30.03.2012 | 12:20:00 | ID: 12557 | Ressort: Landwirtschaft | Wissenschaft & Forschung

Esparsette - eine interessante Leguminose für den Futterbau ?

Changins (agrar-PR) - Die Esparsette ist eine anspruchslose und futterbaulich interessante Leguminose, die durch ihre hohen Tanningehalte auf zunehmendes Interesse stösst.
Agroscope prüfte von 2008 bis 2010 drei Zuchtsorten von Esparsette, darunter die Neuzüchtung Perdix, die neu auf die Sortenliste der empfohlenen Futterpflanzen aufgenommen wurde.

Die Esparsette ist die typische Pflanze flachgründiger, leicht durchlässiger und kalkhaltiger Böden. Sie liebt sonnenexponierte Lagen, ist aber dennoch sehr robust.

Dank ihrer tiefen Wurzeln erträgt sie auch Trockenperioden ohne Probleme. Wie alle anderen Leguminosen ist sie in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu fixieren und im Boden anzureichern. Die Esparsette besitzt ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Energiewert und Eiweiss-Gehalt und liefert ein Futter, welches nicht nur vom Rindvieh, sondern auch von Pferden und Ziegen besonders geschätzt wird.

Die Esparsette ist recht nutzungselastisch, erträgt aber nicht mehr als maximal 3 Schnitte pro Jahr. Man findet sie deshalb vorwiegend in Mähwiesen, die für die Dürrfuttergewinnung bestimmt sind.

Neben ihren agronomischen Vorzügen verfügt die Esparsette über hohe Gehalte an Tanninen. Diese wirken dem Befall durch gastrointestinale Nematoden vorbeugend entgegen und leisten so einen direkten Beitrag bei der Parasitenbekämpfung der Wiederkäuer.

Auch in der Fütterung können Tannine vorteilhafte Wirkungen haben, indem sie den Proteinabbau im Pansen hemmen. Geschätzt wird die Esparsette desweiteren auch bei Imkern, da ihre Blüten eine attraktive Tracht für die Honigbienen bilden.

Man unterscheidet zwei Formen von Esparsette:
- Die gewöhnliche, nur einmal blühende Esparsette ist ausdauernd, liefert aber nur einen Schnitt pro Jahr. Zu dieser Gruppe gehören die meisten einheimischen Ökotypen. Verwendet wird sie in Mischungen für blumenreiche Heuwiesen.
- Die mehrmals blühende Esparsette ist ertragreicher und konkurrenzstärker als der gewöhnliche Typ, aber nicht ausdauernd. Verwendet wird sie in wenig intensiv genutzten Kleegrasmischungen mit maximal drei Schnitten für eine Dauer von drei Jahren.

Die mehrschnittige Esparsette wird seit längerem auchzüchterisch bearbeitet. Das Sortenangebot ist aber sehr beschränkt, weshalb die Zuchtsorten nur in Abständen von 6 bis 9 Jahren einer Sortenprüfung unterzogen werden. Von 2008 bis 2010 prüfte Agroscope in vergleichenden Sortenversuchen drei Sorten von Esparsette: Die bereits empfohlenen Sorten Perly und Višòovský sowie die neue von ART gezüchtete Sorte Perdix. Letztere schnitt bei den meisten Eigenschaften ähnlich ab wie die Sorte Perly, mit leichten Vorteilen hinsichtlich Ertrag und Konkurrenzkraft. Perdix wurde aus zwei Gründen neu in die Liste der empfohlenen Sorten für Futterpflanzen aufgenommen: Einerseits weist sie im Vergleich mit den Standardsorten höhere Tanningehalte auf, anderseits wird dadurch das eher dürftige Sortenangebot bei der Esparsette um eine zusätzliche empfohlene Sorte erweitert.

Die Esparsette wird heute vor allem auf Bio-Betrieben meistens in Reinsaat angebaut. Zur Zeit existiert noch keine Standardmischung, in welcher eine der drei empfohlenen Sorten enthalten ist. Mit der steigenden Häufigkeit ausgeprägter Trockenperioden dürfte die Entwicklung von Mischungen mit Esparsette auf zunehmendes Interesse stossen. (agroscope)
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