13.04.2017 | 18:30:00 | ID: 23949 | Ressort: Umwelt | Pflanze

Klimawandel in Thüringen: Deutliche Verschiebung der Jahreszeiten

Erfurt (agrar-PR) - Der Klimawandel mit seinen Folgen zeichnet sich in Thüringen immer deutlicher ab. Erste Auswirkungen auf die Natur sind inzwischen statistisch nachweisbar.
Der Frühling beginnt deutlich früher, die Wachstums- und Blühphasen eines Jahres dauern zwei Wochen länger an. Das zeigen aktuelle Daten der Thüringer Klimaagentur.

„Wenn die ersten Frühlingsboten im Januar  blühen, ist das ein alarmierendes Zeichen. Es ist höchste Zeit, dem Klimawandel aktiv entgegenzutreten“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund.

Der frühe Blühbeginn wirbelt nicht nur das Ökosystem durcheinander, er steigert auch die Belastung für Pollenallergiker erheblich. Begann die Blüte von Haselnuss und Birke in den 1990er Jahren meist im Februar/ März, lag der Blühbeginn im vergangenen Jahr mit dem 26.Januar 2016 extrem früh. Ein Trend, der sich in den vergangenen Jahren verstetigt hat. Die Zeckensaison startet ebenfalls deutlich früher.

Seit 1961 hat sich die Vegetationsperiode, in der Pflanzen wachsen, blühen und fruchten, um rund zwei Wochen verlängert. Schneeglöckchen, die den Beginn des Vorfrühlings markieren, blühen im Schnitt drei Tage pro Jahrzehnt früher. Gleiches gilt für die Apfelblüte oder auch die Saalweide, die ebenfalls den Beginn des Vorfrühlings anzeigt.

Der Blühbeginn des Huflattichs markiert das Einsetzen des Vorfrühlings und damit die Beendigung des Winters. Zu Beginn des Frühsommers blüht der schwarze Holunder, zu Beginn des Hochsommers die Sommerlinde. Der Spätherbst setzt mit der herbstlichen Blattverfärbung der Stieleiche ein und der Blattfall der Stieleiche markiert den Beginn des Winters.

Wie sich die Verschiebung der Jahreszeiten auf Tiere und Pflanzen auswirkt, ist bisher nur in Ansätzen geklärt. Während einige Vogelarten vom frühen Frühlingsbeginn profitieren, haben andere darunter zu leiden. Besonders der Kuckuck bekommt Probleme, wenn er als Zugvogel früher bei uns ankommt, seine Nestpartner jedoch noch nicht brüten.

In Gefahr ist auch das fein abgestimmte Zusammenspiel der Pflanzenbestäubung. Hier drohen negative Folgen für die Bestandsentwicklung sensibler Pflanzen und Tiere.

In Kürze erscheint der Klimafolgen-Monitoringbericht des Thüringer Umweltministeriums, in dem die regionalen und lokalen Auswirkungen des Klimawandels aufgezeigt werden.

Hintergrund

Wie sich Tiere und Pflanzen im Jahresverlauf entwickeln, ist von Temperatur und Niederschlag abhängig. Die zeitliche Aufeinanderfolge der jahreszeitlichen Entwicklungsphasen ist Gegenstand sog. phänologischer Beobachtungen.

Die Beobachtungen laufen bundesweit. Thüringen hat ein Netz von rund 700 Meldestellen, an denen die Entwicklung ausgewählter Wildpflanzenarten beobachtet wird. Hier werden Arten erfasst, deren Entwicklung eng mit der Witterung verbunden ist. (tmuen-thüringen)
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