19.10.2011 | 15:30:00 | ID: 11160 | Ressort: Landwirtschaft | Veranstaltungen

Symposium: Pflanzenschutz und Gewässerschutz

Freising (agrar-PR) - Die gute fachliche Praxis ist Grundvoraussetzung für sachgerechtes Handeln im Pflanzenschutz.
Was dies konkret bedeutet und wie sich Anwendungsfehler vermeiden lassen, stand im Mittelpunkt des Symposiums ‚Pflanzenschutz und Gewässerschutz‘, das die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Institut für Pflanzenschutz, gemeinsam mit dem Industrieverband Agrar (IVA) in Freising veranstaltet hat. Zu den Teilnehmern zählten Pflanzenschutz- und Wasserberater, Hersteller von Pflanzenschutzgeräten und Reinigungssystemen, Vertreter aus Industrie und Handel sowie Lohnunternehmer. Die Tagung zeigte auf, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft nicht nur effizient, sondern auch ohne Gefährdung von Gewässern möglich ist. Insbesondere die sachgemäße Reinigung der Geräte spielt dabei eine große Rolle.

Der Präsident der Bayerischen Landesanstalt Jakob Opperer erläuterte zu Beginn der Veranstaltung, wie wichtig der Pflanzenschutz für die Landwirtschaft ist, aber auch welche Risiken damit verbunden sind. Er forderte vor allem die anwesenden Beratungskräfte auf, die Anwender entsprechend aufzuklären.

Die Bedeutung der Wasserrahmenrichtlinie für die Landwirtschaft in Bayern schilderte Helmut Haran vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln dürfe ausschließlich nach guter fachlicher Praxis erfolgen, so Haran. Es gelte auszuschließen, dass Reste von Pflanzenschutzmitteln über unsachgemäßen Umgang oder fehlerhafte Anwendung durch den Landwirt in Oberflächengewässer gelangen.

Auf die speziellen Anforderungen des Pflanzenschutzes durch die neue EU-Gesetzgebung ging im Anschluss Dr. Kathrin Bürling vom IVA detailliert ein. Sie machte deutlich, dass die Landwirtschaft Gefahr laufe, wichtige Wirkstoffe für die Anwendung zu verlieren, sollten diese in Rückstandsproben von Gewässern gehäuft gefunden werden.

Werner Heller von der LfL, zuständig für die Anwendungstechnik, zeigte auf, wo die Risiken für Punktquelleneinträge liegen und wie sie sich mit einfachen Mitteln und ohne großen Aufwand verhindern lassen. Die Hauptursachen für Punkteinträge von Pflanzenschutzmitteln sind Fehler beim Befüllen und Reinigen der Geräte sowie der unsachgemäße Umgang mit Restmengen. Professionelles Restmengenmanagement und verschiedene Reinigungstechniken bei Pflanzenschutzgeräten bieten hier Lösungen. Außerdem zeigte Heller auf, welche Alternativen für Altgeräte bestehen, die bislang in Bayern noch in großer Anzahl vorhanden sind. Mit modernen oder entsprechend nachgerüsteten Geräten lässt sich die Reinigung auch auf dem Feld schnell, sicher und vor allem sauber durchführen.

Wie andere europäische Länder mit der Problematik Restmengenmanagement und Geräte-Reinigung umgehen, erläuterte Dr. Manfred Röttele in einem abschließenden Beitrag. Hier wurden weitere Risikoreduktionsmöglichkeiten aufgezeigt.

Nach den Vorträgen stand das Symposium ganz im Zeichen praktischer Vorführungen zu verschiedenen Reinigungsvarianten bei Pflanzenschutzgeräten auf dem LfL-Gelände. Den Teilnehmern wurde der Umgang mit Pflanzenschutzmitteln und Reinigungsflüssigkeiten sowie professionelles Restmengenmanagement eindrucksvoll demonstriert. Herkömmliche Reinigungsverfahren, wie sie heute noch weit verbreitet sind, wurden effizienten, modernen Verfahren wie etwa der kontinuierlichen Behälter-Innenreinigung gegenübergestellt. Abgerundet wurden die Vorführungen mit der Demonstration eines speziellen Befüll- und Waschplatzes für Pflanzenschutzgeräte mit integriertem Biofilter. Dieser wird zurzeit von der LfL errichtet und künftig bei der Befüllung sowie bei der Reinigung der verschiedenen Pflanzenschutzgeräte der LfL genutzt. In dem angeschlossenen Biofilter können dann die Spülflüssigkeiten sowie unvermeidbare Restmengen biologisch und damit umweltfreundlich abgebaut werden. (LfL)
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