03.12.2021 | 10:14:00 | ID: 31679 | Ressort: Verbraucher | Gesundheit

Intelligente Inhalatoren helfen Asthmatikern

Stuttgart (agrar-PR) - Viele Menschen mit chronischen Krankheiten der Lunge wie Asthma und COPD verwenden einen Inhalator, der dazu dient, bronchienerweiternde Medikamente direkt in die Atemwege zu bringen.
Momentan gibt es bei diesen Geräten einen Trend zu intelligenten Inhalatoren. Der weltweite Markt dafür ist riesig: Weltweit leiden etwa 300 Millionen Menschen an Asthma und fast ebenso viele an COPD.

Regelmäßige Anwendung ist wichtig

Damit es bei diesen Krankheiten nicht zu Anfällen kommt, müssen die Patienten ihre Medikamente streng nach Plan einnehmen, wobei die Dosierung und der Zeitpunkt der Einnahme immer wieder angepasst werden, damit die Symptome unter Kontrolle bleiben.

Bei herkömmlichen Inhalatoren passiert es vielen Patienten, dass sie es nicht schaffen, den Behandlungsplan genau einzuhalten und sich mit Nachfüllpackungen für Präparate wie das Dosieraerosol SalbuHEXAL oder das Kombinationspräparat Berodual zu versorgen.

Konnektivität und Apps schaffen neue Möglichkeiten

Der Trend zur Digitalisierung in der Medizin hat zu dramatischen Änderungen beim Umgang mit Patientendaten geführt. Eine wesentliche Rolle spielt hier das Internet der Dinge (IoT).

Nachdem das Internet zu einem normalen Bestandteil des Alltags geworden ist, ob zu Hause, am Arbeitsplatz oder in der Schule, ist Konnektivität ein Gesichtspunkt, nach dem sich alle Arten von technologischen Prozessen neu betrachten lassen. Konnektivität wird einerseits durch Netzwerke über WLAN oder Bluetooth erreicht. Jetzt kommt noch künstliche Intelligenz (KI) dazu, um eine neue Generation von medizinischen Geräten zu schaffen, die eine intelligentere Versorgung chronisch Kranker ermöglichen.

Ein intelligenter Inhalator zeichnet sich dadurch auch, das er mit einer App verbunden ist. Diese Geräte sind mit einer Sensortechnologie ausgestattet, die dabei hilft, Daten über die Zeitpunkte der Anwendung und den Standort des Patienten bei jeder Anwendung aufzuzeichnen.

Eines der ersten Geräte mit dieser Funktionalität war der 2020 auf den Markt gekommene ProAir Digihaler von Teva, der über einen Echtzeitsensor zur Aufzeichnung der Anwendung verfügt und mit einer mobilen App synchronisiert wird. Für die Anwender führt das dazu, dass sie automatische Erinnerungen an die nächste Dosis einrichten können. Die Inhalatoren helfen somit den Patienten, sich daran zu erinnern, sie zum richtigen Zeitpunkt zu benutzen, und können sie warnen, wenn sie die Benutzung vergessen oder den Inhalator nicht bei sich haben.

Datenauswertung sagt mögliche Probleme voraus

Die Software für die Auswertung der Aufzeichnungen ist intelligent genug, um wahrscheinliche Asthmaanfälle vorherzusagen, sodass der Patient ihnen zuvorkommen kann. Das kann dabei helfen, den Schweregrad und die Dauer eines jeden Anfalls zu verringern und damit auch zu verhindern, dass die Lunge weiter geschädigt wird.

Die Verwendung intelligenter Inhalatoren ermöglicht es den Patienten und ihren Ärzten, ihren Zustand genau zu dokumentieren und die Wirksamkeit der Behandlung bei einzelnen Patienten im Laufe der Zeit zu überwachen, ohne Tagebuch oder andere schriftliche Aufzeichnungen führen zu müssen.

Die Zeit- und Standortverfolgung kann auch helfen, auslösende Faktoren zu erkennen, die Daten sofort mit dem Arzt zu teilen und Daten für die Forschung zu sammeln. Einige fortschrittliche Modelle erkennen sogar hohe Luftschadstoff- oder Pollenkonzentrationen, um Patienten vor möglichen Auslösern zu warnen.

Andere stellen fest, ob der Patient die richtige Inhalationstechnik anwendet, die eine angemessene Menge des Medikaments in die Lunge bringt und die Nebenwirkungen minimiert. So hat ein irisches Team ein Zusatzgerät entwickelt, das mit Hilfe akustischer Sensoren feststellt, ob der Patient den Inhalator richtig verwendet, sowohl was die Dauer der einzelnen Inhalationen als auch die Technik betrifft.

Sind intelligente Inhalatoren wirklich nützlich?

Hier ist die Antwort ein klares Ja. Digitalen Therapien gehört die Zukunft. Sie ermöglichen eine Personalisierung des Managements chronischer Krankheiten, sowie eine noch nie dagewesene Effizienz bei ihrer Behandlung. Der Preis dafür besteht darin, ein Gerät zu erwerben, das ungefähr soviel kostet wie ein neues Handy und sich mit seiner Benutzung vertraut zu machen.

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