01.12.2015 | 21:00:00 | ID: 21501 | Ressort: Landwirtschaft | Tier

Ministerialdirektor Reimer: „Die Art der Nutztierhaltung sollte für Verbraucher beim Fleischeinkauf erkennbar sein“

Stuttgart (agrar-PR) - Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat in die Landesvertretung nach Brüssel eingeladen, um mit Vertretern der EU-Kommission, des EU-Parlaments, aus Landwirtschaft und Handel sowie Tierschutz und Verwaltung den baden-württembergischen Vorstoß zur Kennzeichnung der Tierhaltung auf Fleischpackungen zu diskutieren.
„Verbraucherinnen und Verbraucher wollen übersichtliche und nachvollziehbare Informationen als Entscheidungsgrundlage – auch beim Fleischeinkauf. Gleichzeitig sollen Landwirtinnen und Landwirte ihren Einsatz für mehr Tierwohl auch an der Ladenkasse vergütet bekommen.

Leider fällt es jedoch immer noch schwer, Produkte aus tierfreundlichen Haltungsverfahren zu erkennen. Die baden-württembergische Landesregierung setzt sich daher für mehr Transparenz in der Kennzeichnung von Fleisch ein. Dazu wollen wir alle Beteiligten von den Erzeugern bis zum Handel ins Boot holen.

Die Tierhaltungskennzeichnung bei Fleisch haben wir im Verlauf dieses Jahres auf nationaler Ebene intensiv diskutiert. Mit der heutigen Veranstaltung wollen wir das Konzept auf europäischer Ebene vorstellen und um breite Unterstützung werben“, sagte der Amtschef des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Ministerialdirektor Wolfgang Reimer, am Dienstag (1. Dezember) in Brüssel.

Vorschlag: Einfache, klare Kennzeichnung wie bei Konsumeiern

 „Ein positives Beispiel ist die am Markt erfolgreich etablierte und gut verständliche Haltungskennzeichnung bei Konsumeiern. Für Fleisch gibt es bislang keine vergleichbare Kennzeichnung des Haltungssystems. Dies wollen wir mit unserer Initiative ändern - und dazu brauchen wir die Unterstützung aller Marktbeteiligten, aber auch der Politik, der Forschung, der Tierschutzverbände und der Verbraucherorganisationen. Deshalb sind wir heute in Brüssel zusammengekommen“, so Reimer weiter.

Tierfreundliche Haltungsformen stärker herausstellen

 Gerade in der konventionellen Nutztierhaltung gibt es eine große Bandbreite an unterschiedlich tierfreundlichen Haltungsformen, die auch staatlich gefördert werden, ohne dass Verbraucherinnen und Verbrauchern diese Unterschiede beim Einkaufen erkennen können. Existierende Labels konnten sich bislang am Markt nicht durchsetzen. Anderen Initiativen zur Verbesserung der Tierhaltung fehlt es an Transparenz und ausreichender Verbraucherinformation.

„Der Einsatz vieler Landwirtinnen und Landwirte für mehr Tierwohl sollte bei Frischfleisch deutlicher dargestellt werden. Nur so können Verbraucherinnen und Verbrauchern erkennen: Hier haben sich Bäuerinnen und Bauern eingesetzt, beispielsweise für bessere Ställe, mehr Platz, Einstreu, Auslauf oder Weidegang. Und deshalb muss und darf es auch mehr kosten“, so Reimer. Ziel sei es, Verbesserungen für die Tiere zu erreichen und gleichzeitig Landwirtschaft, Handel und Konsumenten von diesem System profitieren zu lassen. Verpflichtende Informationen könnten zukünftig eine bewusste Kaufentscheidung erleichtern.

Hintergrundinformationen:

Bei Eiern gelten folgende Regeln für die Kennzeichnung:

0 für Öko
1 für Freilandhaltung
2 für Bodenhaltung
3 für Käfighaltung

Die Fleischkennzeichnung könnte beispielsweise so aussehen:

0 Öko-Tierhaltung (mindestens EU-Bio)
1 mehr Platz wie Nr. 2, zusätzlich Zugang ins Freie (Weide, Ausläufe)
2 mehr Platz im Stall und Strukturierung der Haltungseinrichtung
3 Einhaltung der rechtlichen Mindeststandards (mlr-bwl)
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