19.08.2021 | 20:46:00 | ID: 30741 | Ressort: Landwirtschaft | Pflanze

Kartoffelanbau gehört zu MV wie der Eiffelturm zu Paris

Schwerin (agrar-PR) - In der Agrarprodukte Göhlen e.G., einem langjährigen Produzenten von Stärke- und Veredlungskartoffeln, hat sich heute Agrar­minister Dr. Till Backhaus in einem Gespräch mit Vertretern des Saatgutverbandes MV zur aktuellen Situation des Kartoffelanbaus in Mecklenburg-Vorpommern ausgetauscht.
„Wir sind uns einig, dass wir den Kartoffelanbau in Mecklen­burg-Vorpommern stärken und ausbauen wollen“, sagte der Minister. "Die Erweiterung der Anbauflächen ist schon deshalb wichtig, um eine Hackfrucht in die Fruchtfolge zu bringen. Und unsere Pflanzkartoffelproduktion ist aufgrund des Exports in 30 Länder ein beachtenswerter wert­schöpfender Faktor. Der Kartoffelanbau passt zu den klimatischen Bedingungen und den Bodenverhältnissen hier bei uns und gehört für mich nach Mecklenburg-Vorpommern wie der Eiffelturm nach Paris“, so Backhaus.

„Für den Ausbau des Kartoffelanbaus braucht es jedoch auch in Zukunft entsprechende Rahmenbedingungen“, sagte Backhaus. „Deshalb werden wir die Förderung von Beregnungs­anlagen sowie von Investitionen in Produktion, Aufbereitung, Verpackung, Lagerung und Vermarktung fort­setzen. Ebenso werde ich an der bevorzugten Verpachtung landeseigener Flächen an arbeitsintensive Betriebe wie den Kartoffelanbauern festhalten.“

Backhaus betonte, dass sich in MV die Rahmen­­bedingungen für die kartoffel­anbauenden Betriebe bereits verbessert haben: „Es besteht die Möglichkeit einer Vertrags­produktion von etwa 500.000 Tonnen für die Werke Hagenow und Stavenhagen (Veredlungskartoffeln) sowie Küritz und Dallmin (Stärkekartoffeln). Die Kapazitäten für Lagerung und Aufarbeitung der Knollen sind auf einem guten Stand. Als einziges Bundesland verfügt MV über gesetzlich geschützte Gesundlagen, die in einer überarbeiteten Verordnung 2020 erneut fest­geschrieben wurden. Die Gesundlagen sind eine wichtige Grund­lage für den Vermehrungsanbau und den be­triebswirtschaft­lich attraktiven Export von Pflanzkartoffeln.“

„Unsere Strategie scheint Früchte zu tragen“, sagte Backhaus. „Nach Jahren des Rückgangs hat sich die Anbau­fläche seit 2015 wieder um 2.000 Hektar vergrößert. Aller­dings ist der Ertrag der letzten fünf Jahre mit durch­schnittlich rund 335 dt/ha angesichts des arbeits­intensiven Aufwands betriebswirtschaftlich immer noch nicht aus­reichend. Das Beispiel vieler Betriebe zeigt aber auch, gut gemachter Kartoffel­anbau rechnet sich.“

HINTERGRUND:

Nach der Marktstrukturverbesserungsrichtlinie wurden seit 1991 gefördert:

Lagerung und Aufbereitung Speisekartoffeln:
18 Unternehmen, 24 Vorhaben,
21,7 Mio. Euro Investitionsvolumen
Lagerung und Aufbereitung Pflanzkartoffeln:
13 Unternehmen, 18 Vorhaben,
15,9 Mio. Euro Investitionsvolumen
Verarbeitungsindustrie
4 Unternehmen, 15 Vorhaben,
207,3 Mio. Euro Investitionsvolumen
Für die Gesamtinvestitionen von 244,9 Mio. € wurden insgesamt 92,9 Mio. Euro (= 37,9%) Fördermittel ausgereicht.

- Was heißt Vertragsproduktion?
Die Landwirte (bzw. die Erzeugergemeinschaften) verein­baren mit den Stärke- und Veredlungswerken vor dem Legen der Kartoffeln Menge, Qualitätsmerkmale und Preis der Lieferung an das Werk. Das gibt den Landwirten Sicherheit.

- Was sind Gesundlagen?
Gesundlagen sind Gebiete, in denen klimatisch bedingt die Virusbelastung gering ist, so dass die Kartoffeln besonders gesund sind. Das ist sehr wichtig für Pflanzkartoffeln.
Die Gesundlagen-Verordnung schützt diese Anbauflächen gesetzlich vor Verunreinigung mit kranken Kartoffeln.
Siehe Pressemitteilung 113/2021
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