27.07.2010 | 00:00:00 | ID: 6357 | Ressort: Landwirtschaft | Pflanze

Viele Maisbestände können sich wieder erholen

Bonn (agrar-PR) - Viele Maiserzeuger atmen auf: Die Regenfälle in den letzten Juli-Tagen haben einen Großteil der Maisschläge vor drohenden Totalverlusten gerettet.
Viele Maiserzeuger atmen auf: Die Regenfälle in den letzten Juli-Tagen haben einen Großteil der Maisschläge vor drohenden Totalverlusten gerettet. Dennoch bleibt nach Ermittlungen des Deutschen Maiskomitees e. V. (DMK) das Gesamtbild außerordentlich differenziert. Während auf leichten Böden schon in der ersten Juli-Hälfte die ersten Schläge gehäckselt wurden, weil kein Zuwachs mehr zu erwarten war, sind aus Gebieten mit Wasser haltenden Böden und ausreichenden Niederschlägen dagegen weniger Klagen zu hören. Ziemlich einheitlich hat die Blüte in den Beständen begonnen, die die starke Trockenheit der letzten Zeit überlebt haben.

In einem Überblick über den Wachstumsstand des Maises in Deutschland bezeichnet das Deutsche Maiskomitee gestützt auf Nachrichten und Meinungen in der Offizialberatung und aus Züchterhäusern vor allem in Brandenburg, in Nord-Niedersachsen und in Bayern im Raum nördlich der Donau die Trockenschäden als dramatisch. Zahlreiche Maisbestände, bei denen mehrere Blattetagen bereits abgestorben seien, seien nicht mehr zu retten, heißt es. Auffällig ist dabei ein „Ring“ um die Großstadt Berlin und der Süden Brandenburgs, wo die Trockenbestände Ende Juli noch Notfahnen geschoben hatten. Braune Blätter waren ein Signal für die Aberntung. Bei grünem Blattwerk bestand die Hoffnung auf Erholung.

Während in der Nähe der Küste die Lage entspannter beurteilt wird, wird der nördliche Raum Niedersachsens ähnlich wie in Brandenburg beurteilt. Beispielsweise waren im Lüneburger Raum in der ersten Juli-Hälfte die Häcksler in den Maisbeständen zu sehen. Gerade aber Niedersachsen und der angrenzende nordrhein-westfälische Raum sind typische Beispiele dafür, wie sehr differenziert die Maisbestände auf Bodenverhältnisse und Witterungsverlauf reagiert haben. Oftmals im Abstand von nur wenigen hundert Metern sind Maisschläge mit einer Pflanzenhöhe von weniger als 1 m und andere Flächen mit hohen Pflanzen zu sehen. Im Emsland, im ostfriesischen Raum und in einigen anderen Teilen Niedersachsens kommen zu Trockenschäden auch Schäden durch starke Gewitterschauer, die die Pflanzen abgedreht haben und erhebliche Ertrags- und Qualitätseinbußen erwarten lassen. Das Ausmaß der Schäden ist hier wie in den meisten anderen Gebieten noch kaum abzuschätzen. So sind auch Zahlen über das Schadenvolumen nicht zu ermitteln. Die jüngsten Niederschläge rechtfertigen Hoffnungen auf Erholung der Bestände.

Gegenwärtig besteht der Eindruck, dass die Mitte Deutschlands von Schäden in Maisbeständen weniger betroffen ist, als andere Gebiete. Das gilt vor allem für bessere Böden in den Räumen Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Auch in Sachsen besteht Hoffnung auf Erholung der Bestände. Die jüngsten Regenfälle, bei denen die vorausgesagten Unwetter oft nur punktuell eingetroffen sind, haben in allen Maisregionen diese Hoffnung genährt.

Das gilt auch für den süddeutschen Raum, wo vor allem die Anbauregionen Passau und Deggendorf durch sehr gute Bestände hervor stechen. Aber auch im Süden zeigt sich das Bild von Baden-Württemberg bis zur bayerischen Ostgrenze sehr differenziert. Während in der Rheinebene an der Monatswende Juli/August größere Trockenschäden seltener zu beobachten waren und selbst in den Höhenlagen Baden-Württembergs sich die Bestände nach Auflaufproblemen zur Aussaatzeit gut erholen konnten, muss in anderen Teilen Süddeutschlands von deutlichen Ertrags- und Qualitätsminderungen ausgegangen werden.

Bundesweit einheitlich besteht bei anziehenden Preisen die Sorge, dass vor allem für die Rinderhaltung auf Maisbasis nicht genügend Futter und für die Erfüllung der Verträge mit Biogasanlagen nicht genügend Ware zur Verfügung steht. Seit Wochen wird in allen Teilen Deutschlands deshalb Getreide zur Ganzpflanzensilage verarbeitet. Der Wettbewerb mit steigenden Getreidepreisen auf den internationalen Märkten und auf dem heimischen Markt erschwert solche Entscheidungen.
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