08.07.2014 | 18:10:00 | ID: 18136 | Ressort: Landwirtschaft | Pflanze

Wieviel Stickstoff vertragen die neuen Braugerstensorten?

Freising-Weihenstephan (agrar-PR) - Der Eiweißgehalt ist bei Sommergerste eines der wichtigsten Merkmale zur Einschätzung der Verarbeitungsqualität. Für den Verkauf als Braugerste wird nur der schmale Bereich zwischen 9,5 und 11,5% akzeptiert.
Daher reizen die Landwirte in der Regel das Ertragspotenzial der Braugerstensorten nicht vollständig aus, um das Risiko für erhöhten Eiweißgehalt so weit wie möglich einzugrenzen.

Um frühzeitig fundierte Beratungsaussagen zu diesem Thema treffen zu können, führt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Zusammenarbeit mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in diesem Jahr erstmalig eine spezielle Versuchsreihe durch, die das Thema Düngung zu neuen Sommerbraugersten genauer unter die Lupe nimmt.

Unter der Federführung der Düngungsspezialisten des LfL-Institutes für ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz betreuen das LfL-Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung sowie die Ämter in Rosenheim und Bayreuth den neuen Versuch. Dieser Versuch wurde heuer an den Standorten Frankendorf, Strassmoos, Kirchseeon und Brunn angesät. Vier aktuelle Braugerstensorten werden unter drei unterschiedlichen Stickstoff-Düngungsvarianten geprüft.

Neue Braugerstensorten, die in den letzten Jahren zugelassen wurden, haben nicht nur in der Qualität große Fortschritte erzielt, sondern auch im Kornertrag. Die offiziellen Empfehlungen zur Düngung bei Sommergerste haben sich seit Jahren gut bewährt und daher kaum geändert. In Verbindung mit den Kenntnissen der Landwirte über Ihre Anbauflächen konnte damit ein optimaler Kompromiss zwischen guter Qualität und hohem Ertrag verwirklicht werden.

Die letzten beiden Ausnahmejahre mit langen Wintern und Perioden mit extremer Hitze und Trockenheit haben jedoch die Diskussion über die Stickstoffdüngung zu Sommergerste wieder ins Rollen gebracht. Die Verarbeiter klagten sogar zeitweise über ein zu geringes Niveau des Eiweißgehaltes, während die Landwirte sich über zwei Jahre mit hohen Erträgen freuen konnten. Auch Pflanzanbauexperten sehen hier durchaus einen Zusammenhang mit dem Zuchtfortschritt der neuen Sorten.

Eine sichere Aussage basierend auf den Versuchsergebnissen der LfL, die möglicherweise sogar zu einer Änderung der Empfehlung für Stickstoffdüngung zu Braugerste führt, lässt sich erst abschließend nach mindestens drei Prüfjahren treffen. Die Ergebnisse werden von Pflanzenbauern und Verarbeitern mit großer Spannung erwartet. Die Versuche können in Rahmen der regulären Versuchsführungen vor Ort besichtigt werden. (LfL)
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