03.09.2011 | 01:51:00 | ID: 10592 | Ressort: Landwirtschaft | Weinbau

Herbstpressekonferenz des Badischen Weinbauverbands

Vogtsburg (agrar-PR) - Weinbauminister Alexander Bonde: "Nachhaltiges Wirtschaften innerhalb bestehender Anbauregeln Garant für Erfolg heimischen Weinbaus"
"Der Weinbau im Land kann sich im internationalen Vergleich mit Blick auf die Qualität seiner Erzeugnisse und den Einsatz umweltschonender Produktionsweisen sehen lassen. Ziel der Landesregierung ist es, den heimischen Weinbau gemeinsam mit der Weinwirtschaft weiterzuentwickeln und zu stärken", sagte der baden-württembergische Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, am Freitag (2. September 2011) bei der jährlichen Herbstpressekonferenz des Badischen Weinbauverbandes in Vogtsburg-Oberrotweil (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald). Die Maßnahmen der grün-roten Landesregierung hierzu seien vielfältig: Sie reichten von der Wiedereinführung der Öko-Umstellungsförderung über die Entwicklung und Zulassung pilzresistenter Rebsorten bis hin zu finanziellen So-forthilfen zum Ausgleich von Härten bei außergewöhnlichen Schadereignissen. Darüber hinaus setze sich die Landesregierung für die Belange der heimischen Weinwirtschaft in Brüssel ein.

Förderung bei Umstieg auf Öko-Weinbau wird wieder aufgenommen
"Der von der Vorgängerregierung geplante Stopp der Förderung bei der Umstellung von konventionellem auf ökologischen Weinbau deckt sich nicht mit unseren Zielen. Die Landesregierung möchte mehr Öko auch im Weinbau und wird deshalb umstellungswillige Betriebe weiter fördern", erklärte der Weinbauminister. Bislang würden im Land rund 1 200 Hektar ökologisch bewirtschaftet, was etwa fünf Prozent der Gesamtrebfläche im Land entspreche. Diese Fläche lasse sich nach Expertenmeinung Schritt für Schritt steigern. Das liege nicht zuletzt daran, dass die Absatzchancen für ökologisch erzeugten Wein in den letzten Jahren ständig angestiegen seien.

Pilzresistente und internationale Rebsorten für den Anbau freigegeben
Auch im konventionellen Weinbau wolle man gemeinsam mit der Weinwirtschaft und der Forschung an einer stärkeren Berücksichtigung ökologischer Belange arbeiten, kündigte Bonde an. "Durch den Einsatz pilzresistenter Rebsorten können die Betriebe den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zurückfahren. Dies dient dem Umweltschutz und der Wirtschaftlichkeit gleichermaßen", erklärte der Minister. Bekämpfungsmaß-nahmen gegen Pilzkrankheiten könnten so um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Die Änderung der Landesweinordnung ermögliche es den Weinbaubetrieben Badens, künftig auf eine größere Anzahl pilzresistenter Rebsorten als bisher zurückzugreifen. Diese Sorten seien am Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg gezüchtet und getestet worden. Bei der Züchtung pilzresistenter Rebsorten sei Baden-Württemberg weltweit führend. Außerdem seien weitere internationale Rebsorten und Weinsberger Rotweinsorten klassifiziert worden, teilte Bonde mit: Damit würden den Betrieben im An-bau und in der Vermarktung zusätzliche Möglichkeiten eröffnet. "Am Ende entscheidet der Verbraucher, welche Rebsorten in Zukunft stärker angebaut werden", betonte der Minister.

Beihilfe für Frostschäden läuft an - Landesregierung verlässlicher Partner
"Spätfröste im Mai dieses Jahres haben in den Weinbergen des nördlichen Landes-teils immensen Schaden angerichtet. Die Landesregierung hat den betroffenen Be-trieben zugesichert, schnell und unbürokratisch zu helfen. Dieses Versprechen lösen wir nun ein", betonte der Minister. Mit dem Nachtragshaushalt für 2011 seien sieben Millionen Euro an direkter finanzieller Hilfe bereitgestellt worden, die noch im Jahr 2011 ausgezahlt werden würden. Noch bis zum 31. Oktober sollten betroffene Betriebe entsprechende Anträge stellen. Im Rahmen der Frostbeihilfe könne der entstandene Schaden in einer Höhe von bis zu 80 Prozent ausgeglichen werden.

Auch mit Blick auf die Agrarpolitik der Europäischen Union möchte die Landesregierung der heimischen Weinwirtschaft ein verlässlicher Partner sein. "Die Diskussionen in Brüssel um die künftige Ausgestaltung der Weinmarktordnung werden wir aus dem Blickwinkel der heimischen Weinwirtschaft führen", betonte Bonde. Ein wichtiges Ziel sei es, die Weiterführung der bewährten Anbauregeln im Weinbau zu erwirken. Hier-zu veranstalte Baden-Württemberg im November dieses Jahres in Brüssel ein weinbaupolitisches Gespräch mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik. "Der Weinbau im Land ist dringend auf die Beibehaltung des Anbaustopps für Reben über 2018 hinaus angewiesen. Ziel der Landesregierung ist eine Reform der Reform der EU-Weinbauordnung", sagte der Minister. Für dieses zentrale weinbaupolitische Thema, das auch in der Koalitionsvereinbarung verankert worden sei, werde man sich gemeinsam mit den Weinbauverbänden nach Kräften einsetzen.


Hintergrundinformationen:
Folgende zusätzlichen Rebsorten werden im Anbaugebiet Baden für den allgemeinen Anbau frei gegeben:

Weißwein: Die resistenten Rebsorten Bronner und Helios sowie die internationale Rebsorte Viognier

Rotwein: Acolon, Cabernet Cubin, Cabernet Dorio und Cabernet Dorsa aus Weinsberg, die internationalen Rotweinsorten Syrah und Cabernet Franc sowie die pilzresistenten Rotweinsorten Baron, Cabernet Carbon, Cabernet Cortis, Monarch und Prior aus Freiburg.
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