27.04.2022 | 11:26:00 | ID: 32956 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarwirtschaft

Rapskurse erreichen ungeahnte Höhen

Berlin (agrar-PR) - Sowohl die Notierungen für Raps als auch für Sojabohnen befinden sich seit Jahresbeginn im Höhenflug.
Raps schloss zuletzt erstmals viertstellig und auch Sojabohnen erreichten einen Rekordwert. Die Terminmarktnotierungen für Raps in Paris bewegen sich seit einigen Monaten nahezu ungebremst nach oben. Ausschlaggebend für den starken Preisauftrieb in den vergangenen Wochen ist die durch den russischen Einmarsch im Februar 2022 ausgelöste Krise in der Schwarzmeerregion.

Nachrichten um das Kriegsgeschehen in Osteuropa trieben die ohnehin infolge einer knappen Marktversorgung gestiegenen Kurse an den internationalen Terminmärkten im Minutentakt nach oben. Die Verknappung des Angebotes durch das Ausbleiben kontrahierter Liefermengen aus den ukrainischen Exporthäfen beeinflusst inzwischen den gesamten Weltmarkt.

Die Sorge vor globalen Angebotsengpässen führt auch zu Exporteinschränkungen oder sogar -verboten, wie dies die indonesische Regierung zum 28. April 2022 verfügt hat. Dieses Umfeld ließ die Rapskurse an der Pariser Börse explodieren. Kursschwankungen von bis zu 68 EUR/t an einem Tag gehörten nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft(mbH) im März 2022 zur Tagesordnung.

Aktuell treiben Schnee und Kälte in Kanada, wo gerade die Rapsaussaat laufen sollte, die Notierungen nach oben. Erstmals wurde die Linie von 1.000 EUR/t überschritten. So schloss der Fronttermin Mai 22 am 21. April 2022 bei 1.064,50 EUR/t. Zum Vorjahreszeitpunkt lag der Schlusskurs bei 561,75 EUR/t, im April 2020 waren es sogar nur 366,75 EUR/t. Damit haben sich die Notierungen binnen zwei Jahren fast verdreifacht.

Auch die Kurse für Sojabohnen in Chicago bewegen sich seit Beginn des Kalenderjahres 2022 nach oben. Am Sojabohnenmarkt stehen die Vegetations- und Erntebedingungen in Südamerika und den USA sowie eine lebhafte Nachfrage im Fokus. Fehlende Niederschläge schmälerten das Ertragspotenzial der laufenden Sojabohnenernte in Brasilien erheblich.

Auch in Argentinien dürfte infolge ungünstiger Vegetationsbedingungen deutlich weniger gedroschen werden als zuvor erwartet worden war. Das trieb die Notierungen an der CBoT mit umgerechnet 590 EUR/t am 21. April 2022 nicht nur nahe an die Linie von 600 EUR/t heran, sondern auch auf einen neuen Rekordwert.

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