04.03.2022 | 11:23:00 | ID: 32482 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarwirtschaft

Versorgungsengpässe bei Senfsaat und Speiseöl durch den Ukraine-Krieg?

Bonn (agrar-PR) - Der gegen die Ukraine gerichtete Angriffskrieg sowie die damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland haben – neben der unfassbaren menschlichen Dimension – auch drastische Auswirkungen auf die deutsche Ernährungsindustrie. Betroffen ist die Herstellung kulinarischer Lebensmittel – dabei insbesondere die Produktion von Senf und Mayonnaise sowie anderer emulgierter Saucen.
Russland und die Ukraine sind Deutschlands Hauptlieferanten für Senfsaat und auch Sonnenblumenöl. Insgesamt fast 80 Prozent der nach Deutschland importierten Senfsaat kommen aus den beiden Ländern (51,9 Prozent aus Russland und 27,6 Prozent aus der Ukraine)*. Ebenso wird der Bedarf an Sonnenblumenöl zu 94 Prozent über Importe – vornehmlich aus diesen Ländern – gedeckt (Quelle: OVID).

Der Krieg in der Ukraine sowie die Sanktionen gegen Russland werden eine unmittelbare Auswirkung auf die europäischen Agrarmärkte und Lieferströme von Rohstoffen aus den betroffenen Gebieten haben. Schon jetzt ist eine Rohstoffverknappung für Sonnenblumenöl und Senfsaat festzustellen, die sich in den kommenden Wochen noch verschärfen wird – bis hin zu vollständigen Lieferausfällen. Auch die Situation auf dem Stärkemarkt – ebenfalls wichtiger Grundstoff für kulinarische Produkte – ist angespannt. Die möglichen Auswirkungen auf die Herstellung von Produkten wie Senf und Mayonnaise, aber auch von Trockenerzeugnissen, sind greifbar.

„Es ist mit akuten Rohstoffengpässen und Lieferausfällen zu rechnen, die nicht ohne Weiteres aufgefangen werden können. Schließlich handelt es sich um Naturprodukte, die angebaut, gepflegt, geerntet und exportiert werden: Ein solches Volumen ist nicht ad-hoc durch andere Länder auszugleichen“, erläutert Stefan Durach, Präsident von Kulinaria Deutschland, die ernste Situation. Der Weltmarkt muss sich nun erst einmal neu sortieren; die internationalen Warenströme werden sich erst langfristig auf die neue Situation auf dem Rohwarenmarkt einstellen.

Die Mitglieder von Kulinaria Deutschland setzen alles daran, die Engpässe bestmöglich aufzufangen und die Versorgung auch bei steigenden Kosten zu gewährleisten. Die aktuelle Krisensituation fordert von allen Beteiligten in der Lieferkette ein hohes Maß an Sensibilität.

* Quelle: Statistisches Bundesamt, siehe Marktdaten Senf auf www.kulinaria.org

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Referentin Öffentlichkeitsarbeit
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