29.08.2014 | 16:54:00 | ID: 18532 | Ressort: Umwelt | Klima

MeteoSchweiz: Klimabulletin Sommer 2014

Zürich (agrar-PR) - Nach einem heiß-trockenen Beginn war der Sommer 2014 überwiegend zu kühl und sonnenarm und vor allem zur Sommermitte ausgesprochen nass. Das Tessin erlebte den kühlsten Sommer seit über 25 Jahren sowie den sonnenärmsten seit über 20 Jahren.
Nach kurzer Hitzewelle meist zu kühl

Der Sommer startete mit einer rund einwöchigen Hitzewelle in der ersten Junihälfte. Die Temperaturen erreichten verbreitet Höchstwerte zwischen 31 und 34 Grad. Am heißesten wurde es in Sion mit 36.2 und in Basel mit 35.5 Grad. An vielen Messstandorten gab es Rekord-Temperaturen für die erste Junihälfte. Anschließend bewegten sich die Temperaturen bis Ende Juni nahe der Norm 1981–2010.

Im Juli und im August lagen die Temperaturen mehrheitlich unter der Norm. Speziell ausgeprägt war die anhaltend kühle Sommerwitterung in der Südschweiz. In Lugano brachte der Juli nur gerade 6 Tage mit Temperaturen leicht über der Norm, und vom 1. bis zum 26. August verharrten hier die Temperaturen anhaltend unter der Norm.

Der Sommer insgesamt fiel in den meisten Regionen zwischen 0.1 und 0.7 Grad zu kühl aus im Vergleich zur Norm 1981–2010. In den Niederungen der Alpensüdseite lag die Sommertemperatur gar 0.6 bis 1 Grad unter der Norm. Lugano und Locarno-Monti registrierten mit einem Defizit von 1 Grad den kühlsten Sommer seit über 25 Jahren, und im Oberengadin war es mit einem Defizit von etwas weniger als 1 Grad der kühlste Sommer seit über 15 Jahren.

Extrem nasse Sommermitte

Der erste Teil des Sommers verlief ausgesprochen trocken. Die bis am 22. Juni anhaltende Regenarmut betraf besonders die Nordschweiz und das zentrale Wallis. Ende Juni folgte ein massiver Witterungswechsel. Bis gegen Ende August waren häufige und oft auch kräftige Regenfälle das bestimmende Wetterelement.

Extrem viel Regen fiel vor allem im Juli. In der westlichen Hälfte der Schweiz wurden an zahlreichen, in der östlichen Hälfte an einzelnen Messstationen neue Juli-Rekordsummen gemessen. Das viele Wasser führte an verschiedenen Orten zu Überschwemmungen und Hangrutschen mit zum Teil großen Schadensfolgen. Mehrfach davon betroffen war die Region Emmental-Entlebuch.

Über den gesamten Sommer erhielten die meisten Regionen der Schweiz Regenmengen zwischen 110 und 140 Prozent der Norm 1981–2010. Im südlichen Tessin erreichten die Mengen 150 bis über 200 Prozent der Norm. An den Messstandorten Lugano, Luzern und Château d’Oex gehört der Sommer 2014 zu den zehn nassesten Sommern in den weit über 100jährigen Messreihen.

Extrem trüber Hochsommer

Während der Juni in der ganzen Schweiz überdurchschnittlich viel Sonne brachte, sorgte das anhaltend regnerische Juliwetter ausgerechnet zur Hauptferienzeit in der Region Genfersee, im Wallis, im Berner Oberland, auf der Alpensüdseite und im Oberengadin für eine Rekord-Sonnenarmut. Im August registrierte das Tessin erneut eine Sonnenarmut im Rekordbereiche, was schließlich zum sonnenärmsten Tessiner Sommer seit über 20 Jahren führte. Am Messstandort Lugano dürfte es gar der sonnenärmste in der seit 1959 verfügbaren Messreihe werden.

Über den ganzen Sommer betrachtet verzeichneten das Wallis und die Alpensüdseite die größten Sonnen- Defizite mit 70 bis 80 Prozent der Norm 1981-2010. In den übrigen Gebieten lag die Sonnenscheindauer meist zwischen 80 und knapp 100 Prozent der Norm.

Die Pollensaison Sommer 2014

Gräser – sehr früher Beginn und viele Tage mit starkem Pollenflug

In Locarno wurden ab Mitte März und auf der Alpennordseite ab Mitte April regelmäßig Gräserpollen gemessen, wenn auch noch in geringen Konzentrationen. Im Tessin, in Basel und Luzern war dies so früh wie noch nie während der 15-jährigen Vergleichsperiode 1997–2011. Der Grund für die sehr frühe Entwicklung der Gräser liegt bei den sehr milden Temperaturen im März und April.

Bereits ab dem 10. April wurden im Tessin starke Gräserpollenbelastungen gemessen, auch das rekordfrüh, während auf der Alpennordseite meist erst ab Anfang Mai starker Gräserpollenflug auftrat. Die Gräserpollensaison war an den meisten Messstationen intensiv, sei es von der Gesamtpollenmenge her und auch von den Anzahl Tagen mit starkem Pollenflug. Dazu beigetragen hat der sehr sonnige und trockene Juni, welcher für den Pollenflug günstige Bedingungen brachte.

Sehr viele Tage mit starkem Pollenflug (≥ 50 Pollen/m3) wiesen Buchs mit 54 Tagen und Luzern mit 52 Tagen auf. In Luzern ist dies der höchste Wert der Vergleichsperiode und in Buchs der zweithöchste.

Der letzte Tag mit starker Pollenbelastung trat im Tessin und im Wallis Mitte Juni und auf der Alpennordseite Mitte Juli auf, während der kurzen Phase mit sommerlichem Wetter zwischen dem 15. und 19. Juli. (MeteoSchweiz)
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