29.04.2021 | 20:45:00 | ID: 30134 | Ressort: Umwelt | Umweltpolitik

Umweltministerium bewilligt 193.000 Euro für Landauer Abwasserreinigungsprojekt

Mainz (agrar-PR) - Landauer Projekt testet den Einsatz von Silikagel, um Mikroschadstoffe und Mikroplastik im Wasser zu reduzieren.
Rückstände von Arzneimitteln, Pflanzenschutzmitteln oder anderen Mikroschadstoffen sowie Mikroplastik werden zunehmend in geringen Konzentrationen in Bächen und Flüssen nachgewiesen. Der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) hat in der Kläranlage Landau-Mörlheim daher ein innovatives Projekt aufgesetzt: Er testet, wie Silikagel – auch Kieselgel genannt – dazu genutzt werden kann, die Belastung des Wassers mit diesen Stoffen und Partikeln zu reduzieren. Staatsministerin Anne Spiegel hat für das Projekt Fördermittel in einer Höhe von 193.000 Euro bewilligt.

„Die Belastung unserer Gewässer mit bestimmten Mikroschadstoffen wie Arzneimittelrückständen und mit Mikroplastik hat in der Vergangenheit stetig zugenommen. Das Gemisch an Stoffen und das Mikroplastik haben negative Auswirkungen auf die Ökosysteme. Deswegen ist es uns ein wichtiges Anliegen, Wege zu finden, die Schadstoffe und Plastikpartikel direkt an der Quelle oder wenn das nicht möglich ist in Kläranlagen zu reduzieren. Der Einsatz von Silikagel in einer Kläranlage ist ein noch neues, innovatives Verfahren. Ich freue mich sehr, dass wir den Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau mit unserer Förderung darin unterstützen können, die zugehörige Technik zu installieren und die Verfahrensweise für die Anwendung in der Praxis zu testen“, erklärte Staatsministerin Anne Spiegel. „Mit dem Projekt wollen wir herausfinden, wie effektiv und wie wirtschaftlich das neue Verfahren ist und ob Kieselgel damit für den Einsatz in der Abwasserreinigung geeignet ist.“

Das Silikagel wird innerhalb des Projektes für die weitergehende Reinigung eingesetzt, nachdem das Wasser in der Kläranlage bereits in drei Stufen gereinigt wurde. Dabei ist das Ziel, dass Mikroschadstoffe an das Silikagel gebunden werden. Mikroplastik hingegen verklumpt durch das Silikagel, sodass die Teilchen danach herausgefiltert werden können. Der EWL war bereits zuvor Kooperationspartner für Pilotversuche mit Kieselgel, allerdings in kleinerem Maßstab.

„Wir freuen uns und sind durchaus auch stolz auf die Anerkennung, die mit diesem Förderbescheid verbunden ist. Mit unserem Pilotversuch im kleineren Maßstab sind wir so weit gekommen, dass in der Zukunft daraus etwas Größeres für alle entstehen könnte. Das ist ein beeindruckendes Beispiel und Resultat der Unternehmensphilosophie des EWL, als Umweltschutzbetrieb solche Impulse zu setzen“, so Dr. Maximilian Ingenthron, Verwaltungsratsvorsitzender des EWL.

Der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und ist neben der Abwasserbeseitigung auch für die Abfallentsorgung und Straßenreinigung in Landau zuständig. Zudem nimmt er die Aufgaben des städtischen Bauhofs wahr. Der EWL betreut 16.000 Haushalte im Stadtgebiet, 275 Kilometer Abwasserkanäle sowie zwei Kläranlagen.
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