18.10.2021 | 20:28:00 | ID: 31249 | Ressort: Landwirtschaft | Weinbau

Betriebe mit Rebfläche wuchsen in Rheinland-Pfalz um durchschnittlich drei Hektar

Bad Ems (agrar-PR) - Im Jahr 2020 bewirtschafteten in Rheinland-Pfalz als mit Abstand größtem weinbautreibenden Bundesland 6.501 Betriebe zusammen 63.606 Hektar Rebfläche.
Wie das Statistische Landesamt auf Grundlage der Landwirtschaftszählung 2020 mitteilt, ging die Zahl der Betriebe seit 2010 um 31 Prozent zurück. Die durchschnittliche Rebfläche je Betrieb wuchs von 6,8 auf 9,8 Hektar.

Gut 78 Prozent der Betriebe mit Rebfläche werden in der Rechtsform eines Einzelunternehmens geführt. Von diesen 5.094 Familienbetrieben wurden 60 Prozent im Haupt- und 40 Prozent im Nebenerwerb bewirtschaftet (2010: 55 Prozent Haupt- und 45 Prozent Nebenerwerbsbetriebe).

Der Anteil der Einzelunternehmen ist im Weinbau niedriger als bei den landwirtschaftlichen Betrieben insgesamt (83 Prozent). Knapp 28 Prozent der Betriebe unter zwei Hektar Rebfläche werden im Haupterwerb geführt (2010: 20 Prozent), bei den Betrieben mit zwei bis fünf Hektar Rebfläche sind es 52 Prozent (2010: 55 Prozent), bei jenen mit fünf bis zehn Hektar rund 77 Prozent (2010: 83 Prozent). Gut 90 Prozent der Familienbetriebe mit zehn Hektar und mehr waren Haupterwerbsbetriebe (2010: 93 Prozent).

Knapp 33.800 Arbeitskräfte im Weinbau tätig

Insgesamt waren im vergangenen Jahr 33.800 Arbeitskräfte in Betrieben mit Rebfläche tätig; 2010 waren es noch 48.000. Zusammen erbrachten sie eine Arbeitsleistung von 15.500 Vollzeitarbeitskräften (minus 15 Prozent). Insgesamt 9.900 Familienarbeitskräfte waren in den Betrieben tätig, davon 4.400 in Vollbeschäftigung und 5.600 in Teilzeitbeschäftigung.

7.800 Personen entfielen auf die Gruppe der ständigen familienfremden Arbeitskräfte. Saisonarbeitskräfte stellten mit 16.100 Personen die anteilig größte Beschäftigtengruppe dar. Sie erbrachten in Summe eine Arbeitsleistung von 2.900 Vollzeitarbeitskräften oder 19 Prozent der Arbeitsleistung insgesamt.

Rheinhessen – Zuwachs von knapp 500 Hektar Rebfläche seit 2010

Im flächen- und betriebsstärksten rheinland-pfälzischen Anbaugebiet Rheinhessen, das zugleich das größte in Deutschland ist, wurden im Rahmen der Strukturerhebung insgesamt 2.079 Betriebe mit einer Gesamtrebfläche von 27.030 Hektar erfasst (plus 501 Hektar seit 2010).

Die Zahl der Betriebe ging seit 2010 um gut 27 Prozent zurück (minus 786 Betriebe). Der durchschnittliche rheinhessische Betrieb bewirtschaftet eine Fläche von 13 Hektar und ist innerhalb von zehn Jahren um 3,7 Hektar oder gut 40 Prozent gewachsen. Mit 1.036 Betrieben bewirtschaftet knapp die Hälfte zehn Hektar und mehr Rebfläche.

Pfalz – 47 Prozent durchschnittliches Betriebsgrößenwachstum seit 2010

In der Pfalz, dem zweitgrößten rheinland-pfälzischen Weinanbaugebiet, wirtschafteten auf einer Rebfläche von 23.315 Hektar im vergangenen Jahr 1.998 Betriebe. Seit 2010 ging deren Zahl um 943 Betriebe zurück (minus 32 Prozent). Im Schnitt bewirtschaftet jeder Betrieb 11,7 Hektar (plus 3,7 Hektar oder 47 Prozent seit 2010).

Auch in der Pfalz bewirtschaftet die anteilig größte Zahl der Betriebe zehn Hektar und mehr Rebfläche (885 Betriebe). Lediglich noch 455 Betriebe verfügen über eine Rebfläche unter zwei Hektar (minus 51 Prozent seit 2010).

Mosel – Rebfläche seit 2010 um 209 Hektar rückläufig

Im rheinland-pfälzischen Teil des Weinbaugebiets Mosel sind insgesamt 1.765 Betriebe mit Rebfläche ansässig. Mit minus 908 Betriebe bzw. 34 Prozent seit 2010 nahm in diesem Weinanbaugebiet die Betriebszahl prozentual am stärksten ab. Die Betriebe bewirtschaften eine Rebfläche von 8.176 Hektar. Gegenüber 2010 ging die bewirtschaftete Fläche um 209 Hektar zurück.

Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt 4,6 Hektar. Sie stieg seit 2010 um 1,5 Hektar bzw. 48 Prozent. Speziell die Zahl der kleinen Betriebe unter zwei Hektar Rebfläche (672 Betriebe) sind weniger geworden (minus 46 Prozent). Die Zahl der Betriebe mit zehn Hektar Rebfläche und mehr verdoppelte sich seit 2010 auf 160 Betriebe.

Nahe – Durchschnittlicher Betrieb bewirtschaftet zehn Hektar

Die 424 im Weinbaugebiet Nahe beheimateten Betriebe bewirtschafteten 2020 eine Rebfläche von 4.255 Hektar. Im Durchschnitt entspricht dies zehn Hektar je Betrieb, sodass die Nahe zu den größer strukturierten Weinanbaugebieten in Rheinland-Pfalz zählt. Seit 2010 ging die Betriebszahl um 27 Prozent zurück. Im Mittel wuchsen die Betriebe um 2,8 Hektar oder 38 Prozent.

Ahr – 53 Prozent der Betriebe bewirtschaften unter zwei Hektar Rebfläche

An der Ahr bewirtschafteten 2020 insgesamt 132 Betriebe durchschnittlich 3,1 Hektar Rebfläche. Seit 2010 ging die Zahl der Betriebe um ein Viertel zurück. Die verbleibenden Betriebe wuchsen um 0,7 Hektar oder knapp 22 Prozent. Die Ahr verfügt in Rheinland-Pfalz mit 70 Betrieben über den größten Anteil von Betrieben mit einer Rebfläche unter zwei Hektar (53 Prozent).

Mittelrhein – 31 Prozent Rückgang bei der Betriebszahl seit 2010

Das Weinanbaugebiet Mittelrhein ist bezogen auf die Betriebszahl das kleinste Weinanbaugebiet in Rheinland-Pfalz. Insgesamt 103 Betriebe bewirtschaften durchschnittlich 4,1 Hektar Rebfläche. Seit 2010 stellten 46 Betriebe oder 31 Prozent die Produktion ein. Die übrigen Betriebe verzeichnen ein Rebflächenplus von 1,1 Hektar. Die Zahl der Betriebe mit einer Rebfläche unter zwei Hektar hat sich hier auf 39 Betriebe mehr als halbiert.
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