29.08.2016 | 12:05:00 | ID: 22830 | Ressort: Landwirtschaft | Veranstaltungen

Traditioneller Schäferlauf zieht Menschen aus nah und fern nach Markgröningen

Stuttgart (agrar-PR) - Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL: „Die Schäferei ist wichtiger Teil unserer Landeskultur und verbindet vorbildlich Mensch und Natur“ - Staatssekretärin Gurr-Hirsch gratuliert dem Siegerpaar des diesjährigen Schäferlaufs Lisa Link-Wolfarth aus Balingen und Daniel Erhardt aus Birkenzell in Markgröningen
Am Samstag fand in Markgröningen im Landkreis Ludwigsburg der traditionelle Schäferlauf statt. Das diesjährige Siegerpaar ist Lisa Link-Wolfarth aus Balingen und Daniel Erhardt aus Birkenzell. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL gratulierte dem Siegerpaar. Gleichzeitig dankte sie dem Berufsnachwuchs für dessen Engagement für die Schäferei.

„In Baden-Württemberg gibt es eine lange Tradition bei der Schafhaltung und in der Wanderschäferei. Beides hat die Landschaft unserer Heimat unverwechselbar geprägt und ist auch in Zukunft von großer Bedeutung für die Erhaltung unserer besonderen Kulturlandschaften. Baden-Württemberg ist ein traditionsreiches Schäferland mit etwa zweieinhalbtausend Schäferinnen und Schäfern“, sagte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL am Samstag (27. August).

Baden-Württemberg stehe nach Bayern mit 215.000 Schafen an zweiter Stelle bei den Bestandszahlen für Schafe in Deutschland. „Die Schäferinnen und Schäfer in unserem Land pflegen und schützen mit ihren Schafen rund 50.000 Hektar Grünland durch extensive Beweidung – in erster Linie durch Wanderschäferei oder durch eine stationäre Hütehaltung“, sagte die Staatssekretärin.

Schäferinnen und Schäfer stünden jedoch vor großen Herausforderungen, die wirtschaftliche Situation sei seit Jahren angespannt – gerade bei kleineren Schäfereien. Zusätzlich mache es die enorme Arbeitsbelastung häufig schwierig, eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu finden. „Wir wissen um die Probleme der Schäferinnen und Schäfer. Daher unterstützen wir die Schafhaltung mit Förderprogrammen, Beratungs- und Bildungsangeboten sowie Forschungs- und Vermarktungsprojekten“, sagte Gurr-Hirsch.

Sie wies darauf hin, dass beispielsweise das Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl FAKT zahlreiche Bausteine enthalte, die für Schäfereibetriebe im Land von Interesse seien – beispielsweise die Förderung von extensiven Weideflächen, die Bewirtschaftung von artenreichem Grünland oder die Pflege geschützter Biotope. Darüber hinaus sei eine Beweidung des Aufwuchses von Begrünungsflächen im Ackerbau durch die Wanderschäferei zugelassen, so die Staatssekretärin weiter.

Auch die Verbraucherinnen und Verbraucher hätten die Möglichkeit, die regionalen Schäferinnen und Schäfer zu unterstützen. „Lammfleisch aus der Region ist frisch und hat keine langen Transportwege hinter sich. Wer zu heimischen Lammfleisch greift, unterstützt die Arbeit der Schäferinnen und Schäfer und trägt mit zum Erhalt der Schafhaltung in Baden-Württemberg bei“, betonte Gurr-Hirsch.

Der Schäferlauf in Markgröningen sei ebenfalls wichtig, um auf die Bedeutung und den Stellenwert der Schäferei in der Region und in ganz Baden-Württemberg hinzuweisen. „Das ganze Wochenende über wird in Markgröningen gefeiert und ein buntes Programm geboten. Ich freue mich, dass der Schäferlauf in Markgröningen kein angestaubtes Relikt vergangener Zeiten ist, sondern ein gelebtes und ganz besonderes Kulturgut“, sagte die Staatssekretärin.

Hintergrundinformationen:

Die Schafhaltung unterliegt einem Strukturwandel. Seit 2003 ging die Zahl der Schafe in Baden-Württemberg von rund 300.000 um 30 Prozent auf 215.000 Tiere zurück, die Zahl der Betriebe sank um 40 Prozent. Dieser überproportional höhere Rückgang an Betrieben gegenüber Schafen zeigt, dass vor allem kleinere Betriebe mit wenigen Tieren die Schafhaltung aufgaben. Derzeit gibt es noch rund 2.500 Betriebe mit Schafen im Land.

Die Erlöse aus der Tierhaltung durch Lammfleisch, Wolle und Zuchttiere können nur einen Teil der Betriebskosten decken. Durch die EU-Direktzahlungen und staatliche Ausgleichsleistungen wie die landeseigenen Agrarumweltprogramme FAKT (Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl), LPR (Landschaftspflegerichtlinie) und SLG (Steillagenförderung Dauergrünland) sowie die AZL (Ausgleichszulage Landwirtschaft) wird ein wesentlicher Teil des Betriebseinkommens generiert.

Baden-Württemberg kann hierbei bundesweit als überdurchschnittlich in der Unterstützung bezeichnet werden, was auch im Vergleich zu anderen Ländern durch einen geringeren Tierbestandabbau bestätigt wird. (MLR-BW)
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