26.06.2015 | 15:40:00 | ID: 20583 | Ressort: Umwelt | Umweltschutz

Erhöhte PCB-Gehalte in der Elbe

Dresden (agrar-PR) -

Das Sächsische Landesamt für Umwelt Landwirtschaft und Geologie (LfULG) informiert vorsorglich über erhöhte Gehalte von Polychlorierten Biphenylen (PCB) im Elbesediment. Die auffälligen Konzentrationen seien in Schwebstoffsammelproben an den sächsischen Gewässergüte-Messstationen Schmilka, Zehren und Dommitzsch gefunden worden.

Die höchste Konzentration trat in einer Monats-Sediment-Sammelprobe der Messstation Schmilka auf. Hier wurden sechs Milligramm PCB pro Kilogramm (mg/kg) im gesammelten Sediment registriert. Das bedeutet einen Anstieg um das 60-fache gegenüber den bisherigen elbetypischen Befunden.

Da die PCB schwer wasserlöslich sind, besteht für Trinkwasser, das aus Elbewasser gewonnen wird, keine Gefahr. Die gemessenen PCB-Werte für Einzelstoffe im Elbwasser liegen deutlich unter dem Trinkwassergrenzwert von 100 Nanogramm pro Liter (ng/l).

Tschechische und deutsche Umweltbehörden suchen im Rahmen ihrer bilateralen Zusammenarbeit derzeit nach den Ursachen für die erhöhten Sedimentwerte. Mögliche Langzeitauswirkungen auf die aquatische Umwelt werden im Rahmen des Internationalen Elbe-Messprogramms verstärkt überwacht. Weitergehende Untersuchungen hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf die Fischfauna und Auenböden hat das LfULG veranlasst.

PCB wurden bis in die 1980er Jahre vor allem in Transformatoren und elektrischen Kondensatoren, als Hydraulikflüssigkeit sowie als Weichmacher in Lacken, Dichtungsmassen, Isoliermitteln und Kunststoffen verwendet. Die akute Toxizität von PCB ist gering, jedoch reichern sich die Stoffe in der Umwelt an und sind nur sehr schwer abbaubar. Wegen dieser chronischen Toxizität wurden die PCB 2001 weltweit verboten. Dennoch findet man immer wieder erhöhte Werte, wenn diese Stoffe z. B. bei Baggerarbeiten oder extremen Abflusssituationen aus dem Sediment freigesetzt werden. (smul-sachsen)

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Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
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