14.10.2013 | 08:10:00 | ID: 16230 | Ressort: Landwirtschaft | Pflanze

EU-Verordnung will Regelungen zum Saatgut vereinheitlichen

Schwerin (agrar-PR) - "In jedem Jahr werden in Mecklenburg-Vorpommern ca. 140.000 t Saat- und Pflanzgut erzeugt, darunter rund 65.000 t Getreide, 4.000 t Grassamen, über 2.000 t Leguminosen und fast 70.000 t Pflanzkartoffeln" so Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus zum Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN "Biologische, landwirtschaftliche und landeskulturelle Vielfalt sichern – Entwurf der EU-Saatgutrichtlinie überarbeiten" am Freitag im Landtag. Die vorgeschlagene EU-Verordnung werde gegenwärtig auf allen Ebenen beraten. Dabei vertrete die Landesregierung natürlich die Interessen aller Erzeuger des Landes.

Gegenwärtig wird der Sektor Saat- und Pflanzgut in der EU durch zwölf Richtlinien geregelt, die zum Teil schon mehr als 30 Jahre gelten. "Der Vorschlagsentwurf sieht eine Konsolidierung und Aktualisierung der Rechtsvorschriften über das Inverkehrbringen von Pflanzenvermehrungsmaterial vor", erläutert Dr. Backhaus.

Er begrüßt den mit der Verordnung verfolgten Ansatz einer zusammengefassten Regelung des gesamten Sektors. Auch die Orientierung auf Nachhaltigkeit und die Beachtung der Besonderheiten kleiner Wirtschaftsteilnehmer sowie der Ausschluss bestimmter Bereiche von der Regelung seien richtig.

"Andererseits sieht es so aus, dass diese EU-Verordnung nicht zum Abbau von Verwaltungsaufwand und Kosten beiträgt", so der Minister. Kritik übt er beispielsweise am Vorschlag der Kommission, auch das Saatgut von Zierpflanzen vollständig in die Regelung einzubeziehen.

"Gerade dieser Sektor lebt vom ständigen Wandel. Wenn nun jede neue Blume das vollständige Anerkennungs- und Zertifizierungsverfahren durchlaufen soll, ist das nicht nur teuer, sondern ein tatsächliches Hemmnis für die klein- und mittelständisch organisierte Saatgutwirtschaft."

Dagegen setzt die Kommission bei Hobby- und Kleingärtnern oder Ökobauern auf bürokratische Erleichterungen und Kostensenkung. Durch die Einschränkung von Testerfordernissen und Vereinfachung von Registrierungsverfahren sollen gerade die für Nischen- und Hobbymärkte interessanten Sorten leichter und kostengünstiger verfügbar gemacht werden. Dazu zählen auch die für den Ökobereich wichtigen alten und seltenen Sorten.

In MV vermehren 27 Betriebe auf knapp 1.700 ha sehr erfolgreich Ökosorten. Der Minister unterstützt, dass an eine Sorte, die für den Ökobereich vermehrt werden soll, keine anderen Anforderungen gestellt werden als an die für den konventionellen Anbau.

"Eine Sorte ist nur dann eine Sorte, wenn sie homogen, unterscheidbar und stabil ist. Sorten sind geschütztes geistiges Eigentum", betont der Minister. "Der Antrag, die Landesregierung möge sich dafür einsetzen, dass jeder unbegrenzt sein Saatgut nachbauen kann, kommt dem offenen Aufruf zum Diebstahl gleich."

Hintergrund: Mecklenburg-Vorpommern ist ein wichtiger Exporteur von Saat- und Pflanzgut. Mit ca. 24.500 ha stehen 7,6% der deutschen Saatgutvermehrungsflächen in M-V.

Bei den Pflanzkartoffeln wachsen hier mit etwas über 3.000 ha sogar 19,6% der deutschen Pflanzkartoffelerzeugung heran. Nach der Gesamtvermehrungsfläche nimmt MV damit nach Niedersachsen den 2. Platz in Deutschlands ein. Bei einigen Druschfrüchten wie Rauhafer, Roggen, großkörnigen Leguminosen und sonstigen Futterpflanzen stehen rund ein Viertel der bundesweiten Vermehrungen in M-V, bei Weizen und Gerste ist es ca. ein Sechstel. (regierung-mv)
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