07.11.2016 | 21:40:00 | ID: 23165 | Ressort: Landwirtschaft | Veranstaltungen

Hülsenfrüchte-Kongress: Die Eiweißpflanzenstrategie führt Soja, Lupine, Erbse und Ackerbohne aus der Nische

Bonn (agrar-PR) - Vier Jahre nach der Einführung der BMEL-Eiweißpflanzenstrategie zogen rund 200 Vertreter aus Praxis, Beratung, Forschung, Wirtschaft und Politik in Berlin Bilanz.
Nach vielen Jahren rückläufigen Trends sind die Hülsenfrüchte wieder auf einem guten Weg aus der Nische in einen wachsenden Sektor.

Nach wie vor gibt es Herausforderungen im Anbau und der Verarbeitung, aber der Aufwärtstrend ist deutlich. Entscheidend dabei: Wissenstransfer und Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind Grundlagen für den Fortschritt.

Zum Kongress des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als Geschäftsstelle der Eiweißpflanzenstrategie erklärte Clemens Neumann, Abteilungsleiter im BMEL: „Ein vermehrter Anbau von Hülsenfrüchten in Deutschland und in Europa hilft, die gesellschaftlichen Erwartungen an nachhaltig produzierte, hochwertige und preiswerte Futter- und Lebensmittel zu erfüllen.“

Gleichwohl sei sich das BMEL bewusst, dass es eines längeren Atems bedarf, damit Hülsenfrüchte wieder fester Bestandteil von Fruchtfolgen werden. „Deshalb sieht der Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2017 und für die mittelfristige Finanzplanung bis 2020 vor, dass die Summe der seit 2014 jährlich bereitgestellten Bundesmittel für die Eiweißpflanzenstrategie von 19 auf 27 Millionen Euro aufgestockt werden soll. Die bisher bis 2018 begrenzte Laufzeit soll bis 2020 verlängert werden,“ so Neumann.

Nachhaltigkeit nur durch gesamte Wertschöpfungskette realisierbar

Die ersten Erfolge der Eiweißpflanzenstrategie wurden bereits durch das Greening sowie Agrarumweltmaßnahmen erzielt: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Anbaufläche von Hülsenfrüchten 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 68.000 Hektar auf etwa 160.400 Hektar (+74 Prozent) angestiegen. Im Jahr 2016 legte die Anbaufläche nach vorläufigen Berechnungen noch einmal um 17 Prozent zu und stieg auf 187.700 Hektar.

Praxisversuche und Dialog der Akteure bringen nötiges Wissen

Drei modellhafte Demonstrationsnetzwerke mit Forschungseinrichtungen aus fast allen Bundesländern, 240 landwirtschaftlichen Betrieben sowie Verarbeitungsunternehmen haben in den vergangenen drei Jahren ihren Beitrag für einen erfolgreichen Anbau und passende Nachfrage geleistet; durch überzeugende Beispiele aus der Praxis, Anbaudemonstrationen und  Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit der Hülsenfrüchte.

BLE-Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden wies auf die Bedeutung eines steigenden Bewusstseins für heimische Hülsenfrüchte hin: „Mit dem praxisnahen Ansatz der Eiweißpflanzenstrategie, dem intensiven Dialog mit den Akteuren, einem effektiven Wissensmanagement und starker Öffentlichkeitsarbeit sind wir auf einem guten Weg, den Hülsenfrüchten einen ordentlichen Rückenwind zu verschaffen.“

Gesellschaftliche Anforderungen motivieren zum Anbau

Auf dem Kongress präsentierten nationale und internationale Experten Konzepte, Erkenntnisse und bisherige Ergebnisse aus Forschungsprojekten und den Demonstrationsnetzwerken. Ferner zeigten innovative Landwirte anhand ihrer Best-Practice-Beispiele, warum für sie der Anbau von Hülsenfrüchten ein Motivationsfaktor ist. Dabei wurde deutlich: Gesellschaftliche Anforderungen wie gentechnikfreie Futtermittel bilden, gepaart mit guter landwirtschaftlicher Praxis, den Ansporn für den Einstieg in den Hülsenfrüchteanbau.

Deutlich wurde, dass die Eiweißpflanzenstrategie ein guter Impulsgeber ist. Ihre Ansätze werden von der Praxis aufgegriffen und helfen bei einer Zusammenführung von Forschung und Beratung. Es wurde betont, dass Regionalität ein wichtiger Aspekt sei. Das Publikum war sich einig, dass Kontinuität und Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen wichtig sind; beispielsweise für die Weiterentwicklung und Investitionen in Verarbeitung oder Zuchtprogramme. (ble)
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