25.02.2009 | 00:00:00 | ID: 25 | Ressort: Landwirtschaft | Agrarwirtschaft

Weinherbst 2008 im Südwesten: 2,52 Millionen Hektoliter Weinmost

Stuttgart (agrar-PR) - Erneut hoher Anteil zum Ausbau von Prädikatsweinen geeignet
Die für den Verkauf bestimmte Menge aus der baden-württembergischen Weinmosternte 2008 beläuft sich auf 2,52 Millionen Hektoliter (Mill. hl), wovon 1,01 Mill. hl auf Weiß- und 1,51 Mill. hl auf Rotmost entfallen. Wie das Statistische Landesamt aufgrund der Angaben zur gemeinschaftlichen Weinbaukartei weiter feststellt, wurde der Zehnjahresdurchschnitt 1998/2007 (2,56 Mill. hl) damit um 1,5 Prozent und das Ernteergebnis von 2007 um knapp 4 Prozent unterschritten. Zur Landesernte trugen die württembergischen Weinbaubereiche bei einem durchschnittlichen Ertrag von 100 hl je Hektar (hl/ha) mit 1,14 Mill. hl (1998/2007: 1,25 Mill. hl) und die badischen Weinbaubereiche bei einer Flächenleistung im Mittel aller Rebsorten von 89 hl/ha mit 1,38 Mill. hl (1998/2007: 1,31 Mill. hl) bei.

Regional sind bei der Weinmosternte 2008 wiederum bemerkenswerte Unterschiede zu verzeichnen. In den drei Weinbaubereichen Württembergs liegen die Ernteergebnisse teilweise deutlich unter den langjährigen Mitteln 1998/2007, wobei der Bereich Kocher-Jagst- Tauber (40 000 hl; -1,4 Prozent) noch vergleichsweise gut abschneidet. Das Württembergische Unterland (946 000 hl) verfehlt den langjährigen Durchschnitt um 7 Prozent, der Bereich Remstal-Stuttgart (147 000 hl) gar um ein Fünftel. Letzterer hatte besonders unter den Hagelfällen und Unwettern des Jahres 2008 zu leiden. In Baden liegen die Bereiche Breisgau (132 000 hl), Ortenau (220 000 hl) und Tauberfranken (54 000 hl) in etwa auf dem Niveau der langjährigen Durchschnittsernten. Deutlich im Plus mit 5 Prozent liegt der Weinbaubereich Kaiserstuhl (389 000 hl). Noch erfreulicher sind Zuwachsraten zwischen 8 und 10 Prozent im Kraichgau (100 000 hl), dem Markgräflerland (296 000 hl) und der Badischen Bergstraße (31 000 hl). Die höchsten Steigerungsraten von 24 bzw. 13 Prozent gegenüber den langjährigen Mitteln konnten die Winzer am Bodensee (54 000 hl) und am Tuniberg (106 000 hl) erzielen.

Auch bei den einzelnen Rebsorten bestehen ausgeprägte Ertragsunterschiede. Die seit rund 20 Jahren zu beobachtende Tendenz einer Verlagerung hin zu den Rotgewächsen zulasten weißer Rebsorten hat in den letzten zwei, drei Jahren zwar eine gewisse Sättigungsgrenze erreicht, ist aber nach wie vor der herausragende Bestimmungsfaktor für die Entwicklung der Erntemengen. Anfang der 90er-Jahre waren rund 55 Prozent der Rebflächen im Land mit Weißgewächsen und die restlichen 45 Prozent mit Rotgewächsen bestockt. Bis heute haben sich die Anbauverhältnisse auf den 26 900 Hektar Ertragsrebfläche ins Gegenteil verkehrt.

Korrigierte Fassung (geändert am 2. Februar 2009): An Weißmosten wurden in Baden insgesamt 753 000 hl geherbstet, 6 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Insbesondere der Müller-Thurgau (258 000 hl; -22 Prozent) aber auch der Riesling (86 000 hl; -9 Prozent) mussten Federn lassen. Der fast ausschließlich im Markgräflerland beheimatete Gutedel (112 000 hl; -2 Prozent) zeigte sich vergleichsweise stabil, während der Weiße Burgunder (102 000 hl; +23 Prozent) sowie der ebenfalls zur Burgunderfamilie zählende Ruländer (128 000 hl; +25 Prozent) sogar merklich die langjährigen Durchschnittsernten übertreffen konnten. An Rotmosten konnten im Anbaugebiet Baden 629 000 hl, darunter 532 000 hl Blauer Spätburgunder geherbstet werden. Gegenüber den langjährigen Durchschnitten bedeutet dies Steigerungen um 24 bzw. 18 Prozent.

In Württemberg wurde 6 Prozent weniger an Rotmosten (877 000 hl) als im Mittel der Jahre 1998/2007 eingebracht. Insbesondere der Blaue Trollinger (270 000 hl; -26 Prozent) und der Schwarzriesling (165 000 hl; -13 Prozent) hatten Einbußen zu beklagen. Der Lemberger (181 000 hl) legt dagegen um 15 Prozent zu. Bei den Weißmosten (259 000 hl; -18 Prozent) im württembergischen Anbaugebiet zeigen die Erntemengen ebenfalls eine weiter rückläufige Tendenz. So beim Riesling (177 000 hl) um 9 Prozent, bei Müller-Thurgau (26 000 hl) und Kerner (25 000 hl) sogar um 37 bzw. 42 Prozent.

Nach den gesetzlichen Regelungen könnten aufgrund der erzielten Ausgangsmostgewichte in Württemberg 881 000 hl oder 78 Prozent der Weinmostmenge als Prädikatsweine (Kabinett, Spätlese, Auslese und dgl.) und die übrigen Erntemengen als Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (Q. b. A) ausgebaut werden. Die Weißweinsorten erreichten Durchschnittsmostgewichte von 82° Oechsle, die Rotgewächse von 79° Oechsle (Mittel 1998/2007: 85° bzw. 76° Oechsle).

In Baden sind knapp sieben Zehntel (934 000 hl) des Mostertrages zur Herstellung von Prädikatsweinen, die restlichen gut 30 Prozent für die Erzeugung von Q.b.A. – Weinen geeignet. Im Durchschnitt aller Weißweinsorten wurde in Baden ein Mostgewicht von 81° Oechsle, bei den Rotweinsorten von 88° Oechsle (Mittel 1998/2007: 85° bzw. 87° Oechsle) ermittelt.
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