28.05.2014 | 21:36:00 | ID: 17846 | Ressort: Umwelt | Klima

MeteoSchweiz: Klimabulletin Frühling 2014

Zürich (agrar-PR) - Der Frühling war in der Schweiz überdurchschnittlich warm, etwas zu trocken und recht sonnig. Zu den milden und sonnigen Verhältnissen trugen vor allem die beiden Monate März und April bei, während der Mai wechselhaft und zu kühl ausfiel.
Sehr warmer März und April

Nach einem sehr warmen Winter 2013/2014 gehört auch der Frühling 2014 zu den zehn wärmsten seit Messbeginn 1864. In den meisten Regionen erreichte der Frühling insgesamt einen Temperaturüberschuss von 1 bis 1.5 Grad im Vergleich zur Norm 1981-2010. Im Tessin gab es Werte von 1.5 bis 2 Grad über der Norm. Weit überdurchschnittliche Monatsdurchschnitte lieferten vor allem die Monate März und April mit Überschüssen von 1 bis 2 Grad bzw. 2 bis 2.5 Grad. Die Mai-Temperatur hingegen lag rund 0.6 Grad unter Norm 1981-2010.

Regional deutlich zu trocken

Der Frühling lieferte in den meisten Gebieten der Schweiz 70 bis 90 Prozent der normalen Niederschlagsmengen. Regional waren es im Wallis, im Tessin und in Graubünden aber auch nur 50 bis 60 Prozent der Norm. Die erste Frühlingshälfte war ausgesprochen niederschlagsarm. Im März blieben die Niederschlagsmengen verbreitet weit unter dem Durchschnitt. Im April verzeichneten vor allem Graubünden und das Tessin deutliche Niederschlagsdefizite, und der Mai-Niederschlag blieb schließlich im Wallis und erneut im Tessin und in Graubünden erheblich unter der Norm 1981-2010.

Nach sonnigem Beginn trüber Ausklang

Die Sonnenscheindauer erreichte über den gesamten Frühling in allen Regionen der Schweiz Werte zwischen 100 und 120 Prozent der Norm 1981-2010. Sehr sonnig war vor allem der März, und auch im April lag die Sonnenscheindauer verbreitet etwas über der Norm. Im Mai hingegen blieb die Sonnenscheindauer außer im Engadin und auf der Alpensüdseite deutlich unter der Norm 1981-2010.

Früher Schneeabbau auf dem Säntis

Im langjährigen Durchschnitt erreicht die Schneedecke auf dem Säntis (2502 m ü.M.) gegen Ende April die größte Mächtigkeit. Im Mittel sind dies rund 4.5 m. In diesem Frühling wurde auf dem Säntis bereits gegen Ende März die größte Schneehöhe registriert, also einen Monat früher als normal. Mit rund 3.5 m war sie auch deutlich weniger mächtig als im langjährigen Durchschnitt. Ende April lagen dann noch rund 2 m Schnee auf dem Säntis, also weniger als die Hälfte als normalerweise zu diesem Zeitpunkt.

Die Pollensaison Frühling 2014

Birke - früher Beginn und große Pollenmengen

Die Birkenpollensaison begann zwischen dem 17. und 20. März im Tessin und an den tiefer gelegenen Orten der Alpennordseite. Im Tessin sind das 7-9 Tage und auf der Alpennordseite 10-14 Tage früher als im 15-jährigen Mittel 1997-2011. Kühleres Wetter und Niederschläge verzögerte jedoch das definitive Ansteigen der Pollenbelastung bis am 27./28. März. An der Mehrheit der Pollenmessstationen gehörte die Birkenpollensaison zu den stärkeren der Vergleichsperiode 1997-2011.

In Buchs war es bei der Gesamtpollenmenge sogar die stärkste, in Basel die zweitstärkste. In der Zentral- und Ostschweiz wurden 15-23 Tage mit starkem Pollenflug gezählt, in der Westschweiz 10-17 Tage und im Tessin 24 Tage. Die sonnigen, warmen Tage ab Ende März bis Mitte April begünstigten die Blüte der Birken und führten zu dieser starken Pollenfreisetzung. Gleichzeitig mit den Birken blühte auch die Hagebuche sehr stark, die bei Birkenpollenallergikern ebenfalls Symptome auslösen kann. Die Kombination dieser beiden Arten führte zu einem häufigeren Auftreten von Pollenasthma in diesem Jahr.

Esche - an vielen Stationen das schwächste Jahr seit Messbeginn

Eschenpollen waren seit Mitte März in der Luft. An einigen Stationen ist das früher, an andern später als im Mittel 1997-2011. Der Anstieg der Eschenpollenmengen erfolgte nur zögerlich. An 10 Pollenmessstationen wurden höchstens mäßige Belastungen erreicht, während an den vier restlichen Stationen nur 1-4 Tage mit starkem Pollenflug gemessen wurde. Die Eschenpollensaison war an den meisten Stationen die schwächste seit Messbeginn. Nur im Tessin zeigt das Jahr 2007 noch eine leicht tiefere Gesamtpollenmenge.

Die Gründe für diese sehr schwache Eschenblüte war die sehr hohe Pollenproduktion im Vorjahr. Im aktuellen Jahr haben die noch vorhandenen essentiellen Nährstoffe zur Blütenreife nicht gereicht, da auch die Winterfeuchtigkeit zu gering war. Möglicherweise spielte auch der Befall der Eschen mit dem Pilz des Eschentriebsterbens (Chalara fraxinea), der sich in der Schweiz seit wenigen Jahren ausbreitet, eine Rolle.

Frühlingsindex - ein Maß für die Vegetationsentwicklung

Im Frühlingsindex werden die ersten 10 phänologischen Phasen eines Jahres zusammengefasst, die von Januar bis Mai auftreten. Somit lässt sich die Vegetationsentwicklung im Frühling in ihrer Gesamtheit charakterisieren. Mit Hilfe einer Hauptkomponentenanalyse, einer Methode zur Strukturierung umfangreicher Datensätze, wird die Abweichung vom mittleren Eintrittstermin 1981-2010 für rund 80 Beobachtungsstationen bestimmt. Der Frühlingsindex zeigt einen sehr starken Zusammenhang mit der Temperaturentwicklung von Januar bis Mai.

Die Vegetationsentwicklung war im Frühling 2014 deutlich früher als im Mittel 1981-2010 und lässt sich als sehr früh klassieren. Eine frühere Entwicklung zeigten nur die Jahre 1961 und 2011. Die Vegetation hatte vor allem im März und April einen Vorsprung von 10 bis 20 Tagen auf das Mittel. (MeteoSchweiz)
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