21.05.2012 | 13:15:00 | ID: 13007 | Ressort: Landwirtschaft | Medien

Diabrotica-Portal stellt neueste Informationen zum Maiswurzelbohrer bereit

Stuttgart/Hohenheim (agrar-PR) - Das Diabrotica-Infoportal auf www.diabrotica.de zeigt nicht nur aktuelle Verbreitungskarten und Fundorte des Maiswurzelbohrers in Deutschland. Aktuelle Nachrichten und Fachinformationen informieren auch umfassend über den gefürchteten Maisschädling.
Zu Beginn der Maissaison 2012 eröffnet Proplanta - Das Informationszentrum für die Landwirtschaft - die neue Homepage www.diabrotica.de. Neben Fachinformationen und aktuellen Nachrichten zum Thema Diabrotica enthält diese auch den neuesten Stand der Verbreitungsgebiete des Westlichen Maiswurzelbohrers in Deutschland. Die interaktive Karte, die auch in 2012 fortlaufend aktualisiert wird, demonstriert die zunehmende Ausbreitung des Maisschädlings seit 2007 und die damit verbundene Gefahr für den Maisanbau.

Der Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera LeConte) zählt weltweit zu den wirtschaftlich bedeutendsten Schädlingen im intensiven Maisanbau. Die von ihm jährlich verursachten Schäden liegen bei ca. 1 Mrd. US-Dollar. Umgangssprachlich wird der Maisschädling daher auch als „Eine-Milliarde-Dollar-Käfer“ bezeichnet.

Weltweit sind inzwischen über 20 Millionen Hektar Maisfläche befallen. Die Ertragsverluste liegen bei einem Befall von etwa 2,5 Millionen Käfern pro Hektar zwischen 20 und 30 Prozent. Bei extrem starkem Aufkommen an Maispflanzen können die Ernteeinbußen sogar bis zu 90 Prozent betragen. Etwa 4-5 Jahre nach dem erstmaligen Auftreten muss mit Ernteverlusten gerechnet werden.

Der Maiswurzelbohrer sucht hauptsächlich zwischen Juni und Oktober, insbesondere in den Morgen- und Abendstunden, die Maispflanzen auf. Während die Käfer die Pollen und Narbenfäden der weiblichen Infloreszenzen präferieren und letztere damit auch schädigen, befallen die Larven die Wurzeln des Maises bzw. dringen direkt in die Stängel ein. Je nach Befallsstärke knickt der Mais nesterweise um. Bei ausreichender Feuchtigkeit versuchen sich die Pflanzen zwar wieder aufzurichten - der Wuchshabitus ähnelt dann aber einem Gänsehals.

Aufgrund seines hohen Gefahrenpotenzials für den Maisertrag ist der Maiswurzelbohrer in der Europäischen Union im Jahr 2000 als Quarantäneschädling eingestuft worden und unterliegt daher EU-Quarantänemaßnahmen. Es besteht Meldepflicht beim zuständigen Pflanzenschutzdienst, Landwirte müssen zudem adäquate Eingrenzungs- bzw. Ausrottungsmaßnahmen durchführen. 

Der aus Nordamerika stammende Blattkäfer wurde 1992 nach Europa vermutlich durch den Flugverkehr über Serbien eingeschleppt. Von dort aus breitete sich der Neobiont bis nach Deutschland aus. Das 5-jährige Monitoring seitens des Amtlichen Pflanzenschutzdienstes in Deutschland veranschaulicht die Invasivität des Käfers. Während in 2007 deutschlandweit noch 364 Käfer in Pheromonfallen gezählt wurden, waren es in 2011 bereits 6.636 Funde. 

In Einzelflügen können die Käfer bis zu 20 km zurücklegen. In Gebieten mit intensivem Maisanbau unternehmen sie vermehrt Distanzflüge, so dass dort ohne Eingrenzungsmaßnahmen nach Experten-Angaben Ausbreitungsraten von bis zu 100 km pro Jahr möglich sind. In Regionen mit geringem Maisanteil ist eine Ausbreitung von lediglich 20 km oder weniger zu erwarten.

Die Karte der Diabrotica-Funde auf www.diabrotica.de zeigt deutlich den Verlauf der Ausbreitung seit dem ersten Auftreten in Deutschland, vor allem entlang des Rhein- und des Donautales. Aktuelle Informationen zum Auftreten des Schädlings in diesem Jahr sowie neue Fundorte werden auf dem Diabrotica-Portal laufend ergänzt.
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