17.06.2013 | 18:15:00 | ID: 15277 | Ressort: Umwelt | Veranstaltungen

1.200 Arten auf dem Campus: Rekordergebnis für Universitätsangehörige und Naturkundemuseum

Stuttgart-Hohenheim (agrar-PR) -

Rekordergebnis am GEO Tag der Artenvielfalt: Studierende und Mitarbeiter von Universität, dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart, Hobby-Biologen und Anwohner knacken magische 1.000-Arten-Marke – und warten mit einer Überraschung auf. Möglich wurde der Erfolg durch die neue Kooperation von Universität, Naturkundemuseum und Privatpersonen. Initiator war die studentische Gruppe Greening Hohenheim.

Wasserinsekten, Vögel, Pilze, Moose...: Anlässlich des Geo Tags der Artenvielfalt haben Experten und Hobby-Biologen am Samstag bis spät in die Nacht gesucht, gesammelt und bestimmt. Das Ergebnis: Hohenheim verteidigt seinen Titel als „Artenreichster Campus Deutschlands“ und kann sogar mit einer kleinen Sensation aufwarten.

„Schnapszahl! Achthundertachtundachtzig!“ Nicht einmal sieben Stunden sind seit Beginn der Zählung vergangen. Die Veranstalter an der Bestimmungszentrale am Südeingang des Schlosses strahlen. Das gesetzte Ziel, noch bis zum Ende des Tages 1.000 Arten auf dem Campus zu finden, rückt in greifbare Nähe.

Um 20:15 Uhr ist es schließlich amtlich: Die Tausendermarke ist geknackt!


Experten und Hobby-Biologen arbeiten zusammen

Nicht nur das Wetter hat prima mitgespielt. Möglich wurde die erfolgreiche Arten-Inventur durch die vielen freiwilligen Helfer - und perfektes Teamwork: Studenten, Dozenten, Experten und Hobby-Biologen aller Altersgruppen machten sich am Samstag ab 10 Uhr im Botanischen Garten der Uni Hohenheim gemeinsam ans Werk.

Neben dem Suchen und Sammeln war vor allem die Bestimmung eine besondere Herausforderung. So galt es allein 200 Käfer und mehr als 160 parasitische Wespenarten zu identifizieren - ein Fall für die Experten des Entomologischen Verein Stuttgarts und des Naturkundemuseums.

„Es gibt im heimischen Bereich viel mehr Arten als man eigentlich denkt“, erklärt Dr. Lars Krogmann von der Sektion für Hautflügler am Naturkundemuseum Stuttgart. „Und das Sammeln und Bestimmen macht jede Menge Spaß.“


Seltene Schneckenart begeistert Biologen

Auch eine kleine Sensation lässt an diesem Tag die Herzen der Naturfreunde höher schlagen: Die Schmale Windelschnecke (Vertigo angustior). Gerade mal 2 mm groß, gilt sie nach Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie als „Tierart von gemeinschaftlichem Interesse“ und steht somit unter europaweitem Schutz.

„Normalerweise findet man sie auf Sumpfweiden. Die Schmale Windelschnecke in einer Umgebung wie den Hohenheimer Gärten zu entdecken, ist also sehr selten“, erklärt Dr. Ira Richling, Kuratorin für Mollusken am Naturkundemuseum Stuttgart.


„Artenvielfalt ist ein wertvolles Gesellschaftsgut“

„Auch viele Studenten und Privatleute haben tolle Arten gefangen!“, berichtet Prof. Dr. Johannes Steidle. „Es hat sich absolut gelohnt, dass alle eingeladen waren!“

Dem leidenschaftlichen Ökologen liegt bei der Aktion vor allem eine Botschaft am Herzen: „Die Artenvielfalt ist ein wertvolles Gesellschaftsgut, das geschützt werden muss. Aber es handelt sich eben um keine Mona Lisa, sondern ist etwas viel Abstrakteres. Und es ist wichtig für unser Überleben. Darauf will der Tag der Artenvielfalt hinweisen.“


„Wir wollen den Menschen die Augen öffnen“

„Ziel erreicht“, lautet auch die Bilanz der Studentischen Gruppe „Greening Hohenheim“, auf deren Initiative die Artenzählung in Hohenheim zurückgeht. „Wir haben nicht nur 1.000 Arten geknackt“, meint Lisa Schlittenhardt. „Wir haben den Menschen auch die Augen für die Vielfalt rund um das Schloss geöffnet“, ergänzt Ria Rode.

Bis sämtliche gesammelte Arten fertig bestimmt sind, kann es noch einige Tage dauern. Fest steht jetzt bereits: Das Ziel muss im nächsten Jahr wohl etwas höher gesteckt werden. Denn es sind noch lang nicht alle biologischen Reichtümer des Hohenheimer Campus geborgen.



Kontakt für Medien:
Lisa Schlittenhardt, Universität Hohenheim, Greening Hohenheim, Tel.: 0176/53827710 E-Mail: lisa.schlittenhardt@web.de
Prof. Dr. Johannes Steidle, Universität Hohenheim, Fachgebiet Tierökologie, Tel.: 0711/459 23667, E-Mail: jsteidle@uni-hohenheim.de
Dr. Lars Krogmann, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart, Tel.: 0711/8936–219, E-Mail: lars.krogmann@smns-bw.de

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