09.02.2012 | 11:45:00 | ID: 12144 | Ressort: Landwirtschaft | Landtechnik

Ein schwieriges, aber gutes Jahr für Lohnunternehmer

Hannover (agrar-PR) - Ein Umsatzplus haben viele Lohnunternehmen in Deutschland im vergangenen Jahr verzeichnet.
Ganz unproblematisch verlief das Jahr für die Technikprofis allerdings nicht: Witterungsbedingt gab es viele Wartezeiten und nur relativ wenige gute Einsatztage. Die hohen Erträge und die hervorragenden Bedingungen zur Maisernte bedeuteten zwar eine hohe Arbeitsbelastung, setzten aber einen guten Schlusspunkt unter die schwierige Saison. „2011 war ein gutes Jahr“, fasst daher Alfred Schmid, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Lohnunternehmer (BLU) mit Sitz im niedersächsischen Suthfeld, gegenüber dem Landvolk-Pressedienst zusammen.

Das sieht Andrea van Eijden, Präsidentin der Landesgruppe Niedersachsen im BLU, genauso. Nach ihrer Einschätzung hat sich das Zusammenspiel zwischen Landwirten und Lohnunternehmern in den vergangenen Jahren verbessert, die Bedingungen in 2011 bezeichnet aber auch sie als „strapaziös“. Von den Landwirten wünscht sie sich manchmal etwas mehr Planung im Voraus. Viele Kunden erwarteten aber, sofort und umgehend bedient zu werden.

Auch die Mitgliederzahlen weisen eine positive Tendenz auf, sagt Schmid. Die Landesgruppe Niedersachsen gehört mit rund 530 Mitgliedern bereits zu den stärksten bundesweit. Im Agrarland Niedersachsen ist fast jeder professionelle Lohnunternehmer als Mitglied im Verband organisiert. Im Sommer 2010 waren es 500 Mitglieder gewesen. Den Umsatz der niedersächsischen Mitglieder beziffert Geschäftsführer Dr. Martin Wesenberg auf etwa 400 Mio. Euro. Schmid sieht eine weitere Professionalisierung der Branche: „Wenn ein Landwirt heute Aufträge vergibt, dann an einen Lohnunternehmer, der in zunehmendem Maße einen Komplettservice bietet.“

Landwirte erwarteten qualifiziertes Personal und moderne Technik. Aus betriebswirtschaftlichen und zunehmend auch aus arbeitswirtschaftlichen Gründen wollten sie die Investitionskosten in neue Mähdrescher oder Häcksler aber nicht selbst tätigen. Lohnunternehmer dagegen geben jeden vierten Euro des Umsatzes wieder für neue Maschinen aus, verdeutlicht Wesenberg. Kaum eine andere Branche weise eine derart hohe Reinvestitionsquote auf.

Nicht nur moderne Maschinen sind ein Anreiz für Landwirte, mit Lohnunternehmen zusammenzuarbeiten, sondern in zunehmendem Maße auch die Fachkompetenz der Mitarbeiter. Der Verband hat auf die Entwicklung der Lohnunternehmer zu Universaldienstleistern mit einem Weiterbildungsangebot reagiert, der Ausbildung zum Agrarservicemeister. Neben Fachkenntnissen in den Bereichen Pflanzenproduktion und Landtechnik steht hier Dienstleistungsmanagement auf dem Lehrplan. „Der Umgang mit Kunden und die Beratung werden immer wichtiger“, weiß Alfred Schmid.

Van Eijden stellt zudem fest, dass auch junge Frauen den Weg zu den Lohnunternehmern suchen. Während es früher gar keine weiblichen Auszubildenden in der Branche gegeben habe, seien es in den Jahren 2010 und 2011 immerhin jeweils eine oder zwei gewesen. „Die Frauen waren in den Geschäftsstellen schon immer mit im Boot, hatten aber eine andere Rolle. Sie mussten Verständnis für die anstrengenden Arbeitszeiten ihrer Männer aufbringen und ihnen den Rücken freihalten. Heute sitzen die Frauen auch auf den Maschinen.“ Hier müssten sie aber noch „150 Prozent Leistung bringen“, meint die Präsidentin der Landesgruppe Niedersachsen.

Für manchen älteren Landwirt seien Frauen auf dem Mähdrescher noch ein ungewöhnlicher Anblick. Junge Landwirte dagegen kennen die neue Arbeitsteilung von ihren eigenen landwirtschaftlichen Betrieben und akzeptieren die weibliche „Mannschaft“. Dass eine Frau der Landesgruppe Niedersachsen vorsteht, stuft die Präsidentin selbst nicht als Besonderheit ein. Das gebe es in anderen Bundesländern auch. Sie fügt an: „Ich denke nicht darüber nach. Eine Benachteiligung konnte ich nicht feststellen, ganz im Gegenteil - Manche meiner Kollegen sind dankbar für eine ergänzende Perspektive.“ (LPD)
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