16.02.2012 | 14:33:00 | ID: 12222 | Ressort: Landwirtschaft | Tier

Spitzenleistungen und Tierschutz schließen sich nicht aus

Göttingen (agrar-PR) - Am 7. und 8. Februar fand bereits zum 11. Mal die Konferenz zum DLG-Forum „Spitzenbetriebe Schwein“ in Göttingen statt.
Hierbei diskutierten 160 Landwirte und Berater aus verschiedenen Regionen Deutschlands über aktuelle Themen der deutschen Schweinehaltung.

Ein Schwerunkt dabei war die Präsentation der Ergebnisse der von der DLG und verschiedenen Beratungsorganisationen der Länder jährlich durchgeführten Befragung bei rund 280 Ferkelerzeugern und Schweinemästern aus dem ganzen Bundesgebiet. Ein Ergebnis dieser Befragung ist unter anderem, dass sich Spitzenleistungen und Tierschutz nicht zwangsläufig ausschließen. So konnten bei den DLG-Spitzenbetrieben in den letzten Jahren die biologischen Leistungen gesteigert werden, bei gleichzeitigem Rückgang der Verluste und der Tierarztkosten.

Darüber hinaus beschäftigte sich das diesjährige DLG-Forum Spitzenbetriebe mit der Frage nach der Konkurrenzfähigkeit der Fleischproduktion auf den internationalen Märkten unter nationalen Tierschutzvorgaben. Bei einem zu erwartenden Selbstversorgungsgrad von 118 Prozent sei der deutsche Schweinesektor auf Exporte angewiesen und stehe somit auf dem globalen Markt im Wettbewerb mit anderen Ländern. Hierauf verwies Dr. Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Seiner Ansicht nach werde dieser Wettbewerb in erster Linie durch Preis und Qualität entschieden.

Nationale Alleingänge in Fragen des Tierschutzes schätzte Dr. Hortmann-Scholten daher als äußerst kritisch ein. Roger Fechler vom Deutschen Bauernverband ging in seinem Statement auf die nationalen Tierschutzauflagen ein und beleuchtete zudem den EU-Tierschutzaktionsplan, der derzeit vom EU-Parlament überarbeitet wird. Angesichts des wachsenden Drucks aus der Öffentlichkeit mahnte er an, Themen wie Tierwohllabel und Nachhaltigkeit ernst zu nehmen. Eine Produktion gegen die Gesellschaft ist seiner Meinung nach nicht zielführend. Dies bekräftigte auch Katrin Spemann von der QS GmbH, die darauf verwies, dass Eingriffe am Tier in der breiten Gesellschaft nicht kommunizierbar sind. Hier seien geeignete Lösungen zu finden. Den Ausstieg aus der Kastration hält Spemann für ein ein gutes Beispiel. In Bezug auf das Antibiotika-Monitoring werde sich QS zunächst einen Überblick darüber verschaffen, wieviele Antibiotika tatsächlich verbraucht werden. Erste Erfahrungswerte hierzu sind für den Herbst 2012 zu erwarten.

Sie erklärte weiterhin, dass QS generell auch immer die Nachbarländer im Blick habe und bestrebt sei, im Sinne des Wettbewerbs gemeinsame Lösungen zu finden. Für den niedersächsischen Sauenhalter Volker Schweers aus Süstedt hat die Schweineproduktion in Deutschland nur Zukunft, wenn die Branche sich dem Thema Tierschutz offensiv annimmt und Lösungen anbietet. Schweers kann sich aber auch eine Produktion für unterschiedliche Märkte (in unterschiedlichen Ställen) vorstellen. Wichtig ist ihm dabei, dass an einer europäischen Lösung gearbeitet wird. (dlg)
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