20.12.2011 | 08:30:00 | ID: 11702 | Ressort: Umwelt | Umweltpolitik

Konzept zur Minderung diffuser Nährstoffeinträge in Oberflächengewässer und das Grundwasser

Schwerin (agrar-PR) - Diffuse Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft belasten die Oberflächengewässer und das Grundwasser sowie auch die Meeresumwelt.
Daher sieht Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus die Minderung dieser Stoffeinträge als ein wesentliches Ziel seiner Umweltpolitik an.

"Die Gewässer und das Grundwasser sind gerade für Mecklenburg-Vorpommern ein kostbares Erbe, das geschützt und erhalten werden muss", so Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister. "Das Ziel der Wasserrahmenrichtlinie und der Meeresstrategierahmenrichtlinie, die Gewässer bis spätestens 2027 in einen ökologisch und chemisch guten Zustand zu überführen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dies erfordert das gemeinsame Handeln aller Akteure auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Deshalb bedarf es hierfür einer gemeinsamen Strategie", so Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Trotz nachweislicher Erfolge im Gewässerschutz bedarf es noch großer Anstrengungen, um die Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen. Große Algenteppiche, die sich im Sommer im Bereich der Ostseeküste entwickeln, deuten noch immer auf zu hohe Nährstoffeinträge hin. Seen sind ebenfalls Sammelbecken für Phosphat- und Stickstoffeinträge. Auch hier kann es im warmen Sommer zu starker Algen- und unangenehmer Geruchsentwicklung kommen.

"Allein mit wasserwirtschaftlichen Maßnahmen, wie einer ordnungsgemäßen Abwasserbeseitigung und Erfüllung der bestehenden Verpflichtungen aus der Dünge-Verordnung und Klärschlamm-Verordnung sowie der Einhaltung der Vorschriften der Cross Compliance-Richtlinie, werden wir die Nährstoffeinträge in die Gewässer und das Grundwasser nicht hinreichend verbessern können. Daher bedarf es ergänzender kostenwirksamer Maßnahmen, die auf eine hohe Akzeptanz und Kooperation der Landwirtschafsbetriebe stoßen", so der Minister heute in Schwerin.

Das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium veröffentlicht dazu heute das "Konzept zur Minderung diffuser Nährstoffbelastungen aus der Landwirtschaft in die Oberflächengewässer und das Grundwasser". Dieses Konzept wurde im Auftrag des Ministers durch das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie gemeinsam mit der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei M-V sowie der Zuständigen Stelle für landwirtschaftliches Fachrecht und Beratung erarbeitet. Bei der Erarbeitung wurden auch Vertreter der Naturschutzverbände, des Bauernverbandes sowie Fachexperten anderer Einrichtungen eingebunden, um eine hohe Akzeptanz und Wirksamkeit der Maßnahmen sicherzustellen. "Es kommt jetzt darauf an, das Konzept in die Tat umzusetzen", so der Minister.

Schwerpunkte sind die Ermittlung von Grundlagen zum Wasser- und Nährstoffhaushalt sowie landwirtschaftliche Forschung, Demonstrationsvorhaben und Landwirtschaftsberatung zur Minderung der Stoffeinträge in die Oberflächengewässer und das Grundwasser. Damit diese Grundlagen auch von den Landwirtschaftsbetrieben und anderen Akteuren genutzt werden können, bietet das Ministerium diese Fachinformationen auf der Internetseite http://www.wrrl-mv-landwirtschaft.de/ an.

Hier finden sich in Form von PDF-Dateien herunterladbare Fachinformationen zum Gewässerzustand und zur Agrarforschung sowie aktuelle Beratungsempfehlungen. Hierzu gehören Handlungsempfehlungen zum Zwischenfruchtanbau oder zu produktions- und düngetechnischen Maßnahmen sowie andere aktuelle Themen. Neben Veranstaltungsterminen sind hier auch Ansprechpartner benannt, die gerne weitere Auskünfte erteilen.

Für die Umsetzung des Konzeptes sind bis 2014 rund 1,5 Millionen € eingeplant. Davon fallen rund 900 T€ auf die Grundlagen- und angewandte Forschung mit Praxisüberleitung in landwirtschaftliche Betriebe sowie rund 600 T€ auf die Ableitung kosteneffizienter Maßnahmen und Landwirtschaftsberatung. (PD)
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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein
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