28.02.2014 | 12:31:00 | ID: 17182 | Ressort: Umwelt | Klima

MeteoSchweiz: Klimabulletin Februar 2014

Zürich (agrar-PR) - Der Februar 2014 war in der Schweiz 2.5 Grad zu mild im Vergleich zur Norm 1981-2010. Im Churer und St. Galler Rheintal betrug der Temperaturüberschuss dank Föhnunterstützung gar 4.0 Grad und mehr. Die Alpensüdseite war extrem niederschlagsreich, was in den Bergen zu großen Schneehöhen führte.
Ein anhaltend milder Wintermonat

Außer auf der Alpensüdseite und in Gipfellagen lagen die Temperaturen im Februar überall in der Schweiz täglich über der Norm 1981-2010. Dabei fällt auf, dass keine Periode mit massiv überdurchschnittlichen Temperaturen auftrat, sondern die moderaten täglichen Überschüsse konstant über den ganzen Monat anhielten.

Auf der Alpensüdseite brachten vor allem die Perioden vom 8. bis 13. sowie vom 24. bis 25. Februar unterdurchschnittliche Temperaturen. In Berglagen zeigten nicht ganze Perioden, sondern nur einzelne Tage Temperaturen unter der Norm 1981-2010.

Große Schneehöhen...

Mehrere Schneefälle in der ersten Monatshälfte führten auf der Alpensüdseite in höheren Lagen zu großen Schneehöhen. In Airolo (1139 m ü.M.) erreichte die höchste Schneehöhe 1.87 m. Das ist die zweithöchste Schneehöhe in der seit 1958 verfügbaren Messreihe. Der mit 2.10 m höchste Messwert in Airolo stammt vom Jahr 1978, erfasst ebenfalls im Monat Februar.

In Bosco-Gurin (1505 m ü.M.) wurde eine maximale Schneehöhe von 2.40 m erreicht. Etwas höher mit 2.50 m lag der Schnee in San Bernardino (1639 m ü.M.) im Misox. Für Bosco-Gurin ist es die fünfthöchste, für San Bernardino die zweithöchste Schneehöhe seit Beginn der Messungen (Bosco-Gurin 1961, San Bernardino 1968).

Die mit 4.10 m bisher weitaus größte erfasste Schneehöhe in Bosco-Gurin ergab sich aus den enormen Schneefällen vom April 1975. Am Messstandort San Bernardino lagen damals 2.95 m Schnee, ebenfalls die höchste hier erfasste Schneehöhe.

...und extreme Niederschlagssummen auf der Alpensüdseite

Am Messstandort Lugano fiel mit 215 mm die dritthöchste Februar-Niederschlagssumme seit Messbeginn 1864. Letztmals mehr Februar-Niederschlag gab es hier im Jahr 1951, ebenfalls ein Winter mit enormen Schneemengen in den Bergen der Alpensüdseite.

Etwa dieselbe Februarsumme wie in Lugano fiel auch in San Bernardino mit 221 mm. In der seit 1901 verfügbaren Messreihe ist es der zweithöchste Februarwert. Allerdings ist die Messreihe von 1942 bis 1954 unterbrochen, so dass der Rekordwinter 1951 nicht erfasst wurde.

Südwest-Sturm zur Monatsmitte

Am 13. Februar 2014 wurde die Schweiz am Nachmittag von einem kräftigen Südwest-Sturm überquert. Die höchsten Böenspitzen wurden auf dem Chasseral mit 153 km/h und auf der Diablerets mit 151 km/h registriert. Im Flachland erreichten die höchsten Böenspitzen zwischen 100 km/h und 112 km/h. Vor dem Südwest-Sturm entwickelte sich über den Alpen eine kräftige Föhnströmung. In den Föhntälern lagen die höchsten Föhnböen bei rund 90 km/h, in Altdorf bei 107 km/h.

Saharastaub über der Schweiz

Am 18. Februar 2014 gelangte eine mit Saharastaub beladene Luftmasse nach Mitteleuropa. Auslöser waren Sandstürme über der Sahara ein paar Tage zuvor, welche die feinen Sandpartikel aufwirbelten. Diese wurden anschließend mit einer kräftigen Südströmung nach Norden verfrachtet. In der Luft konnte man einen milchigen Dunst und eine gelb-rötliche Trübung des Himmels wahrnehmen.

Mit dem Niederschlag am 19. Februar legte sich der Saharastaub in höheren Lagen in vielen Gebieten gut sichtbar auf die Schneedecke. Im Flachland war er als feine Schmutzschicht, wie so oft, vor allem auf Autos zu beobachten.

Allgemeine Blüte der Haselsträucher

Blühende Haselsträucher wurden im Februar in der ganzen Schweiz beobachtet vom Flachland bis in Höhenlagen von rund 1000 m. Während in den tieferen Lagen der Blühzeitpunkt nur knapp eine Woche vor dem Mittel 1981–2011 liegt und damit als normal eingeordnet werden kann, war die Blüte in den höheren Lagen früh bis sehr früh. Mitte Monat betrug der Vorsprung in Höhenlagen über 600 m zwei bis vier Wochen. Gegen Ende des Monats reduzierte sich der Vorsprung auf knapp zwei Wochen.

Haselsträucher zeigen immer eine sehr große Streubreite in ihrem Aufblühen. Während die frühesten Haseln eines Gebiets schon blühen, können anderen noch ganz geschlossene Blütenkätzchen zeigen. Im Flachland blühten im Februar schon die meisten Haselsträucher, in den Lagen bis 1.000 m waren erst die früheren Sträucher am blühen.

Die milden Februartemperaturen ließen den ersten Huflattich aufblühen. Erste Stationen meldeten diese Phase mit einer Verfrühung von rund drei bis fünf Wochen.

Monatsbilanz

Der Februar 2014 brachte verbreitet einen Temperaturüberschuss zwischen 2.0 und 3.0 Grad im Vergleich zur Norm 1981-2010. Im Churer und St. Galler Rheintal lag die Monatstemperatur mit Föhnunterstützung 4.0 bis 4.6 Grad über der Norm. In Gipfellagen betrug der Überschuss 1.0 bis 2.0 Grad und auf der Alpensüdseite rund 0.5 bis 1.5 Grad.

Extrem Niederschlagsreich war der Februar 2014 auf der Alpensüdseite und im Engadin mit Mengen von 200 bis über 400 Prozent der Norm 1981-2010. Im Westen und im Wallis lagen die Mengen verbreitet zwischen 130 bis 200 Prozent, und in der übrigen Schweiz zwischen 50 und 120 Prozent der Norm.

Als Folge der häufigen Niederschlagstätigkeit erhielten die Alpensüdseite und weite Teile des Wallis nur 50 bis 60 Prozent der normalen Sonnenscheindauer. In der Westschweiz lagen die Werte zwischen 60 und 80 Prozent der Norm, während im Mittelland und am Alpennordhang die Februar-Sonnenscheindauer 80 bis 110 Prozent der Norm 1981-2010 erreichte. (MeteoSchweiz)
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