19.03.2011 | 15:16:00 | ID: 8702 | Ressort: Umwelt | Tier

Dauergrünland als Nahrungsraum für den Weißstorch erhalten

Karow (agrar-PR) - Der Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Karl Otto Kreer hat heute auf dem 8. Landesstorchentag in Karow (Landkreis Parchim) ein Grußwort gehalten.
"Der Weißstorch steht im besonderen Fokus des Interesses vieler Bürger in unserem Land, da er noch relativ häufig in unserer Kulturlandschaft und in unmittelbarer Umgebung unseres Wohnumfeldes zu finden ist. Daraus resultiert zu einem großen Teil auch die Bereitschaft vieler Bürger, sich in ihrer Freizeit für den Schutz dieses Vogels zu engagieren", drückt Dr. Kreer seinen Dank gegenüber den ehrenamtlichen Horstbetreuern aus.

Zu den vielfältigen Aktivitäten für den Schutz des Weißstorches zählen unter anderem die jährlichen Erfassungen brutbiologisch relevanter Parameter von der Ankunftszeit der Störche bis zum Verlassen des Brutgebietes sowie der Schutz und Erhalt der vorhandenen Nester. Darüber hinaus werden die Errichtung von Nistmasten bzw- das Umsetzen von gefährdeten Nistplätzen organisiert. Auch die Kontakte zu den Energieversorgern, sowie die Erfassung bzw. Verhinderung von Stromopfern gehören zu den Schutzmaßnahmen. Ebenso werden Nester bestiegen, um deren Stabilität und die Unversehrtheit der Jungen zu kontrollieren. Jungstörche werden beringt und verletzte Tiere geborgen. Auch die regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit gehört dazu.

Staatssekretär Kreer würdigt in seinem Grußwort auch den Beitrag der Elektrizitätsversorgungsunternehmen insbesondere beim Erhalt von Horststandorten: "Unzählige Nisthilfen sind hergestellt und zusammen mit Nistmasten an geeigneten Stellen errichtet worden, vor allem als Ersatz für altersschwach gewordene oder vom Sturm herunter gewehte Nester." Auch bei der Entschärfung gefährlicher Strommasten habe es in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gegeben.

"Angesichts des anhaltenden Rückgangs des Weißstorch-Bestandes ist die Landesregierung willens und bereit, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen, dass dieser Negativtrend abgebremst und vielleicht eines Tages auch wieder umgekehrt werden kann. Die Ursachen für den Rückgang der Population sind vielfältiger Art und nicht alle können von uns maßgeblich beeinflusst werden", so Dr. Kreer. Gerade für die Lösung der Probleme im Rahmen des Zuggeschehens sind internationale Kooperationen erforderlich, um geeignete Schutz- und Hilfsmaßnahmen ins Leben zu rufen.

"Worauf wir aber Einfluss nehme können, das sind Maßnahmen direkt vor Ort, die dem Weißstorch in seinem angestammten Brutgebiet helfen, alljährlich genügend Nachwuchs großzuziehen und damit seine Brutpopulation zu stabilisieren", sagte der Umweltstaatssekretär.

Entscheidend dabei sei der Erhalt der Nahrungsräume. Mit der Ende 2008 in Kraft getretenen Dauergrünlanderhaltungsverordnung sei ein erster wichtiger Schritt gegangen worden, um dem Rückgang von Dauergrünland entgegenzuwirken.

In Hinblick auf das in Abstimmung befindliche "Konzept zum Erhalt und Entwicklung der biologischen Vielfalt Mecklenburg-Vorpommern" hat das Ministerium unter anderem folgende Ziele für Lebensräume der Agrarflächen und insbesondere für das Grünland definiert:

• Grünlandflächen mit besonderer Bedeutung als Nahrungs- und Lebensraum für gefährdete Offenland-Arten bleiben auch weiterhin erhalten.

• Auf Flächen in einer noch zu bestimmenden Größenordnung findet eine angepasste Bewirtschaftung als Lebensraum für Wiesenbrüter statt.

Die Bewirtschaftung wird an den spezifischen Artbedürfnissen ausgerichtet(z. B. an Brutzeiten angepasstes Mahd- oder Weideregime) bzw. den Standortverhältnissen angepasst:

Natürliche Überschwemmungsbereiche werden erhalten bzw. es werden ggf. die natürlichen Wasserverhältnisse (insbesondere auf Moorstandorten) wieder hergestellt.

Die bestehenden Programme zur naturschutzgerechten Grünlandbewirtschaftung werden entsprechend weiterentwickelt (u.a. Wanderschäferei).

• Im Umkreis relevanter Brutareale des Schreiadlers soll das Nahrungsangebot und damit der langfristige Bruterfolg dieser Art durch Umwandlung von Acker in Grünland bzw. das Anlegen von Brachen bzw. Stilllegung verbessert werden

Damit wird u.a. auch das Nahrungsangebot für den Weißstorch und weitere Greifvögel (z. B. Rotmilan, Bussarde) verbessert.

Ein entsprechendes Agrarumweltprogramm, mit dem auch Zielstellungen des Moorschutzkonzepts (Rückführung von Acker auf Moorstandorten in Grünland) verfolgt werden sollen, wird eingeführt.

"Diese ambitionierten, aber für den Erhalt der biologischen Vielfalt erforderlichen Zielsetzungensollen bis 2020 erreicht werden und bedürfen natürlich einer konzertierten Vorgehensweise aller Verantwortlichen im Zusammenspiel mit den Nutzern vor Ort", betonte Umweltstaatssekretär Kreer. (PD)
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