24.11.2022 | 16:19:00 | ID: 34711 | Ressort: Landwirtschaft | Tier

Tierschutzforschungspreis: Alternativmethoden statt Tierqualen

Berlin (agrar-PR) - Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Nick verleiht 41. Tierschutzforschungspreis – diesjährige Auszeichnung geht an Wissenschaftler aus Hannover und Göttingen
Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Ophelia Nick, hat heute in Berlin den Tierschutzforschungspreis des BMEL verliehen. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Mit der Auszeichnung treibt das Bundesministerium seit vielen Jahren die Entwicklung und Erforschung von Alternativmethoden zu Tierversuchen voran.

Die diesjährigen Preisträger sind Leon Budde vom Institut für Mechatronische System der Leibniz Universität Hannover und Dr. Tim Meyer vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universitätsmedizin Göttingen. Ihnen ist es gelungen, ein Verfahren zur Herstellung von künstlichem menschlichen Herzmuskelgewebe (EHM) zu entwickeln. Das Verfahren kann unter anderem zur Erforschung von Erkrankungen im Bereich des Herz-Kreislauf-Systems – wie beispielsweise Herzversagen oder Herzinfarkten – eingesetzt werden. So könnten künftig deutlich weniger Tiere im Rahmen von Tierversuchen in diesem Forschungsbereich erforderlich sein.

Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Ophelia Nick: „Weitestgehender Verzicht auf Tierversuche, wo immer möglich - das ist unser Ziel. Alternativmethoden statt Tierqualen - das treiben wir voran, auch mit unserem Tierschutzforschungspreis. Denn innovative Verfahren wie die von Leon Budde und Dr. Tim Meyer zeigen: Fortschritt in der Medizin und besserer Schutz von Versuchstieren sind auch gemeinsam möglich. Ein großartiger Erfolg für Mensch und Tier!"

Zum Forschungsprojekt:
Die diesjährigen Preisträger sind Leon Budde (Leibniz Universität Hannover, Institut für Mechatronische Systeme) und Dr. Tim Meyer (Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Pharmakologie und Toxikologie). Ihnen ist es gelungen, künstlich Herzgewebe herzustellen, das sich wie der Herzmuskel im lebenden Organismus verhält. Mit der entwickelten Methode kann in größerem Umfang künstlicher menschlicher Herzmuskel (EHM) erzeugt und beispielsweise die Wirkung/Nebenwirkung von Arzneimitteln untersucht werden. Dabei ist es auch möglich, Modelle für krankhafte Veränderungen am Herzen nachzustellen. Mit dieser Alternativmethode könnte künftig die Verwendung von Versuchstieren im Rahmen der Erforschung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich reduziert werden.

Zum Tierschutzforschungspreis:
Tierversuche dürfen nur dann durchgeführt werden, wenn der verfolgte Zweck nicht durch andere Methoden oder Verfahren erreicht werden kann. Dort, wo Alternativmethoden an die Stelle von Tierversuchen treten können, müssen sie auch angewendet werden. Um in möglichst allen Bereichen, in denen Tierversuche durchgeführt werden, Alternativmethoden zu entwickeln und die zugehörige Forschung voranzutreiben, schreibt das BMEL jährlich den Tierschutzforschungspreis aus. Der Preis wird für innovative, zukunftsweisende wissenschaftliche Arbeiten ausgeschrieben, die einen Beitrag zur Entwicklung von Methoden leisten, durch die Tierversuche ersetzt oder eingeschränkt werden können (Replacement und Reduction) oder die zu Verbesserungen der Haltungsbedingungen von Versuchstieren führen können (Refinement).

Weitere Maßnahmen des BMEL zum Schutz von Versuchstieren:
Ziel des BMEL ist es, Tierversuche wo immer möglich zu reduzieren und Versuchstiere bestmöglich zu schützen. Zu den Maßnahmen des BMEL gehören neben der Vergabe des Tierschutzforschungspreises unter anderem:
• der Betrieb des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren (etwa 1,5 Millionen Euro jährlich),
• die Forschungsförderung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (etwa 400.000 Euro jährlich) sowie
• die Unterstützung der Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen (100.000 Euro jährlich).“
Pressekontakt
Herr Mathia Paul
Telefon: 030 / 18529-3170
E-Mail: poststelle@bmel.bund.de
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Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
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10117 Berlin
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