24.02.2017 | 16:00:00 | ID: 23738 | Ressort: Umwelt | Umweltpolitik

Sturmflut wird erfolgreich bewältigt - Aktuelle Schadensbilanz 12 Mio. €

Schwerin (agrar-PR) -

Heute trafen sich in Schwerin auf Einladung von Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt, die Vertreter der von der Sturmflut betroffenen Kommunen und Bürgermeister aller Küstengemeinden zur Auswertung der Sturmflut und der bisherigen Maßnahmen zur Folgenbeseitigung.

„Fakt ist, dass während der Sturmflut im Januar alle Küstenschutzanlagen stand gehalten haben“, unterstrich der Minister. Unmittelbar nach der Sturmflut wurden die Sofortmaßnahmen der Kommunen und der Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt an den Außen- und Binnenküsten umgesetzt. Wichtigste Aufgaben waren die Wiederherstellung von Landesküstenschutzdünen, bei denen das für die Kehrung einer Bemessungssturmflut erforderliche Volumen nicht mehr ausreichte (Graal-Müritz und Wustrow) und die Abböschung gefährlicher Dünenkliffs an allen Landesküstenschutzdünen (insgesamt 27 auf 101,75 km Länge). Darüber hinaus wurden Verkehrssicherungsarbeiten durchgeführt.

Außerdem wurde sofort mit der terrestrischen Vermessung von kritischen Bereichen mit Landesküstenschutzdünen auf Küstenabschnitten von insgesamt 32 km Länge begonnen. Dabei wurden rund 100 Profilvermessungen in kritischen Bereichen vorgenommen. 2 Tage nach der Sturmflut wurde mit 2 Flugzeugen an 377 km Außenküste ein Laserscanning durchgeführt. Erste Ergebnisse in den Hotspotgebieten von 55 km ergaben, dass dort rund 505.000 m³ Sediment abgetragen wurden.

Die bisherige Bewertung von 13 von insgesamt 27 Landesküstenschutzdünen hat im Soll-Ist-Vergleich ergeben, dass an 6 Landesküstenschutzdünen derzeit kein Handlungsbedarf besteht, da nur aus dem Verschleißteil (siehe Bild), vergleichsweise wenig Sand abgetragen wurde und der Reserveteil nicht betroffen ist.. Dazu gehören: Boltenhagen, Rostock Hohe Düne-Markgrafenheide, Juliusruh, Binz, Zinnowitz, Zempin-Koserow. An 5 Landesküstenschutzdünen Ahrenshoop-Vordarß, Prerow-Zingst, Glowe, Lobbe-Thiessow, Lubmin besteht mittelfristiger Handlungsbedarf, da der Verschleißteil hier deutlich abgearbeitet ist. Hier sind Aufspülmaßnahmen vorgesehen. An den 2 Landesküstenschutzdünen in Graal-Müritz-Müritzer Hochmoor (bis 24.02.2017 fertiggestellt) sowie Neuhaus-Wustrow (bis 03.03.2017 fertiggestellt) bestand aufgrund lokal begrenzter Sicherheitsdefizite ein akuter Handlungsbedarf. Hier wurde die Düne bereits bis in den Reserveteil hinein abgetragen.

Insgesamt wurden vom Land für die schnelle Schadensbeseitigung 25 Mio. € Fördermittel bereitgestellt. „Wichtig zu beachten ist, dass dabei ausschließlich nachhaltige Maßnahmen mit einem langfristig gesicherten Bestand gefördert werden. Ausgenommen sind auch Privatpersonen oder nicht kommunale Körperschaften“, sagte Minister Dr. Backhaus. In besonders begründeten Fällen ist eine 100 % Förderung möglich, dennoch müssen die Kommunen in erster Linie von einem Eigenanteil ausgehen.

Bisher wurden 43 Anträge mit einem Antrags-/ Schadensvolumen von ca. 12 Mio. € gestellt. Darunter 32 Maßnahmen zur Wahrnehmung der Verkehrssicherungspflicht, 10 zum Wiederaufbau zerstörter touristischer Infrastruktur und eine Maßnahme zur Schadensbeseitigung am kommunalen Eigentum. 230.000 € werden für die Schadensbeseitigung an Küstenschutzanlagen des Landes sowie für die Küstenvermessung und die Wiederherstellung von Sturmflutschutzdünen eingesetzt.

Hintergrund:

Die Sturmflut vom 04./05. Januar 2017 war mit Scheitelwasserständen von über 1,50 m über Normal das höchste Sturmflutereignis seit über 10 Jahren. Seit Beginn der messtechnischen Aufzeichnungen vor ca. 150 Jahren gab es in MV 12 schwere Sturmfluten, die schwerste davon im Jahre 1872 mit Scheitelwerten über 2,50 m und 4 von den Fluten nach 1990. (regierung-mv)

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