07.03.2012 | 08:20:00 | ID: 12378 | Ressort: Landwirtschaft | Pflanze

Frostschäden im Wintergetreide

Bad Kreuznach (agrar-PR) - Die extremen Fröste im Februar haben dem Wintergetreide in Rheinland-Pfalz schwer zugesetzt.
In der ersten Februarhälfte hatte das Russlandhoch Dieter für Temperaturen gesorgt, die örtlich unter minus 15 °C lagen und tief in den meist nicht schneebedeckten Boden eindringen konnten.

Nach Ermittlungen der Landwirtschaftskammer sind bei allen Arten Schäden festzustellen, die aber nur in seltenen Fällen zum Umpflügen zwingen dürften. Bei der Kammer geht man davon aus, dass die Winterkulturen überwiegend neu austreiben, dass jedoch mit ausgedünnten Beständen gerechnet werden muss.

Raps und Wintergetreide (Weizen, Wintergerste, Triticale und Roggen) stehen in Rheinland-Pfalz auf 75 Prozent der Getreideflächen. Die Aussaat erfolgt meist im September. Die ausgetriebenen Pflanzen sind auf winterliche Verhältnisse vorbereitet und treiben nach der frostbedingten Ruhephase besonders kräftig aus.

Im Winter 2011/2012 führten allerdings die bis in den Januar hinein relativ milden Temperaturen zu einem fortgeschrittenen Austrieb und traf der Februarfrost die Jungpflanzen meist ohne schützende Schneedecke (Kahlfröste).

Da die Frostperiode von Trockenheit begleitet wurde (Rheinland-Pfalz war mit nur 17 l/m² Niederaschlag im Februar das trockenste aller Bundesländer), kam es zur doppelten Stresssituation. Danach präsentierten sich die Felder arg strapaziert, wiesen die Pflanzen häufig eine unschöne Gelb- bis Braunfärbung auf.

Dennoch rät die Kammer den betroffenen Betrieben, keine voreilige Umbruchentscheidung zu treffen, da die Bestände sich, abgesehen von sehr ungünstigen Standorten an Nordost-Hängen mit flachgründigen Böden und schwacher Nährstoffversorgung, wieder erholen werden, wenngleich Spitzenerträge bereits jetzt nicht mehr erwartet werden dürften.

Die geringsten Schädigungen gibt es nach Beobachtung der Kammer bei Raps; auch Roggen hat aufgrund seiner Widerstandskraft Frost und Trockenheit recht gut überstanden.

Bei Weizen ist das Maß der Schäden abhängig von der Sorte und vom Entwicklungsstand der Kulturen vor dem Wintereinbruch. Wintergerste zeigt starke Gelb- und Braunfärbung, schlägt aber auch bereits wieder aus. Auch bei Triticale geht man sortenabhängig von mehr oder weniger großen Schäden aus.

Die Auswirkungen auf die Ernte hängen weiteren Vegetationsverlauf ab, wobei Wechselfröste zum Frühling hin die geschwächten und in der Regeneration befindlichen Pflanzen allerdings weiter schädigen können. (lwk-rlp)
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