28.09.2012 | 10:43:00 | ID: 13655 | Ressort: Umwelt | Klima

September 2012: Letzte Hitze, erster Schnee

Wien (agrar-PR) - Vorläufige Monatsbilanz der ZAMG

In 48 Stunden vom Sommer in den Winter: Der 11. September brachte in Österreich noch sommerliche Hitze mit bis zu 32,3° C in Zwerndorf (NÖ). Am 13. September war es auf den Bergen und in einigen Tälern schon winterlich weiß, wie zum Beispiel in Bad Gastein (S) mit drei Zentimeter Neuschnee und am Hahnenkamm (T) mit zehn Zentimeter Neuschnee. In der Monatsbilanz ergibt das für die Übergangsjahreszeit typische Auf und Ab der Temperatur aber nur eine durchschnittliche Bilanz. Alexander Orlik, von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG): „Die Temperatur lag in vielen Regionen Österreichs ziemlich genau im Bereich der vieljährigen Mittelwerte. Deutlich wärmer als normal war es nur im Osten Niederösterreichs, im Nordburgenland und in der südlichen Steiermark.“

Die Niederschlagsbilanz fällt größtenteils normal bis leicht überdurchschnittlich aus. Deutlich nasser war es in Osttirol und in Kärnten mit 50 bis 100 Prozent mehr Niederschlag als im vieljährigen Mittel. Ein Plus von rund 30 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel weisen Vorarlberg, Nordtirol, das südliche Salzburg und die Steiermark auf. Zu trockenen waren in diesem September das Weinviertel und das Nordburgenland mit 10 bis 25 Prozent weniger Niederschlag als im vieljährigen Mittel.

Die Sonne hat sich in Österreich um rund zehn Prozent länger gezeigt als im vieljährigen Mittel. Am Schöckl (ST) war es sogar um 40 Prozent länger sonnig als in einem durchschnittlichen September. In Friesach (K) und Mönichkirchen (NÖ) gab es um 25 Prozent mehr Sonnenschein als im vieljährigen Mittel.
Der September 2012 im Detail
Temperatur

Im Vergleich zum vieljährigen Mittel war es im September 2012 österreichweit um 0,9° C wärmer. Dies liegt für den September innerhalb der normalen statistischen Schwankungsbreite. Im östlichen Niederösterreich, im Nordburgenland sowie in der Südsteiermark war es mit einer positiven Abweichung von 1,5 bis 2,3° C deutlich zu warm. Im Flachgau, rund um den Arlberg und am Bodensee herrschten in diesem September ausgeglichene Temperaturverhältnisse. Die höchste absolute Septembermitteltemperatur wurde mit 18,2° C in der Wiener Innenstadt registriert. Das tiefste Monatsmittel (abseits der Bergstationen) verzeichnete die ZAMG mit 7,2° C in Obergurgel (T) auf 1942 m Seehöhe.

Ungewöhnlich warm wurde es noch im letzten Drittel des Monats. Am 26. September erreichte die Lufttemperatur 28,2° C in Gumpoldskirchen. Solch hohe Temperaturen traten hier zuletzt im letzten Septemberdrittel im Jahr 2003 auf. Der heißeste Tag in diesem Monat war aber der 11. September. An insgesamt 157 der 266 Wetterstationen der ZAMG wurde an diesem Tag der Monatshöchstwert erzielt. In Zwerndorf (NÖ) erreichte die Lufttemperatur am 11. September den absoluten Monatshöchstwert von 32,3° C. Abseits der Bergstationen war es am 21. September mit minus 2,6° C in Mariapfarr (S) am kältesten.
Niederschlag

Die Niederschlagsverteilung in Österreich war in diesem September im Vergleich zum vieljährigen Mittel durchschnittlich bis übernormal. Nur im Weinviertel und im Nordburgenland registrierte die ZAMG ein Niederschlagsdefizit von 10 bis 25 Prozent. In Osttirol und Kärnten regnete es 50 bis 100 Prozent mehr als im Durchschnitt. Die Niederschlagsmengen in Vorarlberg, Nordtirol, im südlichen Salzburg und in der Steiermark waren in diesem September um etwa ein Drittel ergiebiger als im Mittel. In Oberösterreich, im westlichen Niederösterreich und in Wien waren die Regenmengen ausgeglichen bis etwa um ein Drittel übernormal. Die absolut wie relativ geringste Niederschlagsmenge Österreichs fiel in diesem September mit 38 Millimeter in Neusiedl am See (B). Das entspricht einem Defizit zum vieljährigen Mittel von 25 Prozent.

Der Winter klopfte in diesem September auch schon an. Mit einem Kaltlufteinbruch vom 12. auf den 13. September bildete sich in Bad Gastein (S) auf 1100m Seehöhe eine 3 Zentimeter hohe Schneedecke. Auf der Villacher Alpe summierte sich am 13. September eine Neuschneedecke von 8 Zentimeter, auf der Rudolfshütte 43 Zentimeter, am Hahnenkamm 10 Zentimeter. In Bad Gastein bildete sich zuletzt in einem September eine Schneedecke im Jahr 2002.
Sonne

Der September 2012 war ein durchaus sonniger Monat. Im Mittel schien die Sonne in Österreich um 10 Prozent länger als im vieljährigen Mittel. Große regionale Unterschiede gab es kaum. Punktuell schien die Sonne in allen Bundesländern mehr als 15 Prozent länger als im vieljährigen Vergleich. Am Schöckl (St) schien zum Beispiel die Sonne um 40 Prozent oder 60 Stunden länger als im klimatologischen Mittel, in Friesach (K) um 25 Prozent oder 40 Stunden und in Mönichkirchen (NÖ) um 25 Prozent oder 40 Stunden. Den meisten Sonnenschein des Landes registrierte die ZAMG mit 235 Stunden in Güssing (B).
Der September 2012 in der Bundesland–Übersicht
Vorarlberg

Niederschlagsabweichung plus 25 %, Temperaturabweichung plus 0,5° C, Abweichung der Sonnenscheindauer plus 10 %.

Monatshöchstwert 27,7° C in Bludenz am 26., Monatstiefstwert minus 0,5° C in Warth am 20.

Höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur 14,8° C in Feldkirch (Abweichung 0,9° C).
Tirol

Niederschlagsabweichung plus 40 %, Temperaturabweichung plus 0,8° C, Abweichung der Sonnenscheindauer plus 10 %

Monatshöchstwert 28,7° C in Imst am 9., Monatstiefstwert minus 2,5° C in Obergurgl am 20.

Höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur 15,2° C in Jenbach (Abweichung 1,3° C).
Salzburg

Niederschlagsabweichung plus 25 %, Temperaturabweichung plus 0,8° C, Abweichung der Sonnenscheindauer plus 7 %.

Monatshöchstwert 28,8° C in der Stadt Salzburg am 10., Monatstiefstwert minus 2,6° C in Mariapfarr am 21.

Höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur 14,6° C in Salzburg (Abweichung plus 0,2° C).
Oberösterreich

Niederschlagsabweichung plus 15 %, Temperaturabweichung plus 0,7° C, Abweichung der Sonnenscheindauer plus 7 %.

Monatshöchstwert 29,3° C in Gmunden am 11., Monatstiefstwert 0,0° C in Windischgarsten am 21.

Höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur 15,3° C in Linz (Abweichung plus 0,9° C).
Niederösterreich

Niederschlagsabweichung plus 20 %, Temperaturabweichung plus 1,2° C, Abweichung der Sonnenscheindauer plus 13 %.

Monatshöchstwert 32,3° C in Zwerndorf am 11., Monatstiefstwert minus 1,5° C in Puchberg am Schneeberg am 21.

Höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur 17,0° C in Gumpoldskirchen (Abweichung plus 1,8° C).
Wien

Niederschlagsabweichung plus 15 %, Temperaturabweichung plus 1,5° C, Abweichung der Sonnenscheindauer plus 6 %.

Monatshöchstwert 32,1° C in Innere Stadt am 11., Monatstiefstwert 1,5° C in Mariabrunn am 21.

Höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur 18,2° C in Innere Stadt (Abweichung plus 1,4° C).
Burgenland

Niederschlagsabweichung plus 15 %, Temperaturabweichung plus 1,6° C, Abweichung der Sonnenscheindauer plus 15 %.

Monatshöchstwert 31,9° C in Andau am 11., Monatstiefstwert 0,9° C in Kleinzicken am 21.

Höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur 17,7° C in Neusiedl am See (Abweichung plus 2,2° C).
Steiermark

Niederschlagsabweichung plus 40 %, Temperaturabweichung plus 0,9° C, Abweichung der Sonnenscheindauer plus 10 %.

Monatshöchstwert 29,5° C in Fürstenfeld am 11., Monatstiefstwert minus 1,8° C in Aflenz am 21.

Höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur 16,2° C in Bad Radkersburg (Abweichung plus 1,6° C).

Kärnten

Niederschlagsabweichung plus 70 %, Temperaturabweichung plus 0,7° C, Abweichung der Sonnenscheindauer plus 3 %.

Monatshöchstwert 27,9° C in Ferlach am 10., Monatstiefstwert 0,2° C in Malnitz am 21.

Höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur 14,9° C in Klagenfurt (Abweichung plus 1,0° C).

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Anmerkungen

* Die Bezeichnung „vieljähriges Mittel“ betrifft die Klimaperiode 1971-2000, bei der Sonnenscheindauer den Zeitraum 1991-2010.

* Die Daten setzen sich aus den Messungen bis zum gestrigen Tag und den Vorhersagen für die restlichen Tage des Monats zusammen. Die endgültige Monatsbilanz ist ab der zweiten Woche des Folgemonats auf www.zamg.at abrufbar.



Über die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG)

Die ZAMG ist der nationale österreichische meteorologische und geophysikalische Dienst. Die ZAMG mit Kundenservicestellen in Graz, Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg hat ihren Hauptsitz auf der Hohen Warte in Wien. Der Tätigkeitsbereich der ca. 280 MitarbeiterInnen erstreckt sich von Wettervorhersagen und -warnungen, angewandter meteorologischer, klimatologischer und geophysikalischer Forschung, Erdbebendienst bis hin zu umweltmeteorologischer Gutachtertätigkeit. Die 1851 gegründete ZAMG betreibt ein meteorologisches und ein seismisches Messnetz mit insgesamt etwa 280 Stationen, das Cobenzl Observatorium, das Conrad Observatorium und das Sonnblick Observatorium. Die ExpertInnen der ZAMG sind VertreterInnen Österreichs in zahlreichen internationalen Organisationen und Vereinigungen wie z.B. WMO, ECMWF, GEO. Die ZAMG ist die führende meteorologische Institution in Österreich und bietet ihre Leistungen u.a. öffentlichen wie privaten Fernseh- und Rundfunkanstalten, Tageszeitungen aber auch Dienstleistern wie Versicherungen, Energiewirtschaft, Winterdienstfirmen, Bauunternehmen und Gemeinden an.

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