarden Euro

Bonn (agrar-PR) - Der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft wird für 2018 nach Informationen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) auf 53,2 Milliarden Euro geschätzt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 3,6 Milliarden Euro oder 5,5 Prozent. Ein Hauptgrund ist in der langanhaltenden Trockenheit zu sehen.

Minus zehn Prozent bei pflanzlicher Erzeugung

Für den Produktionswert der pflanzlichen Erzeugung wird verglichen mit 2017 mit einem Minus von knapp zehn Prozent gerechnet. Er wird auf 23 Milliarden Euro geschätzt (2017: 26 Mrd. Euro). Erste Prognosen lassen große Mengenverluste bei Getreide (minus 20,5 Prozent), Kartoffeln (minus 23 Prozent) und Futterpflanzen (minus 34 Prozent) erwarten. Ein deutliches Plus zeichnet sich bei Obst mit 913 Millionen Euro ab (2017: 754 Mio. Euro).

Bedingt durch die seit Februar andauernde Trockenheit in Deutschland fiel die Getreideernte im Vergleich zum Vorjahr um 20,5 Prozent geringer aus. Die für das Jahr 2018 ermittelte Getreideernte beträgt knapp 36 Millionen Tonnen (2017: 45 Mio. t). Bei allen Getreidearten sind große Mengeneinbußen zu verzeichnen. Der durchschnittliche Verkaufserlös beläuft sich nach der ersten Schätzung auf 167 Euro pro Tonne und steigt damit erneut (2017: 148 Euro/t). Der geschätzte Gesamtproduktionswert für Getreide beläuft sich auf knapp sechs Milliarden Euro (2017: rund 6,7 Mrd. Euro).

Eine geringe verwendbare Erzeugung von 8,4 Millionen Tonnen bei Futtergerste kann in 2019 zu Preissteigerungen bei Mischfuttermitteln führen. Bei Futterpflanzen bleibt der Produktionswert mit 3,3 Milliarden Euro unterhalb der Ergebnisse des vergangenen Jahres (2017: 4,7 Mrd. Euro).

Die Ernte von Körnermais wird sich aufgrund der sehr starken und regional schwankenden Trockenheit von 4,5 Millionen Tonnen (2017) auf etwa 2,3 Millionen Tonnen halbieren. Der Produktionswert wird voraussichtlich auf 633 Millionen Euro sinken (2017: 745 Mio. Euro).

Die Kartoffelernte wird mit 8,7 Millionen Tonnen ebenfalls deutlich unter der Vorjahresmenge von 10,4 Millionen Tonnen liegen. Für 2018 wird ein Durchschnittspreis von 195 Euro pro Tonne geschätzt (2017: 182 Euro/t). Der Produktionswert liegt bei 1,7 Milliarden Euro.

Bei Zuckerrüben ist ein deutlicher Preisrückgang am Weltmarkt erkennbar, was einen Einfluss auf die Vertragspreise für den Rübenanbau in Deutschland hat. Erste Schätzungen gehen, verglichen mit 2017, von einem 10-prozentigen Preisrückgang auf 26 Euro pro Tonne aus (2017: 29 Euro/t). Die Erntemenge wird mit 27 Millionen Tonnen deutlich unter der Vorjahresmenge von 32 Millionen Tonnen liegen. Erwartet wird ein Erlös von 675 Millionen Euro, weit unter dem Wert von 2017 mit 1,1 Milliarden Euro.

Die geschätzten Obsterntemengen fallen trotz der Trockenheit höher als erwartet aus. Mit einem niedrigeren Marktpreis von 617 Euro pro Tonne (2017: 976 Euro/t) wird ein Produktionswert von insgesamt etwa 913 Millionen Euro prognostiziert (2017: 754 Mio. Euro).

Frischgemüse wies im Vergleich zum Vorjahr mit 3,5 Millionen Tonnen eine etwa gleich große Ernte auf (2017: 3,4 Mio. Tonnen). Die Gemüseerzeuger werden insgesamt einen Produktionswert von knapp 3,2 Milliarden Euro erzielen (2017: 2,9 Mrd. Euro).

Wert der tierischen Erzeugung stabil

Die tierische Erzeugung wird 2018 einen geschätzten Gesamtwert von 27,2 Milliarden Euro erreichen und liegt damit knapp unter dem Vorjahreswert (2017: 27,3 Mrd. Euro).

Die tierischen Erzeugnisse (wie Milch- und Fleischproduktion) verzeichnen beim Produktionswert ein Minus von etwa 6,2 Prozent und erzielen aufgrund der teilweise rückläufigen Preise einen Gesamtwert von etwa 12,5 Milliarden Euro (2017: 12,7 Mrd. Euro). In der Tierproduktion wird mit geschätzten 14,7 Milliarden Euro das Vorjahresergebnis leicht übertroffen (2017: 14,6 Mrd. Euro).

Von Januar bis September 2018 wurde bei deutschen Molkereien mit etwa 32 Millionen Tonnen insgesamt 1,4 Prozent mehr Milch angeliefert als im Vorjahr (2017: 31 Mio. t). Die Milcherzeugerpreise in Deutschland lagen mit 34,3 Cent pro Kilogramm Milch unter denen des Vorjahres (2017: 37 Cent/kg). Mit erwarteten elf Milliarden Euro Produktionswert ist die Milcherzeugung weiterhin die größte Position bei den tierischen Erzeugnissen (2017: 11,7 Mrd. Euro).

Bei einem leicht gestiegenen Schlachtvolumen von 2,11 Millionen Tonnen Lebendgewicht (2017: 2,06 Mio. t LG) und um knapp ein Prozent gestiegenen Preisen bei Rindern wird ein Produktionswert von 3,8 Milliarden Euro errechnet (2017: 3,5 Mrd. Euro). Pro Tonne Schlachtgewicht wird bei Rindern (ohne Kälber) ein Durchschnittspreis von 3.374 Euro geschätzt und damit das Vorjahresergebnis von 3.325 Euro pro Tonne knapp übertroffen. Schlachtrinder (inklusive Kälber) werden einen Produktionswert von über vier Milliarden Euro erreichen (2017: 3,7 Mrd. Euro).

Bei Schweinen wird bei einem unveränderten Schlachtvolumen von etwa fünf Millionen Tonnen Schlachtgewicht der Schlachtschweinepreis mit 1.434 Euro pro Tonne Schlachtgewicht rückläufig sein (2017: 1.632 Euro/t). Der erwartete Produktionswert liegt bei etwa 7,2 Milliarden Euro.

Im Bereich Geflügel wird mit einem um zwei Prozent niedrigeren Preis von 1.161 Euro pro Tonne, aber mit einer um rund 6,6 Prozent höheren Erzeugung von 1.797 Millionen Tonnen (2017: 1.793 Mio. t) gerechnet. Der Produktionswert wird auf rund 2,7 Milliarden Euro geschätzt (2017: 2,3 Mrd. Euro).

Die Eiererzeugerpreis 2018 liegen mit 1.363 Euro pro Tonne niedriger als die Vorjahreswerte (2017: 1.524 Euro/t). Der Produktionswert wird auf knapp 1,2 Milliarden Euro geschätzt und fällt damit ebenfalls geringer aus (2017: 1,3 Mrd. Euro).

Hintergrund und weitere Informationen

Es wurden die Mengenangaben aus den verschiedenen Erhebungen von Januar bis September oder Oktober 2018 berücksichtigt. Bei den Preisen lagen teilweise Daten bis Mitte November 2018 vor. Die fehlenden Werte wurden basierend auf den Vorjahresdaten geschätzt. Eine zweite Schätzung der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung erfolgt im Januar 2019.
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