29.09.2021 | 11:34:00 | ID: 31051 | Ressort: Landwirtschaft | Wissenschaft & Forschung

Internationales Promotionsprogramm nimmt nachhaltige Ernährungssysteme in den Blick

Stuttgart (agrar-PR) - International PhD Program in Agricultural Economics, Bioeconomy and Sustainable Food Systems der Universitäten Gießen und Hohenheim / DAAD fördert Stipendienprogramm für Fach- und Führungskräfte aus Entwicklungs- und Schwellenländern für weitere acht Jahre
Erkenntnisse aus der Agrarökonomie und Bioökonomie spielen eine wichtige Rolle, um die globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG) der Vereinten Nationen zu erreichen. Eine große Bedeutung kommt außerdem nachhaltigen Ernährungssystemen zu, die mit dem Wissen um die globalen sozial-ökologischen Zusammenhänge gestaltet sein müssen. Damit nachhaltige Problemlösungen im Agrar- und Ernährungsbereich umgesetzt werden können, ist eine wissenschaftsbasierte Ausbildung der Entscheidungsträgerinnen und -träger unabdingbar. Das International PhD Program in Agricultural Economics, Bioeconomy and Sustainable Food Systems (IPPAE) von Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und Universität Hohenheim versetzt Fach- und Führungskräfte aus Entwicklungs- und Schwellenländern in die Lage, die Entwicklung des Agrar- und Ernährungssystems zukunftsorientiert zu unterstützen. Nach einer sehr erfolgreichen bisherigen Bilanz wird das gemeinsame internationale Promotionsprogramm der Universitäten Gießen und Hohenheim vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) für weitere acht Jahre gefördert.

Die Förderung erfolgt im Programm „Entwicklungsbezogene Postgraduiertenstudiengänge“ (EPOS) des DAAD. Für Stipendien der Promovierenden werden beiden Universitäten jeweils von 2022 bis 2030 über zwei Millionen Euro bereitgestellt; hinzu kommen rund 480.000 Euro für Betreuungsaufgaben.

Das Promotionsprogramm IPPAE ist darauf angelegt, das Potenzial des Agrarsektors für die Armutsbekämpfung und Ernährungssicherung besser auszuschöpfen, eine nachhaltigere Nutzung natürlicher Ressourcen zu erreichen und neue Möglichkeiten zu erschließen, die sich aus der globalen Entwicklung der Bioökonomie, das heißt des Umbaus auf biobasiertes Wirtschaften, ergeben.

Prof. Dr. Martin Petrick, der das PhD-Programm an der JLU leitet, freut sich sehr, dass die Universitäten Gießen und Hohenheim jetzt erneut den Zuschlag erhalten haben. Die Förderung über den Zeitraum von weiteren acht Jahren biete den Verantwortlichen die nötige Planungssicherheit. Der Experte für Agrar-, Ernährungs- und Umweltpolitik erklärt: „Das Programm leistet einen nachhaltigen Beitrag zur akademischen Ausbildung künftiger Entscheidungsträgerinnen und -träger im Agrar- und Ernährungsbereich des Globalen Südens. Dabei setzen wir auch auf langfristige, persönliche Beziehungen.“

Prof. Dr. Regina Birner, Inhaberin des Lehrstuhls „Sozialer und institutioneller Wandel in der landwirtschaftlichen Entwicklung“ an der Universität Hohenheim, ergänzt: „In ihren Promotionsvorhaben erarbeiten die IPPAE Stipendiatinnen und -Stipendiaten innovative Lösungsansätze für die Herausforderungen des Agrar- und Ernährungssektors in ihren Herkunftsländern. Als Promotionsprogramm bietet IPPAE dabei zahlreiche Möglichkeiten für einen intensiven inhaltlichen und methodischen Austausch zwischen Stipendiatinnen und Stipendiaten und den Betreuenden.“

Das jetzt zur Förderung ausgewählte Promotionsprogramm baut auf den Erfahrungen und Erfolgen des bereits seit 1991 laufenden IPPAE-Programms auf. Die Schlüsselbereiche Agrarökonomie und Bioökonomie stehen weiterhin im Fokus; das Lehrangebot wird aber im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen um die Komponente der nachhaltigen Ernährungssysteme erweitert. Das Konzept der Ernährungssysteme nimmt dabei die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick, von klimafreundlicher Produktion über gesunde Ernährung bis zur Entwicklung innovativer Lösungen für Governance-Probleme und Schaffung von geeigneten politischen Rahmenbedingungen. Vor dem Hintergrund des „Food Systems Summit“ der Vereinten Nationen wird die Ausbildung auf innovative, ganzheitliche Konzepte ausgerichtet.

Damit leistet das Programm einen Beitrag zur Erreichung zahlreicher SDGs: Im Mittelpunkt stehen die Ziele 1 (keine Armut), 2 (kein Hunger), 3 (Gesundheit und Wohlergehen), 4 (Hochwertige Bildung), 5 (Geschlechtergleichheit), 6 (Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen), 7 (bezahlbare und saubere Energien), 10 (weniger Ungleichheiten), 12 (nachhaltiger Konsum und Produktion), 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz), 14 und 15 (Leben unter Wasser und an Land) und 17 (Partnerschaften). An der JLU verzahnt sich IPPAE daher eng mit dem ebenfalls vom DAAD (im Programm „exceed – Hochschulexzellenz in der Entwicklungszusammenarbeit“) geförderten SDG Nexus Network, das am Zentrum für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung (ZEU) angesiedelt ist.

Bisherige Erfolge

Im Zeitraum von 1991 bis 2020 wurden im Programm IPPAE in Gießen 123 und in Hohenheim 102 Doktorandinnen und Doktoranden ausgebildet. Der überwiegende Anteil der Bewerberinnen und Bewerber kam aus Ländern in Afrika südlich der Sahara und Asien, wo der Agrarsektor eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Entwicklung spielt.

Der Anteil der Absolventinnen und Absolventen, die in ihr Herkunftsland zurückgekehrt sind, liegt mit 86 Prozent überdurchschnittlich hoch. Eine engmaschige Betreuung und Integration der Teilnehmenden in bestehende Arbeitsgruppen beider Hochschulen zeichnet das Programm aus. IPPAE wendet dabei die hochrangigen Standards des International Giessen Graduate Centre for the Life Sciences (GGL) bzw. der Hohenheimer Graduierten-Akademie an.

HINTERGRUND: Universität Hohenheim
Die Universität Hohenheim ist die älteste Universität Stuttgarts. Gegründet 1818 als Antwort auf verheerende Hungersnöte fühlt sich die Universität Hohenheim neben intensiver Grundlagenforschung immer auch der Tradition verpflichtet, innovative Lösungen für drängende gesellschaftliche Probleme zu entwickeln. Heute ist die Universität Hohenheim Deutschlands Nr. 1 in Agrarforschung und Food Sciences, sowie stark und einzigartig in Natur-, Wirtschafts-, Sozial-, und Kommunikationswissenschaften. Den rund 9.000 Studierenden und bietet sie fast 40 Studiengänge an. Ein gemeinsamer Schwerpunkt in Forschung und Lehre aller Fächer ist die Bioökonomie. Dabei handelt es sich um die Wirtschaftsweise der Zukunft, mit neuen Produkten und neuen Produktionsverfahren, deren Rohstoffe von Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen stammen.

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