21.07.2016 | 16:50:00 | ID: 22655 | Ressort: Landwirtschaft | Unternehmen

Übernahmeschlacht zwischen Bayer und Monsanto geht weiter

Stuttgart (agrar-PR) - Der amerikanische Saatgutkonzern Monsanto bleibt eisern. Bayer hat - abermals - das Angebot erhöht, welches - abermals - abgelehnt wurde. Wie nun bekannt wurde, erhöhte der Konzern aus Leverkusen sein Angebot von 122 US-Dollar pro Aktie auf 125 US-Dollar. Doch Monsanto stimmte dem Deal nicht zu. Die Führung des amerikanischen Saatgutkonzerns sprach von einem finanziellen "inadäquaten" Angebot. Jedoch sind die Verhandlungen noch nicht zu Ende. Der Konzern zeigt sich noch immer gesprächs- und verhandlungsbereit. Ob Bayer das Angebot nochmals erhöhen wird? Die Führung ist enttäuscht und hat die Tonart verschärft. So verwies der deutsche Konzern auf die "schwache Geschäftsentwicklung" und den "reduzierten mittelfristen Ausblick". Es sind vor allem spannende Zeiten für Anleger. Wird Bayer das Angebot nochmals verbessern oder wird der Deal platzen?

Das derzeitige Angebot liegt bei 58 Milliarden Euro

Der amerikanische Saatgutriese Monsanto hat das verbesserte Angebot des deutschen Konzerns Bayer erhalten, jedoch wieder abgelehnt. Für den Konzern würde das Angebot - derzeit 58 Milliarden Euro - keinen Deal sicherstellen. Doch der amerikanische Konzern hat die Verhandlungen noch nicht beendet; man stehe noch immer für neue Angebote zur Verfügung. Neben dem Pharma- und Chemiekonzern Bayer, gibt es - so Monsanto - auch Angebote von anderen Parteien. Welche das sind und ob tatsächlich Angebote gemacht wurden oder ob es nicht nur eine reine Taktik des amerikanischen Konzerns ist, kann nicht gesagt werden.

Bei Bayer ist man ratlos

Neben der Preiserhöhung verbesserte Bayer das Angebot auch dahingehend, noch eine zusätzliche Aufhebungszahlung in Höhe von 1,5 Milliarden Euro zu bezahlen, sofern die nötigen Freigaben von den Kartellbehörden nicht erteilt werden würden. Damit beläuft sich das theoretische Gesamtangebot auf knapp 60 Milliarden Euro. Glückt dem Konzern aus Leverkusen der Deal, wäre es die größte Übernahme der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Die Unternehmensführung aus Leverkusen ist eisern bestrebt, eine zielführende und friedliche Einigung zu erzielen. Auch wenn das abermalige Zurückweisen des Angebots schon - zumindest inoffiziell - für schlechte Stimmung gesorgt hat. Die Verantwortlichen von Bayer können nicht nachvollziehen, warum das erhöhte Angebot nicht akzeptiert wurde.

Wiederholt sich der BASF-Deal?

Werner Baumann, Bayer-Chef, weiß, dass die Situation zwar nicht verfahren ist, jedoch schwieriger als zu erwarten war. Erfahrungen mit amerikanischen Konzernen und deren Verhandlungsausdauer, hat auch schon BASF - der direkte Bayer-Konkurrent - gemacht. Der Chemieriese aus Ludwigshafen wollte Engelhard, einen amerikanischen Katalysatorhersteller, übernehmen. Der Kaufpreis lag bei gut 5 Milliarden US-Dollar. Barry Perry, damaliger Engelhard-Chef, lehnte das Angebot ab. BASF startete daraufhin eine feindliche Offerte für 37 US-Dollar je Engelhard-Aktie. Ein Wert, der einer Prämie von gerade einmal 23 Prozent gegenüber dem letzten Börsenwert darstellte. Das Unternehmen forderte jedoch 40 US-Dollar je Aktie; nach dem die Bücher überprüft wurden, erhöhte BASF das Angebot auf 38 US-Dollar und wenig später - nach neuerlicher Ablehnung - auf 39 US-Dollar. Der amerikanische Konzern stimmte zu. Ob auch der aktuelle Deal so enden wird? Noch zeigen sich beide Seiten gesprächsbereit. Ob und wann Bayer das Angebot verbessert – oder ob Monsanto vielleicht doch noch einen andern Deal vorschlagen wird – steht noch nicht fest.
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