02.02.2012 | 12:15:00 | ID: 12073 | Ressort: Landwirtschaft | Weinbau

Rekord: Sieben Prozent schon im Erntejahr vermarktet

Bad Kreuznach (agrar-PR) - Für die Weinwirtschaft in Rheinland-Pfalz sind zu Beginn eines jeden Jahres die Ergebnisse der Amtlichen Qualitätsweinprüfung des abgelaufenen Kalenderjahres von großem Interesse.
Die Daten der Landwirtschaftskammer zu Anstellungsanzahlen und -mengen, differenziert nach Anbaugebieten, Betriebsarten, Rebsorten etc., gelten als wichtige Informationen über den Absatz der Qualitätsweine aus den sechs Anbaugebieten und als Barometer des Absatzmarktes, das die Entwicklung von Angebot und Nachfrage in den verschiedenen Kategorien aufzeichnet.

Weine aus Rheinland-Pfalz dürfen als Qualitätswein nur vermarktet werden, wenn sie die Amtliche Qualitätsweinprüfung absolviert haben und mit der Amtlichen Prüfnummer ausgestattet wurden.

Im Prüfjahr 2011 lag erstmals die vermarktete Weinmenge über der Erntemenge des Vorjahres. Zwar sank auch die Qualitätsweinmenge in Rheinland-Pfalz, die seit Jahren trotz schwankender Erntemengen relativ konstant bei rund 5,3 Mio Hektoliter (hl) lag, im vergangenen Jahr auf 4,9 Mio hl. Dennoch lag sie um mehr als 300.000 hl über der extrem niedrigen Erntemenge von 2010 (4,6 Mio hl).

Hier flossen zur Deckung der Qualitätsweinnachfrage Lagerbestände aus den Vorjahresernten, aber vor allem bereits eine ungewöhnlich hohe Menge an 2011er Qualitätswein (rund 440.000 hl) ein.

Nie zuvor wurde in Rheinland-Pfalz eine derart große Weinmenge, rd. 7 Prozent der Ernte, schon im Erntejahr vermarktet. Der Vergleich zum Vorjahr (126.000 hl) zeigt, wie ausgeräumt Keller und Lager waren.

Mit 4.927.721 hl lag die rheinland-pfälzische Prüfmenge um 6,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auffällig bei den großen Anbaugebieten ist, dass alleine Rheinhessen mengenmäßig zulegte (4,9 Prozent), während Pfalz erheblich (- 17,8 Prozent) und Mosel deutlich (- 9,2 Prozent) an Menge einbüßten.

In der Pfalz verursachte die extrem niedrige Erntemenge im Jahr 2010 den deutlichsten Rückgang. Die Mengenentwicklungen der Qualitätsweine aus Rheinhessen und von der Mosel verhielten sich 2011 fast gegenläufig, was auf einen teilweisen Austausch in den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels hinweist.

Im Jahr 2011 stieg der Weißweinanteil an der Qualitätsweinmenge um rund 3 Prozent auf 65,41 Prozent an. Rieslingweine haben im Vergleich zum Vorjahr leicht abgenommen, liegen aber mit rund 1,1 Mio hl noch an der Spitze. Dornfelder ist der zweitwichtigste Rebsortenwein in Rheinland-Pfalz, verlor allerdings rund 200.000 hl.

Müller-Thurgau/Rivaner als Rebsortenwein zeigt einen leichten Zuwachs. Der Anteil der von Kellereien vermarkteten Handelsweine lag 2011 bei 3.075.202 hl (62,37 Prozent). Es folgen die Weingüter mit 25,77 Prozent. Winzergenossenschaften und Erzeugergemeinschaften konnten im vergangenen Jahr ihren Anteil am rheinland-pfälzischen Qualitätswein von 11,57 auf 11,86 Prozent steigern.

Die flaschenweinvermarktenden Betriebe nehmen zahlenmäßig ab. Im letzten Jahr haben sich 5.909 Betriebe mit Anstellungen an der Qualitätsweinprüfung beteiligt, davon liegen zwei Drittel unter einer jährlichen Qualitätsweinmenge von 20.000 Liter. Deutlich erkennbar ist, dass kleine Betriebe mit jährlichen Qualitätsweinmengen unter 20.000 Liter stärker und kontinuierlich vom Rückgang betroffen sind. (lwk-rlp)
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