15.11.2022 | 20:06:00 | ID: 34607 | Ressort: Landwirtschaft | Pflanze

Biodiversität auf dem Acker einer der Schlüssel zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels

Berlin (agrar-PR) - UFOP-Vorsitzender Kurreck mahnt zur sachgerechten Ausgestaltung der Nationalen Biomassestrategie
Anlässlich der Vorstellung der Prognose für die Winterrapsaussaat zur Ernte 2023 betonte der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP), Detlef Kurreck, die Bedeutung der in den vergangenen Jahrzehnten entwickelten Wertschöpfungsketten beispielsweise in der Biokraftstoffproduktion und deren unverzichtbaren Beitrag zur Treibhausgasminderung. Dieser müsse in der Biomassestrategie der Bundesregierung Rechnung getragen werden.

Die klimatischen Veränderungen der vergangenen Jahre hätten den deutschen und europäischen Ackerbau einem Stresstest unterzogen. An der Notwendigkeit, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, bestehe daher überhaupt kein Zweifel, so der UFOP-Vorsitzende. Denn der Sektor Landwirtschaft sei an den heimischen Standort gebunden und könne steigenden Energiekosten und Klimaschutzauflagen nicht wie andere Wirtschaftszweige durch Standortverlagerung entgehen.

Aus diesem Grund habe die UFOP bereits viele Studien und Projekte auf den Weg gebracht, um die landwirtschaftliche Produktion zu optimieren, z.B. durch Verbesserung der Düngeeffizienz. Gerade in der aktuellen Situation, in der die Ernährungs- und die Energiesicherheit noch einmal stärker in den Fokus gerückt sei, gelte es, das Klimaschutzpotenzial der Landwirtschaft auch im Sinne einer zusätzlichen Wertschöpfung im Dialog zu entwickeln. Hier komme der Nationalen Biomassestrategie eine große Bedeutung zu, zu der Anfang Oktober erste Eckpunkte veröffentlicht worden seien. Darin komme die Nutzung der Anbaubiomasse für die energetische Nutzung an letzter Stelle im Sinne der Kaskadennutzung.

Dies sei jedoch nur ein theoretischer Ansatz, denn die Wertschöpfungsketten hätten sich über Jahrzehnte auch in ihrer Effizienz als Beitrag zur Treibhausgasminderung entwickelt. Der im Jahr 2015 in Deutschland eingeschlagene Weg eines Umstiegs von der Beimischungspflicht von Biokraftstoffen auf die THG¬Minderungsquote habe zu einem Effizienzwettbewerb zwischen den Biokraftstoff-Rohstoffen geführt und müsse daher konsequent fortgesetzt werden. Dies gelte auch für die europäische Ebene, auf der derzeit im Trilog über die Reform der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) verhandelt werde.

Auch über den von der EU-Kommission vorgelegten Entwurf einer „Farm to Fork“-Strategie und die darin enthaltenen Vorschläge zur pauschalen Reduktion von Pflanzenschutz und Düngung werde seit Monaten intensiv diskutiert. Nach Ansicht vieler Expertinnen und Experten müssten die Vorschläge der EU-Kommission dringend hinterfragt werden. Der aktuelle Verordnungsvorschlag zur Nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sei in der aktuellen Form nicht in der Lage, die Kernziele von Biodiversität, Bekämpfung des Klimawandels und Ernährungssicherheit zu erreichen.

Neben einem deutlichen Anbaurückgang wichtiger Ackerkulturen seien bei einer Umsetzung der aktuell diskutierten Vorschläge stark sinkende Erträge zu erwarten. Dies schwäche auch die heimische Eiweißversorgung, denn bei Öl- und Eiweißpflanzen drohe in einzelnen Jahren sogar ein kompletter Ernteausfall, befürchtet der UFOP-Vorsitzende. Dies stehe im direkten Gegensatz zum Ziel der EU-Kommission einer Stärkung der Eiweißerzeugung.

Nach Überzeugung der UFOP sei die Biodiversität auf dem Acker einer der Schlüssel zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels. Die Vielfalt von Ackerkulturen müsse auch in zukünftigen Ackerbausystemen erhalten werden. Dies könne aber nur erreicht werden, wenn eine Reduktion des Produktionsmitteleinsatzes wie im Pflanzenschutz beispielsweise weiterhin auf der Basis von Innovationen im integrierten Pflanzenschutz erfolgen könne, z.B. der Präzisionslandwirtschaft und der Digitalisierung. Kurreck betonte daher, dass die politischen Rahmenbedingungen, die in den kommenden Monaten und Jahren verabschiedet werden, darüber entschieden, ob die heimischen Öl- und Eiweißpflanzen auch in Zukunft die Rolle spielen können, die sie heute für nachhaltige und vielfältige Fruchtfolgen sowie die Reduzierung von Treibhausgasen im Verkehr besitzen.

Im Bereich der Humanernährung gelte es, innovative Absatzpotenziale zu erschließen. Daher engagiere sich der Verband im kulturartenübergreifenden Netzwerk für Körnerleguminosen (LeguNet) im Rahmen der BMEL-Eiweißpflanzenstrategie. Die UFOP wird am 23. November 2022 gemeinsam mit dem Netzwerk das Pflanzenprotein Symposium 2022 ausrichten. Anmeldungen unter www.ufop.de/localheroes.

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Stephan Arens
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Kurzinfo UFOP e. V.:
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) vertritt die politischen Interessen der an der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung heimischer Öl- und Eiweißpflanzen beteiligten Unternehmen, Verbände und Institutionen in nationalen und internationalen Gremien. Die UFOP fördert Untersuchungen zur Optimierung der landwirtschaftlichen Produktion und zur Entwicklung neuer Verwertungsmöglichkeiten in den Bereichen Food, Non-Food und Feed. Die Öffentlichkeitsarbeit der UFOP dient der Förderung des Absatzes der Endprodukte heimischer Öl- und Eiweißpflanzen.
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